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Aktion in Sankt AugustinFahrradcodierung soll Diebe abschrecken

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Mit einem den Rahmen schonenden Verfahren wird der EIN-Code aufgebracht. 

Sankt Augustin – Frank und Gudrun Burkhardt schnappten sich am Samstag das neue Fahrrad ihrer Enkelin Melina und fuhren damit nach Sankt Augustin. Dort, auf dem Parkplatz des Geschäfts Fahrrad Feld, werden von März bis Oktober an jedem zweiten Samstag des Monats Räder codiert. Die Polizei empfiehlt das und viele Fahrradhändler geben einen Rabatt, wenn der kleine Aufkleber am Rahmen angebracht ist. „Wenn schon, denn schon, wir wollten es richtig machen“, sagte Frank Burkhardt zum schnellen Entschluss. Seine Frau ergänzte: „Ein Diebstahl passiert schnell. So steigt jedenfalls die Chance, das Rad schneller wiederzufinden.“

Die Polizei war neben dem Codier-Zelt mit einen kleinen Info-Stand unter dem Motto „Räder richtig sichern“ vertreten. „Das fängt beim Fahrradschloss an“, unterstrich Hauptkommissar Guido Tepper. „Es gibt immer noch Leute, die kaufen im Fachgeschäft für 3000 Euro ein Pedelec und dazu beim Discounter für acht Euro ein Kettenschloss, das alles andere als eine Sicherung ist.“

Zur Abschreckung zeigten er und der technische Fachberater Dieter Hastrich Falsch-Richtig-Beispiele: Auf der einen Seite das „Panzerkabel“, in dem sich unter einer dicken Plastikschicht ein dünner Blechschlauch und darin wiederum ein Fünf-Millimeter-Drahtseil verbergen. Hastrich: „Das knipst ein kleiner Bolzenschneider durch.“ Tepper hält ein stabiles Faltschloss – Preis zwischen 70 und 90 Euro – dagegen: „Da müssen Diebe mit schwerem Gerät anrücken.“

Fahrradcodierung schreckt Diebe ab

Kai Erne aus Refrath, der sich mit der Fahrradcodierung einen kleinen Nebenerwerb aufgebaut hat, weist die Kunden immer wieder darauf hin, dass der Code einen ausreichenden Versicherungsschutz nicht ersetze. „Er kann den Diebstahl nicht verhindern, aber er schreckt ab“, sagte Erne, der im Gegensatz zu den letzten Malen diesmal mit dem Zuspruch „mehr als zufrieden“ war.

Schlangen bildeten sich vor seinem Stand. Während sein Team den Prozess routiniert abwickelte, begann Erne mit dem Ausfüllen einer Erhebungserklärung und anschließend dem Generieren der Eigentümer-Identifizierungsnummer. Mit einer speziellen Markierpistole wurde sodann an Ort und Stelle und ohne Beschädigung des Rahmens der Code elektromagnetisch auf den Aufkleber geschrieben.

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Die Karlsruherin Marie Thederan hatte sich gerade ein neues Rad gekauft und ließ es gleich markieren. Der Sankt Augustiner Matthias Hoffmeister berichtete: „Ich habe mein Rad versichert, aber der Code ist es wert, ein paar Euro dafür auszugeben.“ 19,95 Euro kostete das Procedere, für Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs nur 14,95 Euro.

Claus Redmann war extra aus Bornheim gekommen. Er schwöre „auf Komplettschutz“, sagte er, schließe das Rad immer im Keller ein, bringe das Faltschloss „auch für fünf Minuten an“ und lasse sich nun eben auch noch das „Fahrradpickerl“ aufkleben. Dem Polizei-Duo Hastrich und Tepper wird das gefallen haben.