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Kinder sollen aktiv mitbestimmenOffene Ganztagsschule in Lohmar-Birk feiert 22 Jahre

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Das Team der Offenen Ganztagsschule in Lohmar-Birk feiert deren 22-jähriges Bestehen.

Das Team der Offenen Ganztagsschule in Lohmar-Birk feiert deren 22-jähriges Bestehen.

Mit 18 Kindern ging es los, jetzt sind es 225: Die offene Ganztagsbetreuung an der Gemeinschaftsgrundschule Birk ist über die Jahre stetig gewachsen.

Seit 22 Jahren gibt es die Ogata in Birk, damals fing das Team mit der Betreuung von 18 Kindern an. Heute sind es 225 Kinder in der offenen Ganztagsschule. Wegen des großen Schul-Umbaus konnte das 20-jährige Bestehen vor zwei Jahren nicht groß gefeiert werden, das holte das Team der Ogata in der Gemeinschaftsgrundschule Birk jetzt mit Kindern, Eltern und Vertretern der Stadt nach. 

Bedarf nach Betreuungsplätzen stieg in 22 Jahren dauerhaft

Seit Gründung der Ogata in Birk sei der Bedarf nach Plätzen in der offenen Ganztagsbetreuung kontinuierlich gestiegen, sagt Britta Busch, Geschäftsführerin des AWO-Vereins Betreute Schulen. „Hier läuft die Zusammenarbeit wirklich super, mit der Stadt Lohmar sind wir in einem guten fachlichen Austausch“, sagt Britta Busch. „So können wir hier zum Wohle der Kinder vieles möglich machen.“ Im Gegensatz zu anderen offenen Ganztagsschulen in Lohmar ist die Birker Ogata nicht überbelegt – der Bedarf ist hoch, kann aber ohne Warteliste gut gedeckt werden.

Britta Busch (r.), Geschäftsführerin des AWO-Vereins Betreute Schulen, übergibt einen Strauß Blumen an die Ogata-Leiterin Nadja Plancak (l.).

Britta Busch (r.), Geschäftsführerin des AWO-Vereins Betreute Schulen, übergibt einen Strauß Blumen an die OGATA-Leiterin Nadja Plancak (l.).

Nadja Plancak, die die Ogata seit gut einem Jahr leitet, dankte Eltern und Kindern bei der Feier: „Ihr füllt unsere Ogata jeden Tag mit Leben und Kreativität.“ Sie zeigt sich tief beeindruckt von der Neugier der Kinder, was im Alltag immer wieder sichtbar werde: „Bei der Essensausgabe kam letztens ein Kind zu mir und hat nach dem Rezept für die Gemüsesuppe gefragt.“ Zur Feier des Tages führten drei Gruppen von Ogata-Kindern kleine Akrobatik-Shows auf, im Anschluss gab es ein von den Eltern vorbereitetes Buffet und verschiedene Spiele wie Dosenwerfen und Bastelstationen. Auch Bürgermeister Matthias Schmitz kam zur Feier: „Seit 22 Jahren werden die Kinder hier echt toll betreut. Wir haben hier ein sehr engagiertes Team und es ist beeindruckend, was für die Kinder geleistet wird.“

Die Kinder verbringen in der Ogata sehr viel Zeit – umso wichtiger ist es, dass sie sich hier wohlfühlen.
Nadja Plancak, Leiterin der OGATA Birk

Die Birker Ogata arbeitet nach einem teiloffenen Konzept, was bedeutet, dass gruppenübergreifend gearbeitet wird und die Kinder sich in der gesamten Schule aufhalten können. Die Schule ist in „Cluster“ aufgebaut; einzelne Lehrräume sind durch Ausenthaltsräume verbunden. Hier gibt es nicht ein zentrales Lehrerzimmer, sondern viele, an die Lernräume angegliederte Räume, erklärt Nadja Plancak: „Jedes der Cluster verfügt auch über eine Teamstation, wo das Lehrerteam und das Ogata-Team verwaltungstechnische Aufgaben durchführen können.“

Die Gemeinschaftsgrundschule ist in „Clustern“ aufgebaut: Lern- und Lehrerräume sind durch Aufenthaltsräume verbunden.

Die Gemeinschaftsgrundschule ist in „Clustern“ aufgebaut: Lern- und Lehrerräume sind durch Aufenthaltsräume verbunden.

In verschiedenen Fachräumen können die Kinder sich beispielsweise im Bauen und Konstruieren ausprobieren. Ein Highlight ist der Kochraum: Hier wird zum Beispiel gemeinsam gebacken, wenn ein Kind Geburtstag hat. „Die Kinder verbringen in der Ogata sehr viel Zeit – umso wichtiger ist es, dass sie sich hier wohlfühlen“, sagt Plancak. Besonders gefallen ihr die vielfältigen AGs, die die Ogata mittlerweile anbieten kann.

„Dadurch, dass unsere Mitarbeitenden so vielfältige Berufe gelernt haben, können ganz unterschiedliche Themen aufgegriffen werden. Jemand, der Schneider ist, kann den Kindern in der Näh-AG die Dinge natürlich ganz anders vermitteln, als jemand, der das nicht gelernt hat. Jeder im Team bringt etwas anderes mit.“ Neben einer Näh-AG gab es beispielsweise schon eine Naturforscher-AG, eine Yoga-AG und eine Spiel- und Spaß-AG, in der es vor allem um Bewegung ging. 

Ein Highlight: Der Kochraum.

Ein Highlight: Der Kochraum.

Besonders wichtig sei ihr als Leiterin, dass die Kinder mitbestimmen können, wie die Ogata gestaltet wird: „Das Einbeziehen der Kinder ist so ein wichtiger Grundstein, damit wir später selbstsändige, junge Erwachsene haben, die ihre Meinung vertreten können und dürfen“, sagt Plancak. Beispielsweise hole das Team die Kinder mit ins Boot, wenn es um die Anschaffung neuer Spielmaterialien gehe, und frage nach ihren Bedürfnissen und Wünschen.

Für das neue Schuljahr plane Sie, eine Art „Ogata-Rat“ ins Leben zu rufen. Aus jedem Jahrgang würde dann ein Sprecher oder eine Sprecherin gewählt. Kinder sollen so noch stärker beteiligt und in Entscheidungen einbezogen werden, unter anderem auch in den Essensplan. Auch Eltern sollen die Möglichkeit zur Mitgestaltung haben; um den Kontakt zu festigen, sei auch ein Fest wie die 22-Jahr-Feier entscheidend.