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Querfeldein in MuchIn der solidarischen Landwirtschaft gelingt nicht alles

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Gemüse geht nicht in Much? Die Erntekisten der Solawi beweisen das Gegenteil. 

Much – Haben Sie Geschwister? In unserer Großfamilie ging es, ehrlich gesagt, nur ab und an harmonisch zu. Ganz anders auf dem „Drei-Schwestern-Beet“, wo sich Pflanzen beim Wachsen helfen: Der Mais, schon fast mannshoch, stützt die Bohnenranken, und unten hilft der Kürbis mit seinen großen Blättern, den Boden des Lasagnebeets feucht zu halten.

Das Experiment scheint zu gelingen. Doch nicht alles klappt bei der Solawi, die neuerdings in Much-Esinghausen Gemüse zieht: Bio, regional, bodenschonend, ohne Kunstdünger und lange Transportwege.

Ich begleite die genossenschaftlich organisierte Bürger-Gruppe seit einigen Monaten journalistisch. Und gehöre auch selbst zu den Ernteteilern. Gärtnerin Amayi mit halber Stelle bringt die meiste Expertise mit, von uns Laien fuchsen sich einige ein, andere packen mit an – jeder kann, keiner muss. Fast alles funktioniert, den Unkenrufen der Landwirte zum Trotz: „Gemüse wächst nicht in Much.“

Die Erntekisten sind freitags voll. Zum Glück, das darf ich hier sagen, klappt einiges nicht. Als Berichterstatterin finde ich Fehlschläge interessant – „bad news are good news“. Daraus kann man ja auch lernen.

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Was aber meint mein Gaumen zu strakeligem Brokkoli? Manchmal muss der Genussmensch Opfer bringen. Schon zweimal bildete das Grüngemüse zwar kleine, hübsche Röschen, aber keinen dichten Kopf. Nun soll Charge Nummer drei erstens mehr gewässert und zweitens früher abgeschnitten werden. Wir sind gespannt.

Kampf gegen Mehltau mit Essigwasser

Freitags die Pflanzen vom Feld zu holen, das macht, zugegeben, ein bisschen mehr Spaß, als Öko-konform den Mehltau mit Essigwasser zu bekämpfen und die Blattläuse an den Obstbäumen mit Seifenlauge. Mehr Spaß, als reifen Schafsmist (als Dünger) in Pflanzlöcher zu bröseln oder Schnecken per Hand abzusammeln – und ganz weit weg zu bringen.

Auch hier läuft ein Solawi-Experiment mit Unterstützung aus der Natur: Mal schauen, ob die Ringe aus Schafswolle die schleimigen Kriechtiere abschrecken.