Auf dem Gelände der Steyler Missionare in Sankt Augustin entsteht bis 2028 eine neue Feuerwehrtechnische Zentrale. Jetzt war offizieller Spatenstich.
Spatenstich in Sankt AugustinFeuerwehrneubau entsteht hinter dem Hangelarer Freibad

Die Mitarbeiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale und Bürgermeister Max Leitterstorf (in orange) beim Spatenstich.
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In Sankt Augustin haben die Arbeiten für den Bau der neuen Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) begonnen. Sie ist notwendig, damit die Freiwillige Feuerwehr nicht zu einer hauptamtlichen umstrukturiert werden muss. 2028 soll der Bau fertig sein.
Die FTZ ist nicht zu verwechseln mit dem Gefahrenabwehrzentrum, das in Buisdorf gebaut werden soll. Es handelt sich dort um eine Ausgliederung des Kreisfeuerwehrhauses mit einem Trainingsgelände für Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreisgebiet. Die FTZ ist dagegen das Hauptquartier der Sankt Augustiner Feuerwehr. Der alte Standort in Mülldorf ist jedoch zu klein geworden und entspricht nicht mehr den Anforderungen. Deswegen soll auf dem Gelände der Steyler Missionare hinter dem Freibad eine neue Zentrale entstehen.
„Wir haben nach einem geeigneten Standort gesucht, um jeden Ort in der Stadt innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen acht Minuten erreichen zu können“, sagte Bürgermeister Max Leitterstorf beim symbolischen Spatenstich auf dem Gelände. Mit 55.000 Einwohnerinnen und Einwohnern müsste Sankt Augustin eigentlich eine hauptamtliche Feuerwehr haben, so wie Troisdorf und Siegburg. Eine kleine Gruppe von Berufsfeuerwehrleuten erledigt dort kleinere Einsätze selbst, bei größeren Lagen werden die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer alarmiert. Der Knackpunkt: Eine hauptamtliche Wache ist Tag und Nacht besetzt – und das kostet.

So soll die neue Feuerwehrtechnische Zentrale in Sankt Augustin aussehen.
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130 Jugendliche engagieren sich in der Sankt Augustiner Feuerwehr
„Wir haben eine Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung erhalten, um eine Freiwillige Feuerwehr erhalten zu können – als einzige Stadt dieser Größe in Deutschland“, unterstrich Leitterstorf. „Wir haben trotzdem eine leistungsfähige Feuerwehr, vor allem wegen der 270 Aktiven und 130 Jugendlichen. Darauf sind wir total stolz, denn sie erfüllen mit großer Motivation das gesamte Spektrum, das eine Feuerwehr in einer Stadt dieser Größe leisten muss.“ Doch die Anforderungen an Technik, Ausrüstung und Organisation stiegen von Jahr zu Jahr.
In der FTZ sollen Fahrzeuge und Ausrüstung gewartet und repariert werden, Uniformen gereinigt. Das sind ohnehin kommunale Aufgaben. Die Nachwuchsarbeit und Brandschutzauflagen werden hier geplant, Verwaltungsaufgaben umgesetzt, auch der Tagesalarm soll von hier ausrücken. „Das sind Feuerwehrleute, die in Sankt Augustin arbeiten. Sie rücken unter der Woche tagsüber zu Einsätzen aus, wenn aufgrund beruflicher Verpflichtungen weniger Kräfte zur Verfügung stehen. Nachts und am Wochenende sind genügend Ehrenamtliche zu Hause“, erklärte Herbert Maur, Leiter der Feuerwehr und der FTZ. „Hier arbeiten zwölf Leute, die für die Stadt im Bereich Brandschutz oder Fahrzeugwartung tätig sind. Alle sind auch bei der Feuerwehr und können bei Einsätzen ausrücken.“
Jährlich bis zu 900 Einsätze in Sankt Augustin
Zusätzlich sollen drei Fahrzeuge hier stationiert werden: Ein Löschfahrzeug, der Logistik-Gerätewagen und ein Anhänger mit einem Teleskoplader. Sie parken derzeit in Mülldorf auf freier Fläche, weil es dort keine Fahrzeughalle gibt. Auch eine Werkstatt fehlt. „Platz ist in den fünf Hallen auch noch für eine Waschanlage und ein Kfz-Lager. Die Drehleitern bleiben aber in Mülldorf und Menden“, schildert Maur. Jedes Jahr habe die Feuerwehr zwischen 700 und 900 Einsätze. „Das ist eine ganze Menge. Dazwischen die Wartung der Geräte zu machen, ist ohne feste Kräfte nicht zu leisten“, sagte er.
Die FTZ ermögliche der Stadt eine immense Ersparnis von mehreren Millionen Euro im Jahr gegenüber dem Betrieb einer hauptamtlichen Wache, sagte Leitterstorf. Alle Ratsparteien hätten dem Konzept und dem Bau der FTZ zugestimmt. „Wir sparen nicht an der Sicherheit, sondern investieren an der richtigen Stelle, um an der richtigen Stelle sparen zu können“, betonte er. Die Feuerwehr bringe ihre Expertise und Bedürfnisse in die Planung ein. Die Baukosten belaufen sich auf rund neun Millionen Euro, fertig sein solle der Neubau im Jahr 2028.
