Im Stadteil Donrath ist in der Nacht zu Freitag (19. Juni) ein Fertighaus komplett ausgebrannt.
Warnung vor AsbestHaus in Lohmar niedergebrannt – Sicherheitszone errichtet

Der Dachstuhl des Fertighauses stand in Flammen.
Copyright: Marius Fuhrmann
Im Lohmarer Stadtteil Donrath ist in der Nacht auf Freitag (19. Juni) ein Einfamilienhaus niedergebrannt. Die gesamte Feuerwehr Lohmars war im Einsatz. Sie förderte Wasser aus der Agger. Ein Bewohner wurde vom Rettungsdienst untersucht. In Teilen des Lohmarer Ortskerns roch es deutlich nach Rauch.
Weil der Verdacht besteht, dass Asbest ausgetreten sein könnte, wurde ein Sicherheitsbereich von rund 100 Metern eingerichtet. Die Bevölkerung wurde über Nina und Cell Broadcast gewarnt. Die Warnung wurde inzwischen wieder aufgehoben. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) hat Messungen durchgeführt, die Ergebnisse stehen noch aus.
Das Feuer war im Bereich der Terrasse ausgebrochen
Die Freiwillige Feuerwehr unter Führung von Daniel Schwamborn war um 0.42 Uhr in den Karpenbachweg alarmiert worden. An der Kreuzung zu Dornheckenweg und In der Hühene brannte ein Fertighaus. Nur zwei Minuten nach dem Alarm erhöhte die Leitstelle wegen einer Vielzahl von Anrufen die Alarmstufe und ließ weitere Kräfte hinzukommen.
Die Feuerwehr konnte den Feuerschein bereits auf der Anfahrt erkennen. „Die Nacht war taghell, das konnte man kilometerweit sehen“, sagte Julian Lindenberg, Sprecher der Lohmarer Feuerwehr.
„Das Feuer war im Bereich der Terrasse ausgebrochen. Als wir eintrafen, griffen die Flammen bereits auf das Dach über“, sagte Schwamborn. Die Terrasse brannte auf der gesamten Länge. Das Augenmerk der Feuerwehr lag in dieser Phase jedoch auf dem Nachbarhaus. „Wir haben eine Riegelstellung errichtet, also Wasser auf das benachbarte Flachdach geben, um zu verhindern, dass es durch die Wärmestrahlung ebenfalls entzündet wird.“ Auch dort musste die Bewohnerin das Haus verlassen.

Breidter Feuerwehrleute machen die Pumpe startklar, so dass Wasser aus der Agger zum Löschen geholt werden konnte.
Copyright: Marius Fuhrmann
Aufgrund der Ausbreitung durch den Rauch ließ die Einsatzleitung eine Warnung an die Bevölkerung über die App Nina und den Cell Broadcast, also einen automatischen Handyalarm, auslösen. Zusätzlich haben Polizisten bei den Bürgerinnen und Bürgern in unmittelbarer Nähe geklingelt, damit sie Fenster und Türen geschlossen halten, sagte Lindenberg. Die Einsatzkräfte wurden Lindenberg zufolge mit FFP-2-Masken ausgestattet.
Probleme bereitete die Wasserversorgung. „Wir haben unsere Fahrzeuge über Hydranten gespeist, nach kurzer Zeit hat aber der Druck nachgelassen“, berichtete Schwamborn. Das brennende Haus steht gegenüber des Aggerdeichs. Die Löscheinheit Breidt, die die Einsatzstelle über die Verlängerung des Dornheckenwegs von der B 484 aus anfuhr, schloss eine Pumpe an, um Wasser aus der Agger zu fördern.
Feuerwehrfrau aus der Nachbarschaft holte den Bewohner aus dem brennenden Haus
Währenddessen hatten sich die Flammen binnen weniger Minuten in den Dachstuhl gefressen, beide Stockwerke des Hauses brannten nun. Betreten konnten die Feuerwehrleute es nicht mehr. Sie löschten von der Drehleiter aus und verschafften sich Zugang zum Garten, um von dort die Terrasse und das Dach zu löschen. Einsatzleiter Schwamborn bildete vier Einsatzabschnitte zur Brandbekämpfung und Wasserversorgung.
Eine 61-jährige Feuerwehrfrau aus der Nachbarschaft wurde durch den Feuerschein auf den Brand aufmerksam. Sie eilte zum brennenden Haus und konnte den Bewohner vom Balkon auf der Rückseite des Hauses retten. Er wurde vom Rettungsdienst untersucht. Schwamborn zufolge musste er nicht ins Krankenhaus gebracht werden. Aus Seelscheid und Friedrich-Wilhelms-Hütte kamen Einheiten zur Verstärkung, außerdem Angehörige des Kreisfeuerwehrhauses, die zusätzliche Atemflaschen brachten.

Feuerwehrleute löschen die Terrasse vom Garten aus.
Copyright: Marius Fuhrmann
Der Baufachberater des Technischen Hilfswerks aus Siegburg begutachtete die Statik des Hauses und beriet die Feuerwehr, ob das Haus noch während der Löscharbeiten abgerissen werden müsste. Ein Mitarbeiter des Landesumweltamts (LANUK) kam zur Einsatzstelle, um Auswirkungen auf die Agger zu prüfen. Ebenso war das Ordnungsamt im Einsatz, Bürgermeister Matthias Schmitz machte sich persönlich ein Bild von der Situation.
Aufgrund der auch nachts hohen Temperaturen war der Einsatz für die Kräfte sehr schweißtreibend. Deswegen war auch die Verstärkung notwendig, sagte Lindenberg. Die Malteser versorgten die Einsatzkräfte mit Getränken.
Um kurz vor 9 Uhr wurde die Feuerwehr erneut zur Einsatzstelle gerufen, weil einzelne Glutnester wieder aufgeflammt waren. Auf die Hygieneeinheit und das Kreisfeuerwehrhaus kommen arbeitsreiche Tage zu: Aufgrund der Belastung mit Asbest müssen Ausrüstung und Uniformen aufwendig gereinigt werden.
Die Brandursache ist noch unklar. Anwohnern zufolge soll der Bewohner Benzinkanister, einen Motorroller und einen Rasenmäher auf der Terrasse gelagert haben. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Einsatz zog sich sieben Stunden bis in die frühen Morgenstunden hin, auch jetzt noch kontrollieren Feuerwehrleute den Brandort auf mögliche, wiederaufflammende Glutnester.