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„Gab es noch nie“Lohmarer Vereine tanzen gemeinsam bei Rathauserstürmung

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Rathauserstürmung Lohmar am Rosenmontag

Bürgermeister Matthias Schmitz machte den Jecken den Weg frei.

Zum ersten Mal musste der Lohmarer Bürgermeister Matthias Schmitz das Rathaus vor den Jecken verteidigen. 

„Wir werden alles geben“, kündigte Matthias Schmitz an, als die Lohmarer Jecken in großer Schar um Punkt 11.11 Uhr vor dem Rathaus aufmarschierten. Mutig positionierten sich der Lohmarer Bürgermeister, seine Stellvertreterin Brigitte Bäcker-Gerdes und Stellvertreter Uwe Grote vor dem abgesperrten Rathaus, wo ihnen das Dreigestirn aus Prinz Guido, Bauer Heribert und Jungfrau Henriette entgegenkam.

Bauer, Prinz und Jungfrau forderten einen unbürokratischen Rathaussturm

„Mein Rathaus wurde mir noch nie genommen!“ stellt Schmitz klar, für den es die erste Rathauserstürmung als Bürgermeister war. Die Jecken wollten es ihm dennoch einfach machen. In den letzten Jahren habe die Erstürmung doch immer sehr gut geklappt, versuchten sich die Tollitäten diplomatisch, einfach Schlüssel geben reiche doch. Schmitz war noch nicht überzeugt: „Ich hör' mir ja gerne eure Argmente an, auch wenn ich nicht glaube, dass da irgendwas Entscheidendes dabei sein wird.“ 

Rathauserstürmung Lohmar am Rosenmontag

Jungfrau Henriette im frisch erstürmten Rathaus.

Es sei doch immer so viel die Rede von Bürokratieabbau, warum also die Dinge unnötig kompliziert machen, argmentierten die Jecken. „Lasst uns einfach rein!“ Der Bürgermeister hielt dagegen: „In 100 Tagen kann ich nicht alles abgebaut haben, was seit Preußens Gloria aufgepumpt wurde!“ Prinz Guido hatte noch eine tagesaktuelle Beschwerde dabei und klagte über die nassen Füße der Jecken bei Regenwetter: „Die Saugasse sieht unter aller Sau aus! Da sind Riesenpfützen.“ 

Der gemeinschaftliche Auftritt überzeugte auch Bürgermeister Matthias Schmitz und seine Stellvertreter

Trotz nasser Füße boten gleich fünf Vereine vor dem Rathaus einen Gemeinschaftstanz dar - eine Premiere. Tänzerinnen und Tänzer der Kazi Funken und Rut-Wiess-Maries, der Donrather Aggerpiraten, Rheinlandsterne und dem EVD tanzte gemeinsam unter dem Jubel der Jecken und Rathausvertreter. „Das gab es noch nie!“ stellte Bernd Köppen von der KG Ahl Jecke fest.

Rathauserstürmung Lohmar am Rosenmontag

Tänzerinnen und Tänzer von fünf Lohmarer Vereinen tanzten gemeinsam vor dem Lohmarer Rathaus.

Prinz Guido hatte den Gemeinschaftstanz als eines der elf Gebote gefordert. „Ich bin ein Mensch, der keine Selbstdarstellung mag. Ich will alle Vereine zusammenführen“, sagte der Prinz über seine Idee. Der gemeinschaftliche Auftritt überzeugte auch den Bürgermeister und seine Stellvertreter. „Eine Topleistung über Vereinsgrenzen!“, rief Uwe Grote.

Schmitz lobte bei der Gelegenheit das Engagement der Vereine in Lohmar: „Manch einer macht an Karneval nur Party, aber es gibt sehr viele, die in diesen Tagen sehr fleißig sind.“ Dann gewährte er den Närrinnen und Narren Einlass, aus dem kalten Regen strömten die bunten Gestalten ins warme Foyer, wo sie Kölsch und Musik erwarteten.

Rathauserstürmung Lohmar am Rosenmontag

Symbolisch entführten die Tollitäten den Bürgermeister, das Taxi fuhr jedoch nicht los.

Prinz Guido, Jungfrau Henriette und Bauer Heribert entführten Schmitz währenddessen symbolisch mit ihrem Sessionsmobil von Taxi Kirschbaum. Im Rathaus gab es dann noch Orden und ein kleines Ständchen, zu dem Rathausvertreter und Jecken schunkelten. Die Tollitäten stimmten passenderweise an: „Buenos Dias, Matthias, mer sin widder do“.