Aktives Vereinsleben, Entertainment und schierer Kommerz bestimmen die dreitägige Sause.
Junggesellinnen und SchlagerweltStadtfest zeigt bunte Facetten Siegburgs

Stadtfest Siegburg 2026
Copyright: Markus Peters
Mit Krönchen und Schärpe aufs Stadtfest – warum eigentlich nicht, dachte sich Andrea Wieler und verlegte ihren Junggesellinnen-Abschied kurzerhand auf das Großereignis im Siegburger Stadtzentrum. An Möglichkeiten, dort mit Freunden auf die Zukunft anzustoßen, mangelte es jedenfalls nicht. Getraut wird sich am 17. September in Nordhessen, verriet die Henneferin: „Ich heirate einen Siegerländer, der im Westerwald wohnt.“ Das dürfte nicht langweilig werden.
Schlager-Hoffnung trat vor dem Siegburger Stadtmuseum auf
Auf der benachbarten Hauptühne vor dem Stadtmuseum beschwor Schlager-Hoffnung Marcnum derweil die ganz großen Gefühle: „Mein Traum ist es, im ZDF-Fernsehgarten aufzutreten“, verriet der silberbeschuhte 28‑Jährige, der eigentlich Marco Olbert heißt. „Für Siegburg habe ich mich extra schick gemacht“, sagte der Königswinterer, der mit einer kleinen, aber sehr engagierten Fangemeinde angereist war.

Andrea Wieler (Mitte) feierte ihre Junggesellinnen-Abschied auf dem Stadtfest
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Und während Marcnum für sein eben erschienenes Schlager-Pop-Album Lila Himmel warb, wurden ein paar Schritte weiter Champignons frittiert und eine voll digitale Küchenhilfe angepriesen. Wie in jedem Jahr ließ Steinmetz Markus Weisheit die Jüngsten in der Holzgasse den Gedenkstein für das Stadtfest hämmern – natürlich professionell mit Schutzbrillen ausgestattet. Zeitgleich mühten sich die Aktiven der Tanzfabrik, das etwas hüftsteife Publikum zu einem Flashmob zu motivieren.
Beim Stadtfest in Siegburg spielen Vereine eine wichtige Rolle
Es ist diese Mischung aus aktivem Vereinsleben, purem Entertainment und schierem Kommerz, die den Reiz des Stadtfestes ausmacht. Prompt ging es auf den Straßen und Plätzen im Zentrum wuselig zu, auch wenn Stadtfest-Veteranen beteuerten, es sei schon einmal voller gewesen. Auf die Besucher warteten besondere Herausforderungen: „Stadtfest macht dick“, fand jedenfalls Nina Mielke aus Bonn, die mit zwei Freundinnen den Versuchungen eines Streetfood-Anbieters nachgegeben hatte – und das nicht nur an einer Stelle.

Stadtfest Siegburg 2026 Marcnum sang Schlager-Pop
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Elf Getränkestände wurden von verschiedenen Siegburger Vereinen betrieben. Diesen wurde ein zehnprozentiger Aufschlag auf den Kölschpreis gewährt, um die klammen Vereinskassen aufzufrischen. Drei gesponserte Eventbühnen waren die Anlaufstellen für ein buntes Veranstaltungsprogramm, unter anderem mit den Teilnehmern und Siegern eines musikalischen Newcomer-Wettbewerbs.
Den wohl größten Hingucker des Stadtfestes hörte man, bevor man ihn sah. Schreie und Johlen führten zur Riesenschiffschaukel „Nessy“, die zwischen dem S‑Carrée und dem Gerichtskomplex ihr Stadtfest-Debüt gab. Zeitweise bildeten sich Schlangen vor der von Pützchens Markt bekannten Attraktion, die ihre Besucher bis zu 21 Meter hoch katapultierte. „Ich hatte fast gar keine Angst“, beteuerte die zehnjährige Luisa gegenüber ihren Eltern, die den nur wenige Minuten währenden Höhenflug ihrer Ältesten mit der Handykamera festhielten; ein Vergnügen, für das fünf Euro fällig wurden.

Steinmetz Markus Weisheit (hinten, MItte)
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Für den nicht ganz so mutigen Nachwuchs gab es noch Kinderbahn, Kettenkarussell oder Hüpfburg. Für all das kann für eine vierköpfige Familie schon ein Betrag von gut 50 Euro zusammenkommen – bei einem Imbiss für alle, einem Glas Wein für die Eltern und weiterer Kinderbespaßung, wie Luisas Vater zusammenrechnete. Es lohnt sich trotzdem, fand er: „Wir haben als Familie Spaß und man trifft viele Freunde und Bekannte.“
Schausteller in Siegburg zeigten sich großzügig
Lob gab es für einige der Schausteller. So rückten diese auch Preise für den Nachwuchs heraus, selbst wenn beim Büchsenwerfen nicht alle Dosen fielen. Auch beim „Hau den Lukas“ wurde kräftig nachgeholfen, falls beim Hammer der notwendige Wumms fehlte.
Am Sonntagabend sollte eine Lasershow wieder den Abschluss des Stadtfestes bilden. Bald danach dürfte auch feststehen, ob die Werte des Vorjahres übertroffen wurden. 2025 wurden für rund 170.000 Besucher etwa 13.000 Liter Kölsch gezapft.
