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Zug in RanzelReisseler Junge zeigen Solidarität mit Verletzten des Rheidter Unglücks

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Eine bunte Truppe: Die Reisseler Mädchen gehörten eindeutig zu den Hinguckern im Ranzeler Zug.

Eine bunte Truppe: Die Reisseler Mädchen gehörten eindeutig zu den Hinguckern im Ranzeler Zug.

In Niederkassel-Ranzel ging am Dienstagnachmittag der letzte Karnevalszug im Rhein-Sieg-Kreis in der laufenden Session.

Die meisten dürfte es bei diesem Wetter nach dem Veedelszoch zum Aufwärmen in die nächstgelegene Kneipe zgezogen haben. Mancher träumte nach dem stundenlangen Feiern im Regenwetter aber wohl auch von einem Abstecher in die Sauna. Wie praktisch, dass im Ranzeler Veilchendienstagszug eine solche Sauna mitfuhr. Die vierköpfige Gruppe „Reißeler Fahrrad“ versprach den Jecken am Straßenrand: „Wir heizen euch ein“ und bereitete für sie einen „Reisseler Aufguss“ – allerdings mit undefinierbarer Duftnote.

Die Gruppe "Reißeler Fahrrad" war mit einer mobilen Sauna unterwegs.

Die Gruppe "Reißeler Fahrrad" war mit einer mobilen Sauna unterwegs.

Welche Temperatur im Saloon der Reisseler Junge herrschte, den sie seit Jahren im Zug mitfahren lassen, war nicht klar. Die wummernden Bässe, mit denen die Zuschauer am Zugweg aus der Westernkneipe heraus beschallt wurden, ließ aber vermuten, dass es im Inneren heiß herging.

Aus der Rikscha Kamelle unters Volk gebracht

Allerdings beherrschen die Reisseler Junge auch die leiseren Töne, wie an der Zugmaschine ihres Festwagens abzulesen war. „Wir sind alle Rheidter Väter“ stand da geschrieben, ein solidarischer Gruß unter Niederkasseler Karnevalisten an die Mitglieder eben jener Rheidter Väter, die beim Unglück nach dem Rheidter Sonntagszug verletzt wurden.

Die Reisseler Junge zeigten Solidarität mit den Opfern des Unglücks am Rande des Rheidter Sonntagszuges: „Wir alle sind Rheidter Väter“.

Die Reisseler Junge zeigten Solidarität mit den Opfern des Unglücks am Rande des Rheidter Sonntagszuges: „Wir alle sind Rheidter Väter“.

Für Zuschauer am Zugweg, die auch im hohen Alter noch Wind in den Haaren spüren wollen, hatte die Initiative „Radeln ohne Alter“ ein Angebot dabei. Die Ehrenamtler laden Personen, die nur noch eingeschränkt mobil sind, regelmäßig zu einer Spazierfahrt in der Rikscha ein. Von diesem Angebot machten am Dienstag die Mitarbeitenden der Niederkasseler Familien-, Paar- und Lebensberatungsstelle Gebrauch, die, bequem in der Rikscha sitzend, Kamelle unters närrische Volk warfen.

Gemeinsam unterwegs mit der Rikscha: Ehrenamtler des Projekts „Radeln ohne Alter“ und Mitarbeitende der städtischen Familien-, Paar- und Lebensbratungsstelle.

Gemeinsam unterwegs mit der Rikscha: Ehrenamtler des Projekts „Radeln ohne Alter“ und Mitarbeitende der städtischen Familien-, Paar- und Lebensbratungsstelle.

Äußerst mobil waren dagegen unter dem Motto „Elf im Elften“ die Reisseler Mädche im Zug unterwegs. Mit ihren blumigen Röcken, den petrolfarbenen Perücken und glitzerndem Makeup gehörten sie eindeutig zu den Hinguckern im Zug.