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Lebensgefahr nicht auszuschließen
Frau in Siegburg durch Verpuffung schwer verletzt

2 min
Bei Tageslicht sind die Zerstörungen durch die Verpuffung deutlich zu sehen,Fensterrahmen sind ebenso herausgebrochen wie Teile des Wärmeverbundsystems vor der Fassade.

Bei Tageslicht sind die Zerstörungen durch die Verpuffung deutlich zu sehen, Fensterrahmen sind ebenso herausgebrochen wie Teile des Wärmeverbundsystems vor der Fassade.

Das Gebäude wurde massiv beschädigt und musste abgestützt werden. Eine Lack-Spraydose war beim Sturz auf einen Kerzenhalter aufgerissen.

Im Siegburger Stadtteil Zange hat es am Freitagabend (16. Januar) eine Verpuffung in einem Mehrfamilienhaus gegeben. Eine 41 Jahre alte Frau und ihr fünf Monate altes Baby wurden dabei verletzt. Das Gebäude wurde massiv beschädigt und musste abgestützt werden. Die Siegburger Feuerwehr, der Rettungsdienst und die Kriminalpolizei waren ebenso im Einsatz wie das Technische Hilfswerk, das Baustützen einsetzte.

Um 21.15 wurde die Feuerwehr Siegburg alarmiert, von einer möglichen Detonation an der Ludwigstraße in Zange war die Rede. In einer Wohnung im zweiten Obergeschoss war es offensichtlich, so der Leiter der Siegburger Feuerwehr, Daniel Winterscheidt, zu einer Verpuffung gekommen.

Die Fensterfront und Teile der Wärmedämmung flogen aus der Hauswand

Nach Erkenntnissen der Polizei ist eine Buntlack-Spraydose von einem Regal auf einen Kerzenständer mit einer brennenden Kerze gestürzt. Der Blechbehälter wurde aufgerissen und es kam zu der Verpuffung mit den schweren Folgen. Die dadurch entstandene Druckwelle war so gewaltig, dass die Fensterfront auf der Rückseite des Gebäudes aus der Wand flog, ebenso wie  Teile der Hauswanddämmung. Trümmer landeten auf einem Nachbargrundstück.

Die 41 Jahre alte Frau wurde schwer verletzt in eine Klinik nach Köln-Merheim gebracht.

Die 41 Jahre alte Frau wurde schwer verletzt in eine Klinik nach Köln-Merheim gebracht.

Die 41 Jahre alte Bewohnerin erlitt durch die Verpuffung erhebliche Verbrennungen, vor allem im Gesicht. Sie wurde schwer verletzt mit einem Rettungswagen in eine Klinik nach Köln-Merheim gefahren. Lebensgefahr ist aufgrund der großflächig geschädigten Hautpartien nach Angaben der Polizei nicht auszuschließen. Ihr Baby, das sich ebenfalls in dem rund 20 Quadratmeter großen Appartement aufhielt, war der Druckwelle wohl nicht ausgesetzt, wurde aber vorsorglich in die Kinderklinik gebracht. Es konnte noch in der Nacht entlassen und seinem Vater übergeben werden.

In einer Wohnung im zweiten Obergeschoss kam es aus noch ungeklärter Ursache zu einer Verpuffung. Eine starke Druckwelle drückte Gebäudeteile aus der Hauswand.

In einer Wohnung im zweiten Obergeschoss kam es aus noch ungeklärter Ursache zu einer Verpuffung. Eine starke Druckwelle drückte Gebäudeteile aus der Hauswand.

Der städtische Rettungsdienst war mit acht Mitarbeitenden im Einsatz, die Siegburger Wehr mit 20 Kräften vor Ort. Einsatzleiter war Brandinspektor Daniel Goellner, eigentlich beim Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz, der derzeit ein Praktikum bei der Feuerwehr in Siegburg macht. Die Kriminalpolizei wurde hinzugezogen, um die Ursache für die Verpuffung zu ermitteln. 

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerksbrachte Baustützen, um die Wohnung zu sichern.

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerksbrachte Baustützen, um die Wohnung zu sichern.

Experte überprüfte die Statik des Gebäudes und empfahl, es abzustützen

Da neben der Fensterfront auch Teile des Wärmeverbundsystems aus der Gebäudewand herausgebrochen waren, wurde Dr. Stefan Schindler, Baufachberater der Feuerwehr Sankt Augustin-Buisdorf, zu Rate gezogen.  Obwohl das Gebäude nicht akut einsturzgefährdet sei, empfahl Schindler, es abzustützen. Eine Fachgruppe des Technischen Hilfswerks aus Siegburg setzte vier Baustützen und Kanthölzer ein, um den Gebäudeteil zu sichern. Das von der Druckwelle zerstörte Apartement ist unbewohnbar, die anderen Wohnungen im Haus mussten aber nicht geräumt werden.