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Wollen alles gebenLohmarer Tänzerinnen sammeln Spenden für Tanz-WM in Dublin

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Die 14- bis 18-jährigen Tänzerinnen der Backyard Dance Company und der JMDC Lohmar wollen an der WM in Dublin teilnehmen.

Die 14- bis 18-jährigen Tänzerinnen der Backyard Dance Company und der JMDC Lohmar wollen an der WM in Dublin teilnehmen.

Die 14- bis 18-jährigen Tänzerinnen trainieren nicht nur fünf mal pro Woche – in ihrer Freizeit sammeln sie Spenden für ihre WM-Teilnahme.

Startgebühren, Unterkunft, Anreise, Outfits: Für die Teilnahme an einer Tanz-Weltmeisterschaft kommen schnell einiges an Kosten zusammen. Zwölf Tänzerinnen der „Backyard Dance Company“ im JMDC Lohmar möchten im Juli am „Dance World Cup“ in Dublin teilnehmen. Dafür stehen die 14- bis 18-Jährigen nicht nur fünf mal die Woche auf der Tanzfläche in der Lohmarer Ballettschule im Hofgarten. An Wochenendtagen organisieren sie Spendenaktionen, da die Wettbewerbskosten für die Familien schwer zu stemmen sind.

Weltmeisterschaft im Juli: Schülerinnen haben die Hälfte der Kosten gedeckt

Für ihren Traum, auf der Weltmeisterschaft mitzutanzen, haben die jungen Tänzerinnen bereits mehrere Kuchen- und Waffelverkäufe organisiert und auf Veranstaltungen Spenden gesammelt, zum Beispiel beim Birker Maifest oder bei einem Pubquiz. An einem Samstag im April standen sie den ganzen Tag vor einem Baumarkt in Rösrath. „Da haben wir dann auch mal ein Stück Tanzboden mitgenommen und gezeigt, was wir so machen“, erzählt Helena Runge (18). Außerdem haben sie mit Unterstützung der VR-Bank eine Spendenseite aufbauen können.

Die Tanzgruppe bei einem Kuchen- und Waffelverkauf

Die Lohmarer Tanzgruppe sammelt Spenden bei einem Kuchen- und Waffelverkauf.

„Ein großer Teil von uns hat gerade etwa die Hälfte der Kosten gedeckt“, sagt Carolina Baumgarten (16). Die Startgebühren seien von Person zu Person unterschiedlich, da jeder Tanz einzeln angemeldet werden müsse. „Wenn wir in der großen Gruppe tanzen, wird das durch alle geteilt, aber  manche von uns treten auch in Duos oder Trios auf, dann wird das auch nochmal teurer“, erklärt Helena Runge. Schon zu Saisonbeginn fangen sie meistens an, für die Turniere zu sparen.

Seit etwa vier Jahren tanzt die Lohmarer Gruppe Show- Lyrical- und Jazztanz, angeleitet von ihrer Trainerin Ann-Kathrin Wurche (31). Für Tanzturniere sind sie in verschiedenen Konstellationen bereits gemeinsam nach Frankreich, Belgien und Tschechien gefahren. Der Dance World Cup in Dublin wird ihre erste Weltmeisterschaft in der großen Gruppe von zwölf Tänzerinnen sein, das Turnier findet vom 12. bis 19. Juli statt.

Die 14- bis 18-jährigen Tänzerinnen der Backyard Dance Company und der JMDC Lohmar wollen an der WM in Dublin teilnehmen.

Die 14- bis 18-jährigen Tänzerinnen aus Lohmar haben sich für den World Dance Cup in Dublin qualifiziert.

„Auf Turniere zu fahren, ist schon manchmal stressig, aber es lohnt sich total“, sagt Annrike Lüdtke-Handjery (15). „Es klingt so klischeehaft, aber dadurch, dass wir so viel Zeit zusammen verbringen, hat das dann echt etwas Familiäres“. Helena Runge nickt, „ich bin erst seit einem Jahr dabei, aber es fühlt sich so an, als würde ich alle schon viel länger kennen.“ 

Durch die Vorbereitung und Teilnahme an Wettbewerben seien sie als Team besonders eng zusammengewachsen, so die Tänzerinnen. „Auf Turnieren haben wir jetzt schon bestimmte Routinen entwickelt, wer welche Aufgaben übernimmt - weil da ja organisatorisch noch viel mehr dazugehört als das Turnier an sich“, sagt Luzie Lüdtke-Handjery (17). Eine von ihnen kümmert sich beispielsweise immer um die Musik zu Proben, eine darum, dass alle Requisiten eingepackt sind, zwei filmen und schneiden Videos für ihren Instagram-Kanal. Solche Aufgaben verteilen sie einmal im Jahr bei ihrem „Dancecamp“: Dann verbringen sie ein ganzes Wochenende gemeinsam in der Tanzschule, planen ihre Turniere und machen gemeinsam auch etwas Besonderes, dieses Jahr waren sie zum Beispiel Kajak-Fahren.

Die 14- bis 18-jährigen Tänzerinnen der Backyard Dance Company und der JMDC Lohmar wollen an der WM in Dublin teilnehmen.

Ann-Kathrin Wurche (rechts) ist Trainerin der Gruppe.

Das Tanzen nimmt einen großen Teil der Freizeit der Schülerinnen ein, neben den Trainings an vier bis fünf Tagen in der Woche finden manchmal noch Extra-Trainings am Wochenende statt. Manchmal stehen sie dann sieben Stunden auf der Tanzfläche, erzählen die Tänzerinnen. Daneben müssen sie noch Hausaufgaben machen und für Klausuren lernen: Das tun sie auf Turnieren nicht selten gemeinsam zwischen den Tänzen. Oft sitzen sie spät abends oder nachts nach dem Training noch an ihren Hausaufgaben. 

Natürlich trainieren wir darauf hin, gut abzuschneiden, aber wir sehen das auch als Chance, um als Team besser zusammenzuwachsen.
Helena Runge (18)

Die Nervosität vor einem Auftritt gehe nicht weg, sagt Esther Fuchs (16): „Das wird auf jeden Fall besser. Aber wenn du auf der Bühne stehst, es ist dunkel und dann hörst du, wie dein Tanz angesagt wird – das ist schon sehr aufregend.“ „Es hilft auf jeden Fall, zu wissen, dass man das alles schonmal gemacht und auch geschafft hat“, sagt Luzie Lüdtke-Handjery.

„Uns ist schon bewusst, dass wir in Dublin wahrscheinlich nicht hoch platzieren werden, weil wir da einfach gegen super viele super starke Teams antreten werden“, sagt Carolina Baumgarten. „Natürlich trainieren wir darauf hin, gut abzuschneiden, aber wir sehen das auch als Chance, um als Team besser zusammenzuwachsen“, so Helena Runge. „Hauptsache ist, dass wir wissen, wir fühlen uns gut mit unserem Auftritt und haben alles gegeben.“