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Lokales MarketingSiegburg sucht die „Super-App“

3 min
Im Siegburger Rathaus (Foto) wurde beschlossen, eine neue App für die Stadt einzuführen.

Im Siegburger Rathaus (Foto) wurde beschlossen, eine neue App für die Stadt einzuführen.

Nach dem Ende der bisherigen „CityKeyApp“ setzt die Stadt Siegburg auf eine Lösung aus dem westfälischen Ahaus.

Siegburgerinnen und Siegburger, die technikaffin und heimatverbunden zugleich sind, können sich auf den Oktober freuen. Denn dann, das hofft jedenfalls der zuständige Dezernent Bernd Lehmann, geht eine neue Siegburg-„SuperApp“ an den Start. Die wirkt zwar auf den ersten Blick nicht so viel anders als die bisherige „CityKeyApp“, sie scheint unglaublich viele Möglichkeiten zu bieten. Die Macher der Super-App, die viele einzelne Apps integrieren kann, sitzen bei der Technik-Firma Tobit in der „Digitalstadt Ahaus“. In der jüngsten Sitzung des städtischen Digital-Ausschusses gaben sie einen Einblick in die Chancen ihrer Technik.

Ein paar Beispiele: Eine Hightech-Beachbar gegen den Arbeitskräftemangel in der Gastronomie: Die Gäste bestellen im Ahauser „Bamboo!“ digital am Tisch und bezahlen auch gleich, und das Personal bringt nur noch die Drinks. Das Prinzip kennt man zwar schon von dem einen oder anderen Fastfood-Anbieter, aber das Flair in einer Beachbar ist natürlich ein anderes als bei einem Buletten-Bräter. Oder ein Spielgeräteverleih-Schrank im Park; ein digitaler 24/7-Supermarkt und und und...

Damit wird bei uns in Ahaus eine Million Euro an die Stadt gebunden. Die Händler lieben das!
Dieter van Acken

Firmen-Vertreter Dieter van Acken hatte eine ganze Reihe von interessanten Beispielen für konsumierende Söhne und Töchter der Stadt dabei, aber er hatte auch die Interessen der Stadtmütter und -väter im Blick (Beschwerde-App, Erinnerung an die Müllabfuhr …) und natürlich die der lokalen Wirtschaft – von den Hotels, in denen man digital eincheckt, bis hin zu lokalen Gutscheinsystemen zur Kundenbindung.

Auch die lokale Gastronomie soll von der neuen Super-App profitieren.

Auch die lokale Gastronomie soll von der neuen Super-App profitieren.

„Damit wird bei uns in Ahaus eine Million Euro an die Stadt gebunden“, pries van Acken die Gutscheine. „Die Händler lieben das!“ Und wo er schon einmal beim Anpreisen war, erwähnte er auch, dass Digitalminister Karsten Wildberger neulich zu Besuch war und am Ende für die digitalen Angebote des Bundes bekannt habe: „Wir wollen so attraktiv werden wie Ahaus.“ Dieter van Acken: „Das hört sich cool an, ist aber so.“

CDU und SPD stellen im Digitalausschuss skeptische Nachfragen

Den Lobpreisungen zum Trotz stellten sowohl Ausschussvorsitzender Michael Korsmeier (SPD) als auch CDI-Fraktionsvize Jürgen Peter skeptische Nachfragen. Peter beklagte, dass es die Siegburger bisher nicht geschafft hätten, mit ihren Gutscheinen beim Umsatz die Fünfstelligkeit zu verlassen. Er räumte aber ein: „Das liegt aber auch daran, dass wir innerhalb des Einzelhandels eine relativ geringe Akzeptanz haben.“

Der Screenshot zeigt die bisherige App.

Digitale Zukunft: Die Firma Tobit aus Ahaus übernimmt die Siegburg-App, weil die Telekom laut Stadt die bisherige "CityKeyApp" abgekündigt hat. Der Screenshot zeigt die bisherige App.

Dezernent Lehmann präzisierte die „Fünfstelligkeit“: Mit den Einkaufsgutscheinen seien seit der Einführung vor drei Jahren insgesamt 250.000 Euro umgesetzt worden, das aber immerhin „mit deutlich steigender Tendenz“, und vor einigen Wochen habe die Verwaltung auch hausintern bei dem Thema nachjustiert.

Lehmann kündigte weiter an, dass die App im Laufe des Oktobers „live gehen“ solle. „Und dann wird sie sukzessive weiter wachsen mit all den Ideen, die wir noch  austauschen werden.“ Die Kosten, fügte er auf Nachfrage aus der CDU hinzu, würden nicht höher liegen als bei der bisherigen City-App.

Im Juli hatte die Stadtverwaltung den Digitalausschuss darüber informiert, dass die T-Systems International GmbH die „Zusammenarbeit im Zusammenhang mit der Citykey-App zum 30. September 2026 beenden“ werde. Jetzt setzt die Stadt stattdessen auf die westfälische Firma Tobit, mit der sie seit Jahren in Hinblick auf den digitalen Siegburg-Gutschein zusammenarbeitet.