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Vor GerichtEifersüchtiger Ex-Mann setzt Auto von Sankt Augustiner Feuerwehrmann in Brand

Lesezeit 2 Minuten
Amtsgericht Siegburg

Um Brandstiftung aus Eifersucht ging es vor dem Amtsgericht Siegburg. Opfer war ein Feuerwehrmann.

Ausgerechnet das hochwertige Auto eines Feuerwehrmannes zündete ein 40-Jähriger aus Sankt Augustin an. Grund war seine Eifersucht.

Einst wähnte sich der 40-Jährige im Glück. Er hatte einen guten Job als Kfz-Mechaniker, ein Auto und eine schöne Frau, die er allerdings auf Schritt und Tritt kontrollierte. Als die 36-Jährige ausbrach aus ihrem Ehegefängnis, drehte der Sankt Augustiner durch. Der 40-Jährige zündete den teuren SUV des Nebenbuhlers an. Der engagiert sich ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr.   

Vor Gericht sahen sich die Männer wieder. An dem Tatabend im Juni 2022 war der Feuerwehrmann zu Hause, als er plötzlich Sirenen hörte, sah beim Blick aus dem Fenster seinen am Straßenrand parkenden, lichterloh brennenden Pkw.

Zeugin beobachtete den 40-Jährigen bei der Brandlegung

Eine Zeugin hatte den Angeklagten bei der Brandlegung beobachtet, gab eine so gute Personenbeschreibung ab, dass die Polizei den Tatverdächtigen kurze Zeit später in der Nähe festnehmen konnte. An dem Wagen entstand ein Schaden von rund 23.500 Euro. Die Zeugin, eine 30-Jährige Grundschullehrerin, erkannte den Angeklagten im Gericht wieder: „Ja, er ist es. Ich bin ganz sicher.“

Vor dem Amtsgericht äußerte sich der 40-Jährige nur unzusammenhängend, an den Tatabend könne er sich nicht erinnern. Sehr wohl aber, dass er seine Gattin, die zu einer Freundin gezogen war und einen Job gefunden hatte, schon in den Monaten zuvor mit Anrufen und Nachrichten überhäufte. Als Belästigung sah er das nicht: „Wir sind doch verheiratet.“   

Ich habe alles verloren, Arbeitsstelle, Auto, Führerschein, Frau
Angeklagter Sankt Augustiner vor dem Siegburger Amtsgericht

Bei seinen Schilderungen im Gerichtssaal schwang Selbstmitleid mit. Er habe in wenigen Wochen alles verloren, „Arbeitsstelle, Auto, Führerschein, Frau“. Der 40-Jährige, der zweimal nicht zum Prozesstermin erschienen war, wurde aus der Untersuchungshaft vorgeführt, er wirkte heruntergekommen.

Fotos aus seiner Wohnung zeigten großes Durcheinander und viele leere Flaschen. Ein Alkoholproblem habe er bis zu ihrem Auszug nicht gehabt, versicherte die Frau im Zeugenstand. Der Feuerwehrmann schilderte den sichtbaren Niedergang des Mannes, dem er häufiger auf der Straße begegnete.

Wovon der Angeklagte derzeit lebt, blieb unklar. Er beziehe keine öffentliche Unterstützung, sagte der 40-Jährige. Laut der Behörden wolle er sich nicht helfen lassen; die Ehe besteht noch, weil er nicht in die Scheidung einwillige und sich dem Verfahren verweigere, sagte die Frau.

Richter Herbert Prümper verurteilte den bislang nicht vorbestraften Angeklagten zu einem Jahr Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Die Belästigungen hätten seit der Brandstiftung und der Festnahme aufgehört, die Frau und der Feuerwehrmann seien kein Paar mehr. Die Vollkaskoversicherung hat den Schaden am Auto beglichen. Eine Gefahr stelle der 40-Jährige nur für sich selbst dar, resümierte der Richter: „Und das ist nicht strafbar“.   

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