Die biblische Geschichte einmal aus ganz anderer Perspektive. Improvisation war gefragt.
Ausstellung in der Kirche Sankt AnnaLegosteine in Hangelar zeigen das Leben von Maria

Ganz nah Anschauen erwünscht: Kindergartenkinder an der Station der Ausstellung, die Pfingsten darstellt.
Copyright: Stefan Villinger
Lagerfeuerflammen als biblische Feuerzungen. Das entdeckt man bei der Ausstellung „Mit Maria“ unterwegs, die zurzeit in der Pfarrkirche St. Anna in Hangelar gezeigt wird. Organisiert wird sie vom Netzwerk Katholisches Familienzentrum Sankt Augustin und der katholischen Bücherei Sankt Anna. In acht fantasievollen Stationen wird das Leben von Maria gezeigt. Erstellt wurde die ungewöhnliche Ausstellung aus bunten Legosteinen.
Und da durfte auch improvisiert werden. Laut der Apostelgeschichte in der Bibel versammelten sich die Jünger Jesu 50 Tage nach seinem Tod in Jerusalem. Plötzlich kam ein Brausen vom Himmel und „Feuerzungen“ ließen sich auf sie nieder. Als Pfingstfest ist diese Begebenheit bekannt. Doch wie stellt man das so dar, dass Kinder es verstehen? Und da kam die Idee mit den Lego-Feuerzungen, die den Figuren bei der Station „Maria erlebt Pfingsten“ einfach auf den Kopf gesteckt wurden.
In der Pfarrkirche St. Anna in Sankt Augustin-Hangelar werden biblische Szenen unkompliziert erklärt
Pastoralreferentin Daniela Ballhaus hatten während ihrer Zeit in Troisdorf mit einer aus Legosteinen erstellten Krippe bemerkt, dass Kinder einen Bezug dazu bekommen, weil sie das Material aus ihrem täglichen Leben kennen. „Damit wurde die Krippe etwas zum An- und Erfassen.“ Als sie durch Zufall erfuhr, dass im Erzbistum Paderborn acht Stationen aus dem Leben von Maria in Lego abgebildet wurden, bemühte Ballhaus sich, die Ausstellung nach Hangelar zu holen.

Lagerfeuerflammen als biblische Feuerzungen sind in der Ausstellung zu sehen.
Copyright: Ballhaus
Seit dem 2. Juni steht sie dort in der Kirche und ist gut besucht. Anfassen darf man die Stationen aber nicht. Es stehen jedoch große Legokisten bereit, die Kinder dürfen dort selber kreativ werden. Der Kindergarten St. Martinus aus Niederpleis hat sie zur Verfügung gestellt. Neun katholische Kita gibt es im Seelsorgebereich. Ein Besuch der Ausstellung steht bei allen auf dem Programm.Und nicht nur das. Auch andere Kindergärten und Gruppen haben sich schon angemeldet. Und auch die Gäste des Seniorencafés im Pfarrheim nebenan wollen sich diese Attraktion nicht entgehen lassen.
Ursula Klein, Leiterin des Familienzentrums St. Anna, findet diesen Ansatz, den Kindern biblische Inhalt zu erklären, ungewöhnlich aber gut. Unkompliziert könnten Fragen zu den dargestellten Situationen gestellt werden, die dann erklärt werden. So ist Jesus an Station vier beim Besuch des Passfestes in Jerusalem plötzlich verschwunden. Seine Eltern, Maria und Josef, machen sich große Sorgen deswegen. Sie fanden ihr Kind später mitten unter Gelehrten im Tempel.

Die Legoausstellung zum Leben von Maria wird in der Kirche Sankt Anna in Hangelar gezeigt.
Copyright: Stefan Villinger
Die Ausstellung in der Kirche Sankt Anna in Sankt Augustin-Hangelar in der Kölnstraße/Franz-Jacobi-Straße 1 ist noch bis Sonntag, 14 Juni geöffnet. Immer montags bis freitags von 11 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr. Am Donnerstag, 11. Juni, gibt es um 16:30 Uhr eine offene Familienführung mit Kreativworkshops; am Freitag, 12. Juni, 18 Uhr liest Georg Schwikart Texte zu „Maria aus ökumenischer und biblischer Perspektive“ mit Musik von Monika Schulten. Führungen für Kita-Gruppen, Schulklassen und andere Interessierte sind möglich. Anfragen und Anmeldung per E-Mail bei Pastoralreferentin Daniela Ballhaus: daniela.ballhaus@erzbistum-koeln.de
