Heute, am 12. August, sind abends gleich zwei Spektakel am Nachthimmel zu sehen: Die Perseiden und die 90-prozentige Sonnenfinsternis. Morgens gab es eine Planetenparade.
NachthimmelSternschnuppen und Sonnenfinsternis – die besten Beobachtungsorte in Rhein-Sieg

Am Mittwochabend wird eine partielle Sonnenfinsternis in der Region zu sehen sein. (Symbolbild)
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Gleich drei Höhepunkte am Himmel hat der heutige Mittwoch, 12. August, zu bieten. „Am Morgenhimmel, vor Sonnenaufgang, bieten uns Neptun, Saturn, Uranus, Mars, Merkur und Jupiter eine Planetenparade“, berichtet Rüdiger Fischer vom Köln-Bonner-Astrotreff. Von den sechs Planeten sind allerdings mit dem freien Auge nur Merkur, Mars, Jupiter und Saturn sichtbar; für Uranus braucht es ein gutes Fernglas und für Neptun bereits ein Teleskop.
Danach haben die Sternfreunde bis zum Abend Zeit, um sich auf zwei weitere Ereignisse vorzubereiten. Los geht es mit der in unseren Breiten mit 90 Prozent Bedeckung „nur“ partiellen Sonnenfinsternis.
Sternschnuppen folgen auf Sonnenfinsternis
„Um 19.18 Uhr hat der Mond den ersten Kontakt mit der Sonnenscheibe und schiebt sich immer weiter vor den leuchtenden Himmelskörper“, erläutert Fischer. „Die Sonne steht zu dieser Tageszeit mit 14,4 Grad bereits tief im Westen in Horizontnähe. Während ihrer maximalen Bedeckung durch den Mond, um 20.12 Uhr steht die Sonne nur noch 6,1 Grad über dem Horizont und man benötigt einen möglichst hohen Standort, um dieses Spektakel genießen zu können. Um 20.58 Uhr sinkt die Sonne dann unter den Horizont und das Bedeckungsende erfolgt kurz darauf, um 21.04 Uhr.“
Als guten Beobachtungspunkt empfiehlt der Hennefer Amateurastronom eine Bank mit Sicht auf den Siegburger Michelsberg, oberhalb des Abtshofs in Hennef-Geistingen oder geeignete Standorte mit guter Sicht nach Westen, wie zum Beispiel in Hennef-Rott und Söven.
Das Argelander-Institut für Astronomie in Bonn (Auf dem Hügel 71) bietet ein gemeinsames Beobachten der Sonnenfinsternis an. Mitglieder der Volkssternwarte Bonn und Forschende des Instituts sowie des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie beantworten Fragen. Bei schlechtem Wetter kann das Schauspiel im Hörsaal per Livestream beobachtet werden. Für die Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich, der Eintritt ist frei. Geöffnet ist ab 16 Uhr.
Sonnenfinsternis Drachenfelsbahn bietet Sonderfahrten an
Auch vom Michaelsberg in Siegburg selbst kann ein guter Blick nach Westen ein guter Aussichtspunkt für die Sonnenfinsternis und die anschließende Sternenschau am Nachthimmel sein.
Vom Drachenfelsplateau in Königswinter hat man am Abend der Sonnenfinsternis einen freien Blick Richtung Westen und dürfte das Schauspiel unbeeinträchtigt verfolgen können. Gegen 19.19 Uhr soll die Sonnenfinsternis beginnen, um etwa 20.13 Uhr sollen rund 88 Prozent der Sonne verdeckt sein, die um 20.57 Uhr untergeht.
Die Drachenfelsbahn hat eigens für das Ereignis Sonderfahrten angekündigt. Der reguläre Fahrplan gilt bis 19 Uhr, ab 19.30 Uhr starten im 30-Minuten-Takt Sonderfahrten. Die letzte Bergfahrt beginnt um 22 Uhr. Tickets gibt es aussschließlich online (www.drachenfelsbahn.de) und an den Automaten an den drei Stationen.
Neumond könnte Perseiden besonders sichtbar machen
Wer das Ereignis mit einer Wanderung verbinden will, der könnte auch die Ruine der Löwenburg im Siebengebirge oberhalb von Bad Honnef ansteuern. Auch von diesem 455 Meter hoch gelegenen Berg aus gibt es einen freien Blick nach Westen. Die kürzeste Wanderung (beziehungsweise die kürzeste Mountainbiketour) beginnt an der Margarethenhöhe in Königswinter, wo Parkplätze in großer Zahl zur Verfügung stehen. Autos sind im Naturschutzgebiet tabu. Für den Rückweg empfiehlt sich zudem eine Taschenlampe.
Als letztes Schauspiel tauchen die Perseiden (ein jährlicher Meteorstrom) am Nachthimmel auf. Um sie zu entdecken, blickt man nach Nordosten, in Richtung der Sternbilder Perseus und Kassiopeia, aus deren Mitte die Sternschnuppen zu entspringen scheinen. Bei den Perseiden handelt es sich um Trümmerteilchen, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner wiederkehrenden Reise durch das Sonnensystem hinterlässt.

Sternschnuppe am Himmel über der Nutscheid.
Copyright: Fischer
Jedes Jahr um den 12. August, kreuzt die Erde die Kometenbahn und lässt zahlreiche seiner Hinterlassenschaften in der Erdatmosphäre als Sternschnuppen verglühen.
Im Volksmund sind die Perseiden auch als Laurentiustränen bekannt, benannt nach dem am 10. August 258 in Rom als Märtyrer hingerichteten Heiligen Laurentius. Die Sternschnuppen sollen seine Tränen hoch am Himmel darstellen. Vermutlich durch Bahnänderungen hat sich das Perseidenmaximum heutzutage auf den 12. August verschoben.
Hierfür sollten gute Beobachtungsplätze jenseits der zunehmenden Lichtverschmutzung, fern unserer Ballungsräume, mit guter Nordostsicht aufgesucht werden. „Dieses Jahr sorgt der für diesen Zeitpunkt eher seltene Neumond bereits für deutlich mehr Dunkelheit“, verrät Fischer, „und mit etwas Glück und einem gutem Standort bei dunklem Landhimmel darf man sich bei bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde vielleicht so einiges wünschen.“
