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Theaterverein Rheidt„Neurosige Zeiten“ – Neues Theaterstück vom Verein in Niederkassel-Rheidt

3 min
Das junge Ensemble des Theatervereins Rheidt hat „Neurosige Zeiten“ von Winnie Abel inszeniert.

Das junge Ensemble des Theatervereins Rheidt hat „Neurosige Zeiten“ von Winnie Abel inszeniert.

Das junge Ensemble spielt die Boulevard-Komödie von Winnie Abel um eine Psychiatrie-WG und ihre schrulligen Bewohnerinnen und Bewohner.

„Hier geht es zu wie im Irrenhaus“ – das sagt sich schnell. Für das neue Stück „Neurosige Zeiten“ des Theatervereins Rheidt ist das aber durchaus wörtlich zu nehmen. Im Mittelpunkt steht Agnes Adolon (Mariella Bilgen), eine Tochter aus gutem Haus mit einem etwas delikaten Problem.

Die rosa Plüschhandschellen, die als Requisiten zum Einsatz kommen, deuten es schon an: Die junge Frau ist in eine psychiatrische Wohngemeinschaft gezogen, um dort ihre Sexsucht in den Griff zu bekommen.

Psychiatrie-WG hat mit Stalking, Sexsucht, Sozialphobie und Putzfimmel zu kämpfen

Die erhoffte Heilung ist aber schwer gefährdet, als sich unerwartet ihre Mutter Cécile Adolon (Fee Franke) in der alten Villa ankündigt, die weder von den Problemen ihrer Tochter, noch von deren Wohnsituation etwas ahnt.

Agnes (Mariella Bilgen) geht wegen ihrer Sexsucht mit ihren rosa Plüschhandschellen in die Psychiatrie-WG.

Agnes (Mariella Bilgen) geht wegen ihrer Sexsucht mit ihren rosa Plüschhandschellen in die Psychiatrie-WG.

Die anderen Bewohner der Psychiatrie-WG sind dabei nicht gerade eine große Hilfe: Da ist Marianne (Franziska Könighorst), die leidenschaftlich den Schlagersänger Harald Hammer (Sascha Paulus) stalkt; die Sozialphobikerin Waltraud (Konstantina Grepsiou), die den Umgang mit anderen Menschen scheut und schließlich der von einem Putzfimmel geplagte Hans (Daniel Gómez Sandow).

In Krisenzeiten nicht robust und mit eigenen Geheimnissen im Gepäck

Um die Scharade vor Agnes’ Mutter aufrechtzuhalten, müssen sie alle in andere Rollen schlüpfen, wobei der von seinen Zwangsstörungen geplagte Hans als vermeintlicher Lebensgefährte von Agnes besonders gefordert ist. Hotelbesitzerin Cécile ist in Krisensituationen nicht gerade robust und hat zudem auch noch das eine oder andere eigene Geheimnis im Gepäck.

Und – zum Entsetzen ihrer Tochter – wird sie nicht die einzige ungebetene Besucherin dieser eigenwilligen Zweckgemeinschaft sein, deren medizinisches Betreuungspersonal Schritt für Schritt die Kontrolle verliert.

Die besondere Herausforderung liegt darin, die Figuren nicht ins Lächerliche zu ziehen.
Daniel Gómez Sandow, Regisseur

Autorin und Komödienspezialistin Winnie Abel weiß, wie man in dieser Inszenierung die Schlagzahl und die Pointendichte hoch hält. Und doch bewegen sich die Rheidter Mimen ein Stück auf dünnem Eis; denn Witze über Menschen mit psychischen Problemen können schnell nach hinten losgehen – ein Umstand, dem sich das Regieteam Mariella Bilgen und Daniel Gómez Sandow sehr wohl bewusst ist: „Die besondere Herausforderung liegt darin, die Figuren nicht ins Lächerliche zu ziehen“, erläutert Gómez Sandow.

Franziska Könighorst als Marianne schwärmt allzu sehr für Schlagersänger Harald Hammer.

Franziska Könighorst als Marianne schwärmt allzu sehr für Schlagersänger Harald Hammer.

Obwohl es sich um eine Boulevardkomödie handelt, soll der Witz nicht aus dem bloßen Ausstellen der speziellen Marotten der acht Charaktere entstehen: „Er entspringt vielmehr den Situationen, in die diese Menschen geraten, und den Konflikten, die daraus entstehen“, betont der Hauptdarsteller: „Wir gehen respektvoll mit dem Thema um, auch weil wir selbst Menschen kennen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.“


„Neurosige Zeiten“ wird am Samstag, 25. April und Samstag, 2.Mai (jeweils 19.30 Uhr), sowie am Sonntag 26. April und Sonntag, 3.Mai (jeweils 15.00 Uhr) in der Alfred-Delp-Realschule in Mondorf gezeigt. Karten zum Preis von 15 Euro gibt es unter der Ticket-Hotline (auch per WhatsApp): 0160/116 98 53, Eventim oder auf der Homepage www.theaterverein-rheidt.de.