Die Malerei begleitet den Künstler schon seit seiner Kindheit. Beim mehrfachen Übermalen bekommen seine Werke auch eine räumliche Tiefe.
Kunst aus IntuitionMaler Josef Weiss zeigt seine Arbeiten in der Kunsthalle in Lohmar

Josef Weiss stellt seine Arbeiten in der Kunsthalle LohmART vor.
Copyright: Markus Peters
Josef Weiss gehört nicht zu den Geschwätzigen seiner Zunft. Wenn der Overather Maler auf seine Arbeiten angesprochen wird, reagiert er freundlich, aber eher einsilbig. Viel lieber will er, dass seine Werke für sich sprechen. Und das gelingt auch auf beeindruckende Weise, wie die Schau in der Halle LohmART zeigt. Großformatig sind die Arbeiten aus verschiedenen Schaffensperioden, die dort an den Wänden hängen, einige in bedrückenden Grautönen, andere in schillernden, leuchtenden Farben.
1940 in Schlesien geboren, prägten Krieg und Vertreibung die Kindheit von Josef Weiss. Angst, Unsicherheit und der Mangel an Geborgenheit gehörten für den Heranwachsenden zum Alltag, die Natur bot die Alternative zum engen Internatsleben. Die Kunst spielte schon früh eine Rolle. „Das liegt wohl in den Genen“, meint er. Weiss studierte erst an der Werkschule in Köln und anschließend Biologie auf Lehramt, um seiner jungen Familie den Lebensunterhalt zu sichern. Seine Laufbahn als Biologielehrer an einem Overather Gymnasium endete im Jahr 2003.
Dann fängt man einfach an, rein intuitiv. Keine großen Skizzen, keine Planungen, das behindert nur.
Der Malerei ist er über die Jahre immer treu geblieben, wobei sein Ansatz einfach blieb: „Man hat eine Leinwand vor sich, und Farbe. Dann fängt man einfach an, rein intuitiv. Keine großen Skizzen, keine Planungen, das behindert nur.“ In den 1960er Jahren zeigen die Werke von Radierung bis hin zur Malerei noch gegenständliche, oft figürlich anmutende Motive. Es folgt der Wechsel ins Abstrakte, das bis heute für ihn maßgeblich ist. So trägt Josef Weiss Ölfarben, mal in dicken, mal in dünnen Schichten auf, die er teilweise wieder abkratzt. Im Prozess des mehrfachen Übermalens bekommt das Werk auch eine räumliche Tiefe und nimmt so immer mehr die Form an, die der Künstler anstrebt.

Starke Farben prägen die Arbeiten von Josef Weiss, auch im Abstrakten.
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Besonders imponierend gelingt dies bei den Arbeiten, die die Hauptseite der Ausstellungshalle prägen. Dabei dominiert eine markante Farbgebung in leuchtenden Rot- und Goldtönen, die wie oxidiert wirken. Hier und bei anderen Werken greift Josef Weiss auf spezielle Farben zurück, die über viele Jahre in Offset-Druckereien verwendet wurden und dort aber nun aussortiert werden. Abgerundet wird die Schau durch einige kleinformatige Werke, die im Ferienhaus auf Teneriffa entstanden sind.
Diese Gemälde mit ihrer starken Farblichkeit, den abstrakten Formen und der markanten Textur entziehen sich einem flüchtigen Konsum. Genauso intuitiv wie sie entstanden sind, sollten sie auch wahrgenommen werden, wünscht sich der Künstler. „Sucht nicht nach dem Gegenstand, sondern nach dem Gefühl, das euch entgegenstreckt“, wurde den Besuchern der Vernissage mit auf den Weg gegeben. Es lohnt sich.
Die Ausstellung ist noch am Samstag, 27. Juni und am Sonntag, 28. Juni, jeweils von 11.00 bis 16.00 Uhr in der Kunsthalle LohmART, Scheiderhöher Straße 42b in Lohmar zu sehen. Der Eintritt ist frei.
