Langer Weg zum WettkampfsportlerSiegburger nahm 50 Kilo in einem Jahr ab

Neues Ziel von Hamun Bahardovand ist die Teilnahme an der Hyrox-Weltmeisterschaft 2023.
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Siegburg – Samstag, 5.30 Uhr: Der Wecker klingelt. Hamun Bahadorvand schnürt seine Laufschuhe für die morgendliche Zehn-Kilometer-Runde. „Mein Tag fängt erst nach der Sporteinheit so richtig an“, sagt der Siegburger mit breitem Lächeln und entschlossenem Blick.
Selbst Schuhe zu binden fiel ihm schwer
Diese Morgenroutine hatte der 35-Jährige nicht immer. Vor vier Jahren wog er noch 140 Kilogramm. Er konnte kaum Treppen steigen, selbst die Schuhe zu binden wurde zur Qual. Auch seine mentale Gesundheit litt. „Ich bekam regelmäßig Panikattacken. Mein Herz fing an zu rasen, und ich kriegte nur schwer Luft“, erzählt Bahadorvand. Daraufhin beschloss er, sein Leben umzukrempeln – und das erfolgreich. In knapp zwölf Monaten hat er 50 Kilogramm Gewicht verloren.
Sein Erfolgsrezept? Konsequent auf die Ernährung achten. „Beim Abnehmen macht sie den größten Teil des Erfolgs aus. Das Wichtigste ist das Kaloriendefizit“, sagt Bahadorvand. Statt Fast Food kommen Vollkornprodukte sowie frisches Obst und Gemüse auf den Teller. Sein Wissen hat er sich im Internet angeeignet und sich einen Ernährungsplan zusammengestellt. Ausnahmen gibt es als Belohnung, etwa, wenn er größere Ziele erreicht hat. „Dann gönne ich mir auch mal eine Pizza.“ Er setzt auf Disziplin und Geduld: „Abnehmen ist kein Sprint, sondern ein Marathon.“
Den Debütkampf verlor er nach 90 Sekunden
Zusätzlich setzt er auf Sport. Im Jahr 2018 begann er mit der Vollkontakt-Kampfsportart Mixed Martial Arts (MMA), einer Mischung aus mehreren Kampfdisziplinen. Der Siegburger ist schon seit vielen Jahren Fan und steckte sich ein hohes Ziel: Er wollte so schnell wie möglich einen MMA-Profikampf gewinnen, und das, obwohl er noch nie im Ring gestanden hatte. Elf Monate lang trainierte er mehrmals am Tag, flog vier Mal nach Irland zu Profi-Coach Owen Roddy, einem Trainer des MMA-Stars Conor McGregor.
Seinen Debütkampf im September 2019 verlor er zwar schon nach 90 Sekunden, doch er gab nicht auf. Zwei Monate später kämpfte er erneut – und gewann. „Oft funktioniert etwas nicht beim ersten Mal. Dann gilt es, immer weiter dranzubleiben“, sagt der Siegburger rückblickend.
Manchmal reicht es jedoch nicht, nur dranzubleiben. Als im Corona-Lockdown Kontaktsport verboten wurde, musste Bahadorvand umdenken. Also richtete er sich kurzerhand zuhause einen Fitnessraum ein, nahm Trainingsvideos für seinen Instagram-Account auf, wo ihm mittlerweile mehrere Tausend Menschen folgen, und veröffentlichte seine Ernährungstipps in einem E-Book.
Die Hyrox-WM ist sein nächstes Ziel
„Ich will so viele Personen wie möglich mit meiner Geschichte motivieren“, sagt er. Das blieb auch der Stadt Siegburg nicht verborgen. Bürgermeister Stefan Rosemann zeichnete ihn 2021 für seinen Einsatz in der Corona-Krise aus. Instagram bleibt für Bahadorvand allerdings ein Hobby. Geld verdient er im Sicherheitsgewerbe. Seit dem vergangenen Jahr lässt er sich zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit ausbilden, um beim Ordnungsamt zu arbeiten. „Damit geht ein großer Traum in Erfüllung.“ Zudem hat der Siegburger eine neue Leidenschaft entdeckt: „Hyrox“ – ein Fitness-Wettkampf, bei dem sich Laufeinheiten mit Fitnessübungen abwechseln. Jetzt will er an der Hyrox-Weltmeisterschaft 2023 teilnehmen.
