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Kriminalitätsstatistik Rhein-Sieg 2017Zahl der Straftaten auf Rekordtief

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Kriminalitätsstatistik Rhein-Sieg1

Am 29. Mai explodierten in Hennef Kampfmittel, nach einem Brand musste eine Garage  abgerissen werden. 

Rhein-Sieg – Landrat Sebastian Schuster hat bei der Vorstellung der Kriminalstatistik der Polizei am Mittwoch Erfreuliches mitzuteilen: Die besten, also in diesem Fall niedrigsten Zahlen der vergangenen elf Jahre. Gemeinsam mit dem Leitenden Polizeidirektor Günter Brodeßer und dem Leiter der Direktion Kriminalität, Kriminaldirektor, Ralf Dittrich, ging er ins Detail.

Wie hat sich die Kriminalität insgesamt entwickelt?Die Zahl der registrierten Straftaten ist noch einmal deutlich gesunken und erreicht mit 20.059 Delikten einen historischen Tiefstand. Insbesondere die Zahl der Diebstähle ist um gut 20 Prozent auf nunmehr 7596 Taten zurückgegangen.

Wie steht es mit der Verbrechensaufklärung?Die Aufklärungsquote erreicht mit 54,82 Prozent ebenfalls einen Bestwert. Im vergangenen Jahr waren es noch 50,04 Prozent. Dittrich weist aber darauf hin, dass es ein Sammelverfahren an Betrugsfällen gibt. Dort sind rund 700 Fälle eingeflossen. Das macht sich bei Aufklärungsquote günstig bemerkbar, bei den Betrugsdelikten dagegen stieg die Zahl entsprechend deutlich an.

Ist der Rhein-Sieg-Kreis nun sicher oder nicht?Um einen Vergleich zu ermöglichen, gibt es die Kriminalitätshäufigkeitszahl. Sie ergibt sich aus der Umrechnung der Straftaten auf 100.000 Einwohner. Der Kreis steht da mit 5428 sehr gut. Im Jahr 2016 lag dieser Index noch bei 5877. Der Landesdurchschnitt beträgt 7677, im Regierungsbezirk bei 8121. Die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, ist also an Rhein und Sieg geringer als anderswo.

Gibt es Besonderheiten bei den Tätern?Von den 7708 ermittelten Tatverdächtigen sind 3056 Wiederholungstäter. Junge Menschen bis 21 Jahren sind in 1786 Straftaten verwickelt gewesen. Auffällig ist ein Anstieg bei Kindern von acht bis 13 Jahren, von 152 im Jahr 2016 auf 250 im vergangenen Jahr. Dittrich vermutet, dass es in dieser Altersgruppe inzwischen häufiger dazu kommt, dass die Opfer Anzeige erstattten. 55 Prozent der Tatverdächtigen leben in ihrer Tatortgemeinde, 75 Prozent im Rhein-Sieg-Kreis.

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Die Kriminalität im Rhein-Sieg-Kreis 2017

Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt bei 28 Prozent, bei einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von etwa zehn Prozent. Flüchtlinge fallen indes nicht besonders auf, so Dittrich.

Hat sich die Konzentration auf den Wohnungseinbruch bewährt?In diesem Deliktfeld sind die Fallzahlen etwa konstant geblieben, bei einem leichten Anstieg von 875 auf 901. Brodeßer betonte, dass es seit 2014 einen Rückgang um rund 30 Prozent gegeben habe und dieser Stand etwa gehalten werden konnte. Jeder Mitarbeiter der Behörde investiere fünf Prozent seiner Arbeitszeit in die Bekämpfung der Einbrüche.

Gibt es Auffälligkeiten bei bestimmten Delikten?Widerstandshandlungen gegen Polizisten haben zugenommen, von 73 auf 80 registrierte Taten. Darin sind Beleidigungen und Drohungen nicht enthalten. Pressesprecher Burkhard Rick berichtet, dass jeder Zweite der 250 Beamten im Wach- und Wechseldienst statistisch ein Mal im Jahr Opfer von Gewalt oder verbalen Angriffen wird. Schuster und Brodeßer beklagten den mangelnden Respekt gegenüber Uniformträgern, dem sie entgegenwirken wollen. Einen Anstieg gab es bei schwerer und gefährlicher Körperverletzung, von 417 auf 461 Taten, bei den Raubdelikten ein Minus von 15,5 Prozent, von 148 auf 125 Fälle.

Gab es außergewöhnliche Ereignisse in 2017?Am 1. Oktober wurde eine 28 Jahre alte Frau von ihrem Ehemann in Siegburg ermordet. Am 29. Mai explodierten in Hennef Kampfmittel in einer Kunststoffbox, eine Garage musste deshalb abgerissen werden. Nach einem Einbruch in Troisdorf-Spich wurde Anfang 2017 ein 33 Jahre alter Mann festgenommen. Ein DNA-Abgleich überführte ihn dreier Vergewaltigungen aus dem Jahr 2012.