Rhein-Sieg – Landrat Sebastian Schuster hat bei der Vorstellung der Kriminalstatistik der Polizei am Mittwoch Erfreuliches mitzuteilen: Die besten, also in diesem Fall niedrigsten Zahlen der vergangenen elf Jahre. Gemeinsam mit dem Leitenden Polizeidirektor Günter Brodeßer und dem Leiter der Direktion Kriminalität, Kriminaldirektor, Ralf Dittrich, ging er ins Detail.
Wie hat sich die Kriminalität insgesamt entwickelt?Die Zahl der registrierten Straftaten ist noch einmal deutlich gesunken und erreicht mit 20.059 Delikten einen historischen Tiefstand. Insbesondere die Zahl der Diebstähle ist um gut 20 Prozent auf nunmehr 7596 Taten zurückgegangen.
Wie steht es mit der Verbrechensaufklärung?Die Aufklärungsquote erreicht mit 54,82 Prozent ebenfalls einen Bestwert. Im vergangenen Jahr waren es noch 50,04 Prozent. Dittrich weist aber darauf hin, dass es ein Sammelverfahren an Betrugsfällen gibt. Dort sind rund 700 Fälle eingeflossen. Das macht sich bei Aufklärungsquote günstig bemerkbar, bei den Betrugsdelikten dagegen stieg die Zahl entsprechend deutlich an.
Ist der Rhein-Sieg-Kreis nun sicher oder nicht?Um einen Vergleich zu ermöglichen, gibt es die Kriminalitätshäufigkeitszahl. Sie ergibt sich aus der Umrechnung der Straftaten auf 100.000 Einwohner. Der Kreis steht da mit 5428 sehr gut. Im Jahr 2016 lag dieser Index noch bei 5877. Der Landesdurchschnitt beträgt 7677, im Regierungsbezirk bei 8121. Die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, ist also an Rhein und Sieg geringer als anderswo.
Gibt es Besonderheiten bei den Tätern?Von den 7708 ermittelten Tatverdächtigen sind 3056 Wiederholungstäter. Junge Menschen bis 21 Jahren sind in 1786 Straftaten verwickelt gewesen. Auffällig ist ein Anstieg bei Kindern von acht bis 13 Jahren, von 152 im Jahr 2016 auf 250 im vergangenen Jahr. Dittrich vermutet, dass es in dieser Altersgruppe inzwischen häufiger dazu kommt, dass die Opfer Anzeige erstattten. 55 Prozent der Tatverdächtigen leben in ihrer Tatortgemeinde, 75 Prozent im Rhein-Sieg-Kreis.

Die Kriminalität im Rhein-Sieg-Kreis 2017
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Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt bei 28 Prozent, bei einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von etwa zehn Prozent. Flüchtlinge fallen indes nicht besonders auf, so Dittrich.
