Abo

Anstieg um 57,2 ProzentZahl der Pflegebedürftigen im Rhein-Sieg-Kreis nimmt stark zu

2 min
Ein Pfleger hält die Hand einer Bewohnerin.

Die Zahl der Pflegebedürftigen im Kreis ist stark gestiegen.

Der Bedarf an Pflege steigt in der Region um 57,2 Prozent, berichtet die Krankenkasse IKK Classic. Der Grund ist überraschend.

Die Zahl der Pflegebedürftigen in der Region nimmt stark zu. Das geht aus Zahlen hervor, die die Krankenkasse IKK Classic unter Berufung auf Berechnungen des Statistischen Landesamtes IT NRW veröffentlicht hat.

Anstieg ließe sich durch Änderung des Pflegebedürftigkeits-Begriffs erklären

Seien in den 19 Städten und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises im Jahr 2017 noch 24 255 Menschen als pflegebedürftig registriert gewesen, so sei diese Zahl bis Dezember 2021 um 57,2 Prozent auf 38 121 gestiegen, berichtet die Krankenkasse.

Grund für den enormen Anstieg sei allerdings nicht nur der demografische Wandel, sondern auch die Tatsache, dass der Begriff der Pflegebedürftigkeit seit 2017 weiter gefasst ist.

Das habe zur Folge, dass inzwischen auch Menschen ohne Pflegestufe, allerdings mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz als pflegebedürftig eingestuft würden, teilte IKK-Sprecher Michael Lobscheid mit.

Erstmals erfasst Statistik auch Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1

Außerdem würden seit dem Jahr 2019 erstmals, wenn auch nicht vollständig, auch Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1 von der Statistik erfasst, die ausschließlich Leistungen zur Unterstützung in ihrem Alltag erhielten.

Hierdurch sei die Zahl der Pflegebedürftigen mit dem Pflegegrad 1 im Rhein-Sieg-Kreis von 2017 bis 2021 besonders stark gestiegen von 147 auf 3492.

Deutliche Steigerungen habe es in der Region auch bei den weiteren Pflegegraden gegeben. So stieg die Zahl der Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 2 um 42,1 Prozent von 10 689 auf 15 198, beim Pflegegrad 3 stieg die Zahl um 61,2 Prozent auf 12 048, beim Pflegegrad 4 um 26,9 Prozent auf 5259 und beim Pflegegrad 5 um 19,1 Prozent auf 2118.