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Blitzer im Kreis3,6 Millionen Euro: So viel bringen Blitzer dem Rhein-Sieg-Kreis ein

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Eigene Geschwindigkeitskontrollen führt die Stadt Troisdorf durch.

Rund 3,6 Millionen Euro hat der Kreis mit seinen Radaranlagen bislang eingenommen – weniger als in den Vorjahren.

Ein unaufmerksamer Moment, den Fuß etwas zu fest auf dem Gaspedal, und pitsch – geblitzt. Rund 3,6 Millionen Euro: Diesen Ertrag hat der Rhein-Sieg-Kreis im laufenden Jahr (Stand 20. Oktober) mit seinen Radarmessanlagen erzielt. Die Summe verteilt sich auf insgesamt 113.992 Verstöße auf die jeweils geltende Geschwindigkeitsbegrenzung.

Im Schnitt lösen die Geräte im Kreis also mehrere hundert Mal aus. Wie viele es gibt, welcher Blitzer das meiste Geld einbringt und welche Regeln aktuell gelten, darüber geben wir einen Überblick.

Wie viele Blitzer gibt es?

Der Rhein-Sieg-Kreis betreibt insgesamt 20 fest installierte Radarmessgeräte und drei mobile Blitz-Fahrzeuge mit wechselnden Standorten. Das teilt Bettina Heinrichs-Müller, Sprecherin des Kreises mit. Die eingesetzte Messtechnik basiere anteilig auf Radar, Laser und Fahrbahndetektoren. Darüber hinaus überwacht die Polizei den fließenden Verkehr im Kreis.

Können Kommunen eigene Kontrollen durchführen?

Eigene Geschwindigkeitskontrollen führt die Stadt Troisdorf durch. Zu diesem Zweck werden seit mehreren Jahren mobile Blitzer gemietet, die an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet eingesetzt werden. Sie kosten laut Angaben der Stadt 10.000 Euro pro Monat. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 7.368 Verwarnungen ausgesprochen. Von insgesamt 1.227 erlassenen Bußgeldern waren 180 Fälle mit Eintragungen im Fahreignungsregister in Flensburg verbunden, in 13 Fällen wurde ein Fahrverbot verhängt. Die meisten Verstöße gab es in der Flachtenstraße in Fahrtrichtung Im Lichtal, dort wurden 703 Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert. Der schnellste Raser war in Sieglar unterwegs. Am Konrad-Adenauer-Ring wurde er mit 124 km/h geblitzt.

Die Möglichkeit, eigene Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen, steht grundsätzlich Kommunen mit über 50.000 Einwohnern offen. Das gilt im Kreis also für die Stadt Troisdorf mit ihren etwa 80.000 Einwohnern und der nächstgrößeren Stadt Sankt Augustin ihren mit rund 55.000 Einwohnern. Auch die Stadt Sankt Augustin plant, eigene mobile Blitzer anzuschaffen. Seit Juli dieses Jahres können auch kleinere Städte und Gemeinden in NRW eigene Kontrollen durchführen. Dafür bedarf es eines gesonderten Antrags.

Im Kreis gibt es 20 feste Blitzer.

Wie werden die Standorte für die Geräte ausgewählt?

Die Unfallkommission des Rhein-Sieg-Kreises richte die Messstellen an Orten ein, an denen in der Vergangenheit eine Unfallhäufung mit der Ursache „unangepasste/überhöhte Geschwindigkeit“ festgestellt worden sei, sagt Heinrichs-Müller. Dazu gehört zum Beispiel die Zeithstraße bei Franzhäuschen in Lohmar. Dort wird die Geschwindigkeit nur für eine kurze Strecke von Tempo 70 auf Tempo 50 reduziert. Dort ereigneten sich in der Vergangenheit erneut Unfälle.

In den vergangenen Jahren seien keine neuen Anlagen zur Geschwindigkeitsmessung im Rhein-Sieg-Kreis errichtet worden, sagt die Kreissprecherin. „Für diese bestand erfreulicherweise keine Notwendigkeit.“

Im Jahr 2026 hat der Rhein-Sieg-Kreis aus der kreiseigenen Geschwindigkeitsüberwachung bislang einen Ertrag von rund 3,6 Millionen Euro verzeichnet. Zum Vergleich: 4,1 Millionen Euro haben die Autofahrerinnen und Autofahrer im Jahr 2024 so in die Kassen des Rhein-Sieg-Kreises gespült. Im Jahr 2023 waren es 4,3 Millionen Euro, im Jahr 2022 4,8 Millionen Euro. Pressesprecherin Heinrichs-Müller betont, dass „nicht die Einnahmen, sondern der wichtige Beitrag für die Verkehrssicherheit“ im Fokus der Geschwindigkeitsüberwachung stehen.

Der Kreis führt zwar keine konkreten Statistiken zu einzelnen Standorten und Messstellen. Laut Angaben des Kreises sticht aus dem Tagesgeschäft der Bußgeldstelle allerdings der Blitzer an der L 331 in Königswinter/Petersberg (Ferdinand-Mühlens-Straße) hervor. Dieser Blitzer löst kreisweit bereits seit vielen Jahren am häufigsten aus. (joh)