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RathaussturmBürgermeister Mario Dahm hielt in Hennef der jecken Streitmacht lange stand

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Sämtliche Tollitäten der Stadt unterstützten die Hennefer Stadtsoldaten bei der Rathauserstürmung.

Sämtliche Tollitäten der Stadt unterstützten die Hennefer Stadtsoldaten bei der Rathauserstürmung.

Kanonen, Tänze, Gesang, Rammbock und Leitern - die Karnevalsvereine boten alles auf und eroberten schließlich das Historische Rathaus.

Bürgermeister Mario Dahm ahnte wohl schon, was ihn erwartete. Mit Flatterband und eigens entwickelten Verbotsschildern hatte er die Eingangstür des Historischen Rathauses verrammelt und sich auf den Balkon zurückgezogen. Sein Gegenüber, der Baas der Hennefer Stadtsoldaten, Peter „Balu“ Lindlar, stand unten auf der Bühne an der Frankfurter Straße.

Er konnte auf eine gewaltige Streitmacht zurückgreifen. Sämtliche Karnevalsvereine der Stadt schickten Abordnungen, die Stadtsoldaten selbst brachten Kanone und Rammbock mit. Doch die eigentliche Schlacht ums Rathaus wurde mit Worten und Musik geschlagen.

Trotz heftiger Gegenwehr musste sich Bürgermeister Mario Dahm schließlich geschlagen geben.

Trotz heftiger Gegenwehr musste sich Bürgermeister Mario Dahm schließlich geschlagen geben.

Der Baas, also Präsident, hatte einen geheimen Eingang ausgemacht: „Riesengroß, da kommen alle durch, das ist das Hennefer Haushaltsloch. Das ist größer als alle Schlaglöcher der Stadt.“ Dahm konterte mit einem konkreten Vorschlag: „Wir führen eine Gebühr für doofes Rumstehen vor dem Rathaus ein.“

Wir führen eine Gebühr für doofes Rumstehen vor dem Rathaus ein.
Bürgermeister Mario Dahm

Und so schmissen sie sich scharfe Spitzen um die Ohren. Doch der Angreifer konnte ja noch auf ganz andere Ressourcen zurückgreifen, um Schwung in die Attacken zu bringen. Da war die Stadtgarde Schwarz-Rot mit ihren Tanzgruppen, die den Verteidigungswall schon mal porös machten.

Der Frauenchor „Die Diamantenen“ mit Chorleiter Robert Urbanski zündete musikalische Raketen, ihre Glitzerjacken blendeten die „Löstigen Radiergummilutscher“, so Balu. Natürlich führten die Kinderprinzenpaare die scharfe Waffe ihrer Worte. Die Stadtsoldaten-Pänz machten es mit ihren Tänzen zackig.

Bürgermeister Mario Dahm und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter führten die Verteidigung vom Balkon des Historischen Rathauses.

Bürgermeister Mario Dahm und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter führten die Verteidigung vom Balkon des Historischen Rathauses.

Der Bröler Prinz Daniel I. beschwerte sich, dass die Stadt mit allen Mitteln gegen die Karnevalisten kämpfe, sogar mit einer Baustelle in seinem Dorf. Und die Abwassergebühren wären erhöht worden, ein Angriff auf die Jecken, die sich säubern müssten. „Von dem Geld müssen wir Deine Prinzessin bezahlen, entgegnete ihm der Bürgermeister.“

Das Hennefer und das Uckerather Prinzenpaar stimmten kräftig mit ein und die drei Prinzessinnen versprachen: „Wir werden dich erstürmen.“ Fast schon kläglich kam es angesichts dieser Frauenpower vom Balkon: „Nie im Leben.“ Die Antwort kam prompt: „Doch, du wirst es sehen.“ Die Stadtsoldaten knallten ein paar Märsche auf den Bühnenboden.

Der Sieg musste am Ende mittels einer Waage festgestellt werden

Stadtsoldat „Rätche“ hatte derweil die Wortgefechte ausgewertet: Kaum zu glauben, es war ein Unentschieden. Also musste der Sieg ausgewogen werden. Der kleinste Stadtsoldat gegen Dahm, der nach unten gekommen war. Balu musste ihn an die Hand nehmen, das Brett senkte sich unnachgiebig auf die Seite der Jecken. Nach kurzer Beratung kam der Rammbock zum Einsatz, das Rathaus war gefallen.