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Besuch auf der Leitstelle124 Mal täglich rückt der Rettungswagen in Rhein-Sieg aus

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Siegburg – Es war wieder ruhig auf der Feuer- und Rettungsleitstelle, als Landrat Sebastian Schuster an Heiligabend Dienstgruppenleiter Jürgen Kuhn, Bernd König, Uwe Gemein und Roman Peiseler besuchte. Das Quartett schob Dienst, während die Bürger im Kreis die Bescherung vorbereiteten.

Am Morgen hatten sie bereits einen Feuerwehreinsatz koordiniert. „Eingeklemmte Person“ hieß das Stichwort für die Sankt Augustiner Freiwilligen. Ein Mann war vor dem Haus beim Arbeiten am Auto zwischen Fahrzeug und Hauswand geraten. Die Feuerwehr konnte schnell abbrechen, Rettungsdienst und Notarzt hatten den Verletzten befreien können – es war glimpflich für ihn ausgegangen.

So wie Kuhn und sein Team sitzen an 365 Tagen im Jahr, im Schaltjahr auch an 366 Tagen, Beamte 24 Stunden rund um die Uhr an Telefon und Rechner, um schnelle Hilfe zu organisieren. Schuster ließ sich den Arbeitsplatz und die Bearbeitung von Notrufen erklären. Alle 90 Sekunden kommt nach der Statistik eine Meldung über die Notrufnummer 112 an. Der Leiter der Leitstelle, Martin Bertram, nannte beeindruckende Zahlen: Durchschnittlich 124 Mal am Tag, im Jahr also 45 300, rückt ein Rettungswagen aus. Das ist im Vergleich zum Jahr 2012 eine Steigerung um 13,5 Prozent, 20 900 Mal wird ein Notarzt alarmiert. Das ist sogar ein Plus von 20,8 Prozent. 1050 Brandeinsätze dokumentierte Bertram, also drei am Tag. Mehr als 3300 technische Hilfeleistungen galt es zu bearbeiten, etwa die Befreiung eingeklemmter Menschen nach Unfällen oder die Unterstützung bei Unwetterlagen. Insgesamt kamen 119 100 Hilfeersuchen zusammen, drei Prozent mehr als 2014 oder 326 Einsätze täglich.

Darunter waren so aufwendige Ereignisse wie der Hagelschlag am 5. Juli, der Starkregen am 31. März oder Gefahrguteinsätze in Siegburg, auf der Autobahn 3 oder in Meckenheim. Besonders arbeitsintensiv war die starke Rauchentwicklung nach einer Störung bei der Shell-Raffinerie in Wesseling. Als Neuerung stellte Rainer Dahm, der Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz, die Einführung von MoWas, des mobilen Warnsystems, in Aussicht, das mit der Warn-App Nina (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) eingeführt wird, um Bürger vor Gefahrenlagen zu warnen. Der Landrat dankte der Tagschicht auf der Leitstelle, die am Nachmittag an ihre Kollegen Jürgen Bandemer, Peter Dilly, Florian Lückerath und Bodo Wißmann für die heilige Nacht übergab.