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Toter am Rotter SeeGaffer behinderten Rettungseinsatz

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Taucher suchten nach dem vermissten Schwimmer: Nur noch tot konnten sie ihn aus dem Wasser bergen.

Troisdorf – Die genauen Umstände, die Sonntagnachmittag zum Tod eines 22 Jahre alten Mannes aus Bonn im Rotter See führten, sind noch nicht geklärt. Polizeisprecherin Renate Braun sagte, die Obduktion des Leichnams stehe noch aus. Es stehe also nicht fest, ob der junge Mann ertrunken ist oder beispielsweise an Herzversagen starb.

Wie berichtet, wollte der Bonner mit Freunden zu einer rund 200 Meter entfernten Halbinsel im Rotter See schwimmen. Als ihn die Kräfte verließen, sagte er seinen Begleitern, er wolle zum Ufer zurückschwimmen. Dort kam er nicht an. Seine Begleiter suchten ihn auf der Liegewiese und informierten gegen 17.15 Uhr die Polizei. Gegen 19 Uhr fanden Taucher den Leichnam auf dem Grund des Sees.

Hunderte Badegäste und Schaulustige beobachteten den Einsatz von Polizei und Rettungskräften. „Es waren sehr viele, die gegafft haben, aber konkret behindert haben sie die Einsatzkräfte nicht“, sagte Polizeisprecherin Braun. Wenn Unbeteiligte tatsächlich störten, könnten von der Polizei Platzverweise ausgesprochen und gegebenenfalls auch Schaulustige in Gewahrsam genommen werden. Während also aus Sicht der Polizei die Situation noch im Rahmen des üblichen gewesen ist, sieht die Stadtverwaltung Troisdorf Anlass, zu klagen. In einer Pressemitteilung heißt es: „Die Rettungsfahrzeuge hatten massive Probleme mit dem Erreichen des Seeufers, weil Straße und Wege komplett zugeparkt und der Strand voller penetranter Schaulustiger war, die den Rettungskräften nicht Platz machten.“ Einige „Gaffer“ seien „besonders aggressiv und unbelehrbar“ gewesen, sie hätten Feuerwehrleute beschimpft und mit Smartphones Fotos gemacht und Filme gedreht. Dieses Verhalten zeuge von „respektlosem Voyeurismus und ungenierter Sensationslust“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) warnt, die Gefahren des Badespaßes nicht zu unterschätzen. Das könne lebensgefährlich sein. Nach einem Sonnenbad solle man sich erst abkühlen und dann langsam ins Wasser gehen. Auf keinen Fall dürfe man mit einem Kopfsprung in ein unbekanntes Gewässer eintauchen. Riskant seien Baggerseen, weil sie in der Regel sehr tief seien und sich nur die oberen Schichten erwärmen. Tiefer liegende Wasserschichten seien deutlich kühler. Schwimmer können deshalb auskühlen und Krämpfe bekommen. Deshalb laute die Regel: Wer anfängt, zu frieren, sollte das Wasser sofort verlassen. Generell empfiehlt die DLRG, nur an bewachten Badestellen oder in Schwimmbädern baden zu gehen. (sl)