Viele Kosten sind in diesem Jahr gestiegen. Auf den Verkauf von Weihnachtsbäumen im Rhein-Sieg-Kreis hat sich das aber nicht ausgewirkt.
Bedenken nicht bestätigtVerkäufer von Weihnachtsbäumen im Rhein-Sieg-Kreis sind zufrieden

Schauten kaum in die Röhre: Die Verkäufer von Weihnachtsbäumen sind mit der diesjährigen Saison zufrieden.
Copyright: Ralf Rohrmoser-von Glasow
Die Besucher kamen auch noch am Tag vor Heiligabend: Mit Axt und Säge rückten sie in der Schonung von Heinz-Albert und Marita Hohn in Lohmar-Höffen an und suchten sich ihren Traum-Baum aus. „Wir hatten erst Bedenken und haben uns gefragt, ob einige Menschen in diesem Jahr auf einen Baum verzichten – letztlich lief der Verkauf aber genauso gut wie in den vergangenen Jahren“, sagt Marita Hohn.
In den vergangenen Jahren hatten die Hohns Besucher nur bis zum dritten Advent in die Schonungen gelassen. In diesem Jahr schlugen sie aus Vorsicht aber weniger Bäume – und die waren zu großen Teilen abgeräumt. Der Verkauf läuft noch bis Samstagmittag, denn traditionell gibt es immer Kurzentschlossene, die an Heiligabend noch einen Baum kaufen. „Teilweise kommen noch Leute, wenn schon die Glocken läuten“, erzählt Hohn. Um 13 Uhr sei aber endgültig Schluss.
Zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft ist auch Karl-Josef Engels vom Engelshof in Niederkassel. „Wir waren wirklich angenehm überrascht“, berichtet der 57-Jährige. Er hatte befürchtet, dass die Kunden wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit in diesen Zeiten zurückhaltend sein könnten oder eher auf den günstigeren Baum beim Discounter setzen. Das habe sich aber nicht bewahrheitet: „Alles ist gleich geblieben – die Kunden haben uns die Treue gehalten.“
Bewusst keine höheren Preise bei Weihnachtsbäumen
Auf eine Erhöhung der Meterpreise hatte der Engelshof, wie auch die meisten anderen Verkäufer, bewusst verzichtet. „Gerade die Familien sind derzeit schon genug gebeutelt. Da müssen wir nicht auch noch teurer werden und haben Rücksicht genommen“, sagt Engels.
Eine besonders hohe Spendenbereitschaft hat Rolf Schmitz erlebt, der in Hennef auf 3500 Quadratmetern Nordmann-, Nobilis- und Koloradotannen sowie Blaufichten wachsen lässt. Beim Baumverkauf bietet Schmitz seit Jahren Waffeln und Glühwein gegen eine Spende an. „Die Spendenbereitschaft ist in diesem Jahr um knapp 30 Prozent gestiegen“, berichtet der Hennefer erfreut. Nach dem Weihnachtsfest werden die Spenden an die Hennefer Tafel gehen. Kurzentschlossene werden bei Rolf Schmitz an Heiligabend allerdings nicht mehr fündig: „Bei uns regnet es wie aus Kannen, deshalb haben wir uns dazu entschieden, dass für dieses Jahr Schicht ist.“
Die Zufriedenheit seiner Kolleginnen und Kollegen kann Anton Nordhorn von der Burg Niederpleis in Sankt Augustin mit Blick auf den Verkauf an Privatpersonen teilen: „Wir haben zwar im Vergleich zu den Corona-Jahren etwas weniger verkauft, sind aber auf dem Niveau des Jahres 2019 gelandet.“ Eingebrochen sei aber die Nachfrage bei Hotels, Restaurants und Firmen: „Der Absatz ist um mehr als 50 Prozent eingebrochen – das haben wir so noch nie erlebt.“ Vermutlich seien die gestiegenen laufenden Kosten der Grund: „An irgendeiner Stelle muss in diesen Zeiten eben gespart werden.“
