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Von Südamerika nach Madrid?Hennefer Aktivisten verfolgten Weltklimakonferenz online

3 min

In Arbeitsgruppen, sogenannten „Thinktanks“, erarbeiteten die Aktivisten ihre Konzepte für die COP.

  1. Die Henneferin Clara von Glasow segelte mit anderen Aktivisten nach Südamerika, um an der COP in Chile teilzunehmen.
  2. Nun arbeitet das Team online.
  3. In unregelmäßigen Abständen berichtet die 26-Jährige von ihrer Reise.

Martinique – Wir waren wieder acht Tage auf See. Ich war in der späten Segelschicht von 21 Uhr bis 1 Uhr eingeteilt, und weil ich es gewöhnt war, früh morgens aufzustehen, schlief ich regelmäßig während der Wache einfach ein. Segeln ist körperlich anstrengend, aber trotzdem brauchen wir oft noch ein bisschen mehr Bewegung.

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Deshalb kommen wir oft abends zusammen und treiben Sport, zum Beispiel machen wir eine Liegestütz-Challenge, bei der 80 Liegestütze insgesamt geschafft werden müssen. Die Wellen machen es nicht grade einfacher.

20 Stellvertreter in Madrid

Angekommen in Martinique ging es in die letzten Vorbereitungen unserer Onlineteilnahme an der Weltklimakonferenz (COP) und die Schlussbearbeitung unseres Thinktank-Outputs.

Auch körperlich ist das Engagement für die Klimakonferenz anstrengend: Clara von Glasow beim Segelhissen.

Als uns klar wurde, dass wir nicht zum neuen Austragungsort der COP nach Madrid, würden segeln können, haben wir begonnen, Stellvertreter für uns zu suchen. Und tatsächlich haben wir es geschafft, dass sich 20 Menschen diesem zweiwöchigen Abenteuer in Madrid widmen. Sie kommen aus sieben Ländern und nehmen als Gruppe an der COP teil, geben Interviews, sprechen auf begleitenden Veranstaltungen, bauen unsere Ausstellungen auf, richten Livestreams ein, verfolgen Verhandlungen für uns und schreiben dort mit. Wir unterstützen sie von Martinique aus online.

Organisiert durch nächtliche Videoanrufe

Um drei Uhr nachts – in Madrid ist es schon acht Uhr morgens – beginnt unser COP-Tag mit einem Videotelefonat mit dem Team in Madrid. Danach teilen wir uns zu unterschiedlichen Aufgaben ein. Eine Person ist konstant auf Twitter aktiv, eine Gruppe kümmert sich um andere soziale Medien, mehrere Personen bilden die Lobby-Hotline, wo sie Fragen innerhalb von Minuten beantworten. Außerdem stellen sie Statements und Fragen für Veranstaltungen zusammen. Andere kümmern sich darum, dass Pressekonferenzen organisiert, Videos gedreht oder kreative Aktionen geplant werden.

Leserdebatte

Forum Blau, die neue Plattform unseres Verlages, bringt Leser und Zeitungsmacher zusammen, in Talks und auf Veranstaltungen, in unserer Akademie und auf Reisen. Und das auch lokal: Am Mittwoch, 11. Dezember, 17 Uhr, laden wir zehn Leser zur Diskussion in die Siegburger Redaktion ein. „Prima Klima“ heißt das Stichwort – der Titel dieser Serie, in der wir verschiedene Lebensmodelle vorgestellt haben. Melden Sie sich im Internet an, wir freuen uns auf Sie!

Meine Aufgabe ist, Informationen zusammenzuführen, weil ich in mehreren COP-Verteilern bin und viele Menschen auf der COP sowie die formalen Prozesse kenne. Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass wir sehr effektiv arbeiten und auf der COP ziemlich präsent sind. Vielleicht ist das tatsächlich eine Möglichkeit, mit einigen Repräsentanten und einem starken Team im Hintergrund, zusätzliche Reisen zu solchen Konferenzen zu vermeiden. Eine endgültige Evaluation kann ich erst nach Ende der COP abgeben, vielleicht auch erst mit ein paar Tagen oder Wochen Abstand.

Wir haben auch über die Darstellung unserer Thinktank-Arbeit nachgedacht. Unsere Lösungen und Ideen liegen nun als Report, Webseite, Video und als Präsentation vor.

www.sailtothecop.com