Im Stadtteil Rheidt hat es am Dienstag einen Großeinsatz der Feuerwehr gegeben. Geruchsbelästigung und Rauchniederschlag in der Umgebung waren die Folge.
Warn-App Nina ausgelöstFeuer in Niederkasseler Lagerhalle – Sorge um Asbest im Brandrauch

Großbrand in Niederkassel-Rheidt: In einer Lagerhalle war zunächst ein Lkw in Brand geraten.
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In Niederkassel-Rheidt hat am Dienstagmittag (24. März) eine Lagerhalle in Flammen gestanden. Feuerwehren aus mehreren Städten des Rhein-Sieg-Kreises waren im Einsatz. Die schwierige Wasserversorgung bereitete den Einsatzkräften Probleme. Eine NINA-Warnung ging heraus, weil Asbest im Rauch nicht ausgeschlossen werden konnte. Ausgegangen war das Feuer offenbar von einem Lastwagen, der in der Halle stand.
Die Rauchwolke war weithin zu sehen, der Brandgeruch in Troisdorf wahrzunehmen
Die Lagerhalle gehört zu einem landwirtschaftlichen Hof und steht inmitten der Felder zwischen Rheidt und Stockem. Gegen 12.10 Uhr war dort an einem Unimog ein Feuer ausgebrochen. Binnen kürzester Zeit griffen die Flammen auf das in der Halle gelagerte Material über. Als die ersten Feuerwehrfahrzeuge eintrafen, schlugen bereits Flammen durch das Dach. Auch angebaute Wohngebäude waren betroffen. Die Personen, die sich dort aufhielten, konnten sich in Sicherheit bringen.
Eine riesige Rauchwolke stieg empor und zog nach Osten in Richtung Troisdorf. Auch dort war der Brandgeruch wahrzunehmen. Die Feuerwehr gab eine Warnung über die Warn-App NINA heraus: Anwohnerinnen und Anwohner sollten Türen und Fenster geschlossen halten sowie Klima- und Lüftungsanlagen ausschalten. Bald erfuhr die Feuerwehr, dass durch den Brand Asbest freigesetzt werden könnte. Entsprechend hielten sich die Feuerwehrleute außerhalb der Rauchwolke auf oder trugen FFP2-Masken. Aus Troisdorf, Bad Honnef und Königswinter wurden Messgruppen alarmiert.
Feuerwehren aus Niederkassel, Siegburg, Hennef, Troisdorf und Lohmar waren im Einsatz
Einsatzleiter Frank Härtel löste die höchste Alarmstufe aus, die gesamte Feuerwehr Niederkassels wurde zur Einsatzstelle gerufen. Jedoch konnten die Ehrenamtlichen zunächst nicht viel ausrichten: Am Brandort fehlte ein Hydrant. Härtel ließ Feuerwehr-Einheiten aus Siegburg, Troisdorf, Lohmar, Sankt Augustin, Hennef und Windeck alarmieren, um eine stabile Wasserversorgung aufzubauen. Sie stellten sich auf den umliegenden Wiesen auf.

Mit einer Drehleiter gab die Feuerwehr Wasser auf das Dach ab, um zu verhindern, dass die Flammen sich weiter ausbreiteten.
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Stadtsprecher Markus Thüren, der mit Bürgermeister Matthias Großgarten zur Einsatzstelle gekommen war, erläuterte: „Die Feuerwehr hat einen Pendelverkehr mit großen Tankfahrzeugen hergestellt, dabei haben auch Landwirte geholfen.“ Einzelne Tanklaster der Feuerwehr fassen 14.000 Liter Wasser. Die Feuerwehrleute bauten aufblasbare Becken auf, um es zu speichern.
Dort lagerten ein Benzintank mit 200 Litern, ein Dieseltank mit 1000 Litern und bei dem Wohnhaus ein Heizöltank mit 4500 Litern – zum Glück sind die nicht hochgegangen
Aufgrund der Verzögerung gab es nur phasenweise Wasser: Die Feuerwehrleute errichteten eine Riegelstellung, gaben also Wasser auf die Teile der Halle, die noch nicht brannten, um ein Übergreifen zu verhindern. Zudem löschten sie von außen in die Halle hinein. „Dort lagerten ein Benzintank mit 200 Litern, ein Dieseltank mit 1000 Litern und bei dem Wohnhaus ein Heizöltank mit 4500 Litern – zum Glück sind die nicht hochgegangen“, schilderte Einsatzleiter Frank Härtel.

Landwirte halfen bei der Wasserversorgung.
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„In der Halle stehen Fahrzeuge, Gartengeräte und alles, was man auf einem alten Bauernhof so findet. Hineingehen können wir nicht, weil die Halle einsturzgefährdet ist.“ Immer wieder fielen den Feuerwehrleuten polternd Trümmerteile vor die Füße.
Die Ursache des Feuers in Niederkassel ist noch unklar
Nach etwa anderthalb Stunden war genügend Wasser verfügbar, und die Löscharbeiten zeigten Wirkung: Der Rauch, der zuvor noch die Sonne verdeckt hatte, wurde lichter. Ein ABC-Fachberater der Feuerwehr Bad Honnef und Experten des Landesumweltamts begutachteten die Beeinträchtigungen der umliegenden Felder: Noch 100 Meter entfernt von der Halle lagen große schwarze Fragmente, die die Rauchsäule empor geschleudert hatte.
Der Einsatz zog sich bis in den Abend. Ein Baufachberater des Technischen Hilfswerks kam hinzu, um die Statik zu prüfen. Im Einsatz waren nach Angaben Thürens 116 Feuerwehrleute, 14 Polizeibeamte, sechs Angehörige des Rettungsdienstes und acht Kräfte von Hilfsorganisationen, die den Einsatzkräften Getränke brachten. Die Brandursache ist noch unklar, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
