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Prozess in SiegburgAngeklagter lügt bei Polizei aus Angst vor Vater

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Amtsgericht Siegburg

Amtsgericht Siegburg 

Siegburg – Der Bammel vor dem Vater brachte einen Lehrling auf die Anklagebank. Der 19-Jährige hatte aus Unachtsamkeit eine Beule ins Auto gefahren, bei der Polizei aber Anzeige gegen Unbekannt erstattet: Ein anderer habe den Schaden verursacht und sei vom Unfallort beflüchtet. Juristisch heißt das Vortäuschen einer Straftat – und wird üblicherweise mit einer Geldstrafe in Höhe eines Monatsgehalts geahndet.

Freunde rieten Angeklagtem zu Lüge

Der junge Mann hatte schon auf der Wache seine Mogelei eingestanden. „Der Polizist hat wohl bemerkt, wie nervös ich war, und fragte immer wieder nach“, schilderte der Angeklagte vor dem Jugendrichter. Als der Beamte ankündigte, die Spuren mittels eines Klebebandes aufzunehmen und im Labor untersuchen zu lassen, knickte der Fahranfänger ein.

An der Straftat waren die Freunde des Angeklagten nicht unbeteiligt: Sie waren dabei, als an dem Abend im September 2018 der nicht durch eine Handbremse gesicherte Pkw gegen einen Findling rollte, und rieten zur Täuschung. „Eine richtig dumme Idee“, sagte der 19-Jährige, der danach Mutter und Großmutter ebenfalls einweihte.

Völlig umsonst gelogen

Letztlich wäre dem Vater die kleine Macke wohl gar nicht aufgefallen. Und vollends überflüssig wurde die Mogelei fünf Tage später: Der 19-Jährige fuhr im Stau auf einen anderen Wagen auf. Die große Beule überdeckte den Lackkratzer. An dem vorderen Fahrzeug mit Anhängerkupplung war kein Schaden zu sehen. Die drei Insassen klagten allerdings über Schmerzen in der Halswirbelsäule.

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Daher war der 19-Jährige nun auch wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage von 600 Euro eingestellt (etwas weniger als sein Monatsgehalt von 760 Euro), zahlbar an ein gewaltpräventives Projekt an der Hauptschule Troisdorf.

Mit dem Vater, Halter des Fahrzeugs, ist die Sache mittlerweile geklärt. Gut für beide Seiten: Der Sohn, der zweimal durchs Abitur gerasselt war – laut Jugendgerichtshilfe wegen übergroßer Prüfungsangst –, macht mittlerweile eine Lehre im Familienbetrieb.