In ihrem Werk „Fusion“ verknüpft die Künstlerin Gabriele Musebrink zwei starke Einflüsse - Afrika und Europa - miteinander
Galerie Luzia Sassen„Kunst ist Liebe“ heißt Ausstellung im Kelterhaus in Hennef-Stadt Blankenberg

Im Kelterhaus in Hennef-Stadt Blankenberg werden Arbeiten von Gabriele Musebrink gezeigt.
Copyright: Markus Peters
Kunst kann gefährlich sein. Die Pigmentreste, die Gabriele Musebrink für ihr Werk „Fusion“ in einer alten Kupferherstellungsstätte sammelte, hätten hochgiftig sein können – erst eine Untersuchung durch Experten brachte Entwarnung. Jetzt wird „Fusion“ von Luzia Sassen zusammen mit weiteren ausgewählten Arbeiten im Kelterhaus zu Blankenberg präsentiert.
Liebe ist für mich das tragende Element in allem.
„Kunst ist Liebe“ lautet der Titel der Schau. „Liebe ist für mich das tragende Element in allem“, sagt Musebrink, die in ihren Arbeiten Energie, Tiefe und Bewegung bündeln möchte. Die Galeristin kennt die Künstlerin seit mehr als zehn Jahren; es ist bereits ihre dritte gemeinsame Ausstellung.

Luzia Sassen (r.) zeigt Arbeiten der Künstlerin Gabriele Musebrink.
Copyright: Markus Peters
Musebrink versteht sich als Teil eines Prozesses, in dem alles miteinander verbunden ist: Mensch, Natur, Material. Diese Haltung spiegelt auch das 2025 entstandene „Fusion“ wider, das zwei starke Einflüsse – Afrika und Europa – miteinander verknüpft. Das Bild scheint zu glühen, durchzogen von feinen Rissen, unter denen man die Glut noch zu ahnen meint.
„Dialogue“ ist bei einer Live-Performance mit Musik entstanden
Ähnlich kraftvoll wirkt das Werk „Dialogue“, das während einer Live-Performance vor rund 70 Besucherinnen und Besuchern gemeinsam mit zwei Musikern aus Ghana entstand. Deren improvisierte Musik stellte Musebrink vor eine ungewohnte Herausforderung, denn normalerweise arbeitet sie allein im Atelier, begleitet von ruhigen Klavierklängen. „Offenheit war die Voraussetzung dafür, dass diese Kommunikation überhaupt klappt“, erinnert sich die Künstlerin.
Abgerundet wird die Schau durch die Reihe „Black and White is Colorful“, deren Titel erst während des Entstehungsprozesses entstand. Elf Arbeiten – eine Zahl, die Musebrink als mystisch empfindet – zeigen vielschichtige Farbaufträge, die durch wiederholtes Schleifen und Überarbeiten entstanden sind. Auch hier beschreibt die Künstlerin ihre Arbeit als Ergebnis einer persönlichen Auseinandersetzung mit kulturellen Begegnungen und erlebter Ablehnung – mit einem versöhnlichen Ergebnis: „Die Bilder sind farbenfroh und fröhlich. Das ist die Essenz, die geblieben ist.“

Gabriele Musebrink arbeitet in ihren Werken mit Pigmenten, Erden, Baumaterialien und natürlichen Strukturen.
Copyright: Markus Peters
Musebrink, 1955 in Essen geboren, studierte an der Folkwangschule und arbeitet seit den 1990er-Jahren freischaffend. Sie wirkt in ihrer Hofwerkstatt mit integrierter Kunstschule. Ihren Stil, den sie „Process painting of intuitive power“ nennt, verbindet Pigmente, Erden, Baumaterialien und natürliche Strukturen zu Oberflächen, die an geologische Formationen erinnern. Risse, Brüche und Schichtungen verweisen auf das Unsichtbare – auf Kräfte, die unter der Oberfläche wirken.
Die Künstlerin beschäftigt sich mit Wahrnehmung und Transformation
Aktuell arbeitet Musebrink an ihrem Langzeitprojekt „The Renewal“, das sie gemeinsam mit einer Kunsthistorikerin weiterentwickelt.
Es beschäftigt sich mit Wahrnehmung, Transformation und der Begegnung mit dem Unbekannten. „Wenn wir uns klarmachen, dass jeder durch seine eigene Brille schaut, können wir wirklich miteinander reden“, sagt sie.
Die Ausstellung „Kunst ist Liebe“ ist noch bis 17. Mai im Kelterhaus zu Blankenberg, Am Burghart 8, zu sehen. Geöffnet ist freitags bis sonntags von 13 Uhr bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung.

