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2 Söhne, 6 EnkelSankt Augustiner treffen sich auf Kirmes – und feiern heute Diamanthochzeit

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Irma (l.) und Hermann (r.) Neumann halten sich im Arm und blicken in die Kamera.

Die Eheleute Neumann haben sich vor über sechzig Jahren im thüringischen Meiningen auf einer Kirmes kennengelernt.

Irma und Hermann Neumann feiern ihre Diamanthochzeit in Sankt Augustin. Die Beiden kamen 1996 aus der DDR.

Auf der Kirmes lernten sich Irma und Hermann Neumann in Meiningen bei Eisenach kennen. Sie war damals 15 Jahre alt, ihr späterer Ehemann 18 Jahre. Und wie das Leben so spielt: Eine Woche später trafen sich beide zufällig in der Stadt wieder.

Man kam ins Gespräch und Hermann Neumann brachte seine Irma auch nach Hause. Die nächste Verabredung war dann ein Kinobesuch. Am 6. April 1963 ging es aufs Standesamt. 60 Jahre später feiert das Ehepaar nun Diamanthochzeit.

Alte Fotografie der Eheleute am Tag ihrer Hochzeit.

Am 6. April 1963 ging es aufs Standesamt.

Auch in der DDR war es schwer, eine Wohnung zu bekommen. Für ein verheiratetes Paar gab es jedoch eher Möglichkeiten. Und schon bald stand eine kleine Wohnung bereit, in die beide mit ihrem Sohn ziehen konnten.

Nachwuchs in der Kinderkrippe: Irma und ihr Ehemann waren beide berufstätig

Der Nachwuchs war in der Kinderkrippe, während Irma Neumann als Industrieuhrmacherin und ihr Ehemann als Bautischler arbeiteten. „Damals haben wir im Osten die Uhren für Neckermann im Westen hergestellt“, erinnert sich die Jubilarin an ihre Tätigkeit in der Fabrik. 1976 gab es dann eine größere Wohnung „im Plattenbau in Bad Salzungen“.

Eigentlich wollte das Ehepaar gerne noch ein zweites Kind. „Aber die Ärzte meinten, das ginge nicht mehr“, so Irma Neumann. Sie täuschten sich, 1976 kam der zweite Sohn der Neumanns zur Welt. Zum staatlich geregelten Alltag in der DDR gehörte auch, dass die Firmen im Sommer Betriebsferien hatten.

Da die Termine nie gleichzeitig waren, konnten wir nicht zusammen in den Urlaub fahren.
Eheleute Neumann über Betriebsferien

Aber: „Da die Termine nie gleichzeitig waren, konnten wir nicht zusammen in den Urlaub fahren“, erinnern beide sich. Aus finanziellen Gründen waren auch kurze Ausflüge ins sozialistische Ausland nicht möglich.

Nach der Wende endlich die Chance zum Reisen

Nach der Wende verloren beide ihre Arbeit. „Unsere Kinder sind dann weggezogen und wir sind 1996 nach Lippstadt nachgezogen“, so Hermann Neumann. Und dann konnten sie endlich gemeinsame Urlaube in der Türkei, in Schweden und Kroatien machen. Auch Schiffsreisen auf Donau und Rhein gehörten dazu.

Heute hat das Ehepaar sechs Enkel, die sie sehr gerne besuchen. Ein Sohn wohnt in Holzlar mit seiner Familie, deshalb zogen sie in seine Nähe nach Sankt Augustin. In ihrer Freizeit gehen beide gerne ausgiebig spazieren und auch mal auswärts essen. Einmal im Jahr steht ein Besuch bei den Freunden in der früheren Heimat in Meiningen auf dem Programm.