Luiz Froés im Interview„Die 2. Liga sollte das Ziel der Rhein-Sieg Volleys sein“

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Luiz Froés von den RSV Much & Buisdorf

Trainer Luiz Froés hat Großes vor mit den Rhein-Sieg Volleys Much & Buisdorf.

Der neue Trainer der Rhein-Sieg Volleys Much & Buisdorf arbeitete im Ausland schon im Profibereich. Jetzt will er den Regionalligisten „flottmachen“. 

Der Volleyball-Regionalligist Rhein-Sieg Volleys Much & Buisdorf hat mit Luiz Froés einen Trainer mit internationaler Vita unter Vertrag genommen. Der 59-Jährige besitzt die brasilianisch-portugiesische Staatsbürgerschaft und hat zuletzt zehn Jahre lang in den beiden höchsten Ligen der Schweiz gearbeitet. Zuvor war er in Portugal im Einsatz gewesen. Der Coach wird am 1. August seine Arbeit im Rhein-Sieg-Kreis offiziell aufnehmen – und hat dabei offensichtlich Großes vor.


Herr Froés, herzlich willkommen im Rheinland zwischen Much und Sankt Augustin-Buisdorf. Wie ist Ihr erster Eindruck?

Luiz Froés: Ich war bislang erst zweimal vor Ort, aber die ersten Eindrücke waren sehr gut. Much war toll – ebenso wie Siegburg, wo ich wohnen werde. Viel mehr kann ich aber noch nicht berichten.

Aber mit Ihrer künftigen Mannschaft hatten Sie sicherlich schon Kontakt.

Klar. Und ich muss sagen: Ich war beeindruckt. Die Spieler haben eine sehr gute technische Qualität und auch die Einstellung stimmt. Sie sind wild entschlossen und total motiviert sich zu verbessern. Das passt, so kann ich einen guten Job machen. Erst recht, wenn wir in absehbarer Zeit in die neue Volleyball-Halle im Troisdorfer Zentrum ziehen werden (siehe Infokasten). Dort werden wir perfekte Bedingungen vorfinden. Das wird den ganzen Verein nach vorne bringen.

Sie sind ein Trainer mit internationaler Vita. Wie landet so jemand in unserer Region?

Ich habe die letzten zwei, drei Jahre nach einer neuen beruflichen Herausforderung gesucht. Nach einem Projekt, das mich langfristig bindet. Ich will bei etwas mitmachen, von dem ich überzeugt bin. Etwas, das mehr ist als die Ansammlung von Ergebnissen oder Meisterschaftsspielen. Der Ort ist für mich dabei nicht entscheidend. Wohl aber das Projekt und die Menschen. Jede Region, wo ich bisher war, hatte ihren Reiz. Es gibt immer viel zu lernen und zu besichtigen, um die neue Kultur zu verinnerlichen.

Ich hoffe, dass wir in einigen Jahren in der 2. Bundesliga spielen können.
Luiz Froés, Trainer der RSV Much & Buisdorf

Sie haben in der Schweiz sowohl in der 1. als auch in der 2. Liga trainiert. Jetzt übernehmen Sie eine junge Mannschaft in einer Spielklasse, die sich hierzulande zwei Stufen unter der 2. Liga befindet. Warum haben Sie trotzdem zugesagt?

Der Vereinsvorsitzende Frank Stommel hat mich ebenso überzeugt wie das Projekt. Die Motivation, der Ehrgeiz und die Zielvorstellung waren klar erkennbar. Ich habe schon auf allen Ebenen gearbeitet und meine Motivation ist immer dieselbe: Volleyball ist und bleibt mein Leben. Und by the way: Das Erlernen einer neuen Sprache ist immer wichtig.

Wie lautet Ihre persönliche Volleyball-Philosophie?

Das Wichtigste für mich ist, dass ich meine Spieler verstehe: als Volleyballer und als Mensch. Erst dann denke ich darüber nach, wie wir uns als Team verbessern können. Dabei sind mir engagierte Spieler sehr wichtig. Ich hoffe, dass wir in einigen Jahren in der 2. Bundesliga spielen können. Das sollte unser Ziel sein. 

Luiz Froés besitzt Vertrag bis 2026

Wie viel Zeit wollen Sie für diese Mission investieren oder anders gefragt: Wie lange läuft Ihr Vertrag?

Mein Vertrag läuft zunächst bis 2026. Mein Ziel ist es aber, mindestens fünf Jahre zu bleiben. Eine junge Mannschaft braucht normalerweise zwei, drei Jahre zur Stabilisation, so dass das Team bis 2029 ein sehr gutes Niveau erreicht haben dürfte.

Berichten Sie uns zum Abschluss noch etwas über den privaten Luiz Froés.

Ich liebe Tiere, habe einen Hund und fünf Katzen. Vielleicht kommt eine davon mit, wenn ich jetzt umziehe. Ich schaue gerne gute Filme, meditiere und treibe Sport. Drei- oder viermal pro Woche gehe ich joggen. Ich betreibe Triathlon und laufe gerne Halbmarathon. Natürlich will ich auch ein Fußballspiel auf hohem Niveau sehen, wenn ich hier wohne – und besondere Orte wie den Kölner Dom oder den Drachenfels erkunden.


RSV Much & Buisdorf beziehen neue Sporthalle

Die Firma Baucon wird in Troisdorf ein Büro- und Geschäftshaus mit angrenzender Sporthalle realisieren. Das Grundstück für dieses Projekt hat der Investor aus Köln bereits erworben. Es liegt nur einige hundert Meter von der Stadthalle entfernt, also sehr zentral.

„Das Bauprojekt ist für uns eine Herzensangelegenheit. Insbesondere weil wir mit der Sporthalle einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Volleyballsports im Rhein-Sieg Kreis leisten können“, so der geschäftsführende Gesellschafter Frank Stommel, der zugleich Vorsitzender des Regionalligisten RSV Much & Buisdorf ist. „Wenn es irgendwie geht, wollen wir in der neuen Halle in die Saison 2025/26 starten.“

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