Die 04er bezwingen ihren „Angstgegner“ zum Saisonauftakt. Neunkirchen-Seelscheid erlebt denkwürdige Mittelrheinliga-Premiere.
Fußball-MittelrheinligaSiegburg besiegt den „Merten-Fluch“

Oben auf: die Co-Trainer Kai Brech (von vorne) und Luis Spitta sowie Chefcoach Alexander Otto vom Siegburger SV 04
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Siegburger SV 04 – SSV Merten 2:0 (1:0). Im fünften Anlauf hat es geklappt. Nachdem Alexander Otto seine bisherigen Duelle mit Merten allesamt verloren hatte, durfte er am Sonntag endlich jubeln. „Unser Matchplan ist voll aufgegangen“, kommentierte der Siegburger Trainer den 2:0-Erfolg zum Auftakt in die Fußball-Mittelrheinliga-Saison. „Der Gegner hatte mehr Ballbesitz und trotzdem haben wir das Spiel über unsere Defensive kontrolliert. Eine sensationelle Truppe wie Merten muss man erst mal so gut vom eigenen Tor fernhalten.“ Sportchef Tom Caspers sprach ebenfalls von einer „taktischen Meisterleistung. Die Jungs haben unglaublich diszipliniert verteidigt und in den richtigen Momenten zugeschlagen. Das war pure Effizienz.“

Levi Dang vom Siegburger SV 04.
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Nachdem Keeper Fabio Braun die erste Mertener Großchance von Winzent Suchanek stark vereitelt hatte (35.), schlugen die 04er auf der Gegenseite eiskalt zu: Nach feiner Vorarbeit von Kelana Mahessa war Yuta Sakamaki zu Stelle – 1:0 (39.). Nach dem Wechsel drückten die Gäste zunächst auf den Ausgleich, wobei Suchanek erneut im Mittelpunkt stehen sollte. Erst scheiterte der Mertener an der Latte (52.), dann flog er auf kuriose Art und Weise vom Platz: Der kurz zuvor erst verwarnte Akteur betrat nach einer Behandlungspause ohne Erlaubnis des Referees den Rasen – und sah Gelb-Rot (61.). Kurz darauf war es Mahessa, der nach Vorlage von Levi Dang erneut eiskalt zuschlug – 2:0 (64.). Der SSV Merten gab sich auch in Unterzahl nicht geschlagen, doch Braun hielt die Null fest.
SSV: Braun – Gawenda, Lang, Camara, Jo – Suleiman, Sakamaki – Schnörpel (84. Kobayashi), Mahessa (73. Ohashi), Dang (88. Rosic) – Kuhbier (78. Ibishi).
FC Hürth – FC Hennef 05 0:0. Der Hennefer Vorsitzende Martin Gerards sprach nach dem Duell beim Aufsteiger von „zwei verschenkten Punkten. Wenn man über eine Stunde lang in Überzahl spielt, muss man auch als Sieger vom Platz gehen.“ Nachdem der Hürther Sekou-Cheick Condé wegen einer Notbremse an Matthias Wybierek vom Platz geflogen war (31.), drängten die 05er auf den Führungstreffer. Die größte Chance verbuchte Kaan Karaduman in der 84. Minute: Nach einem von Ümit Kuzu herausgeholten Foulelfmeter scheiterte der Sommerzugang an Keeper Kevin Kraus.
FCH: Hellwig – Schuh-Abranches, Tatishvili, Karaca, Daus (46. Bouakran), Pflüger (46. Karaduman) – Mahessa (46. Mohallik) – Köhl, Kuzu (85. Imping), Mowitz – Wybierek (46. Delkic).
Fortuna Köln II – FSV Neunkirchen-Seelscheid 3:2 (3:1). Den Start ins Abenteuer hatte sich der FSV anders vorgestellt: Gut zwei Minuten waren im ersten Mittelrheinliga-Spiel der Klubgeschichte erst verstrichen, als Jamal Issifou die Drittliga-Reserve in Führung brachte. Luke Eismann (24.) und Salim Hadouchi (42.) legten nach, doch die letzte Szene vor der Pause sorgte für neue Hoffnung im Neunkirchen-Seelscheider Lager: Nachdem Fortuna-Kapitän Aleksandar Georgiev wegen Handspiels auf der Torlinie „Rot“ gesehen hatte, verwandelte Nils Stephan den Strafstoß zum 1:3 (45./+3).
Es war ein bitterer Nachmittag. Wir werden unsere Lehren aus diesem Spiel ziehen
In der 58. Minute kassierte die Fortuna den nächsten Platzverweis, denn Keeper Lennart Stollenwerk räumte Tim Lorbach außerhalb des Strafraums ab. Kurz darauf war es der Gefoulte, der Stephan mustergültig in Szene setzte – 2:3 (66.). Trotz doppelter Überzahl sollte dem FSV der Ausgleich nicht mehr gelingen. „Am Ende war es ein Spiel auf ein Tor, aber der dritte Treffer wollte einfach nicht fallen“, so Gästetrainer Christoph Gerlach. Zu allem Überfluss sah Doppeltorschütze Stephan in der sechsten Minute der Nachspielzeit noch die Rote Karte wegen einer Notbremse.
So sprach der Coach von einem „bitteren Nachmittag. Wir werden unsere Lehren aus diesem Spiel ziehen – allen voran die Lehre, dass man in dieser Liga von der ersten Sekunde an hellwach sein muss.“
FSV: Stokowy – Ehses, Busch, Hermanni, Gödtner – Schulz (89. Koch), Dreilich (65. Friesen) – Lorbach (74. Tel), Krämer (65. Mpozardenis), Nils Stephan – Schneider (31. Ernst).
