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„Reise meines Lebens“13-Jähriger Jaro aus Troisdorf verteilte Schulranzen in der Türkei

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Jaro Nölke reiste mit dem sozialen Verein „Hamd Evi Haus der Dankbarkeit“  in die Osttürkei und verteilte Schulranzen.

Jaro Nölke reiste mit dem sozialen Verein „Hamd Evi Haus der Dankbarkeit“ in die Osttürkei und verteilte Schulranzen und Lernmaterial.  

Sein Schülerpraktikum absolvierte der Achtklässler bei einem gemeinnützigen Verein - und ging gleich auf große Fahrt.

Es sollte nur ein Schulpraktikum werden, doch für Jaro Nölke wurde es die Reise seines Lebens: Der soziale Verein „Hamd Evi Haus der Dankbarkeit“ aus Troisdorf nahm den Achtklässler mit in die Osttürkei, um bei der Verteilung von Schulranzen zu helfen.

Abdulrahman Köylüoglu, Vorstandsvorsitzender des Vereins, schwärmt noch heute von dieser Woche: „Es war wie in einem Märchen“, sagt er. Gegründet hatte er den Verein einst, als sein Sohn bei einem Unfall ums Leben gekommen war. „Unser Ziel ist es,für Freude und Dankbarkeit am Leben einzutreten. Deswegen machen wir lokale Projekte mit Jugendlichen in Afrika und leisten humanitäre Hilfe. Wir helfen auch mit Schulranzen, Mappen und Hygieneprodukten“, beschreibt er.

Einwöchiges Schülerpraktikum im Osten der Türkei

Das nächste Ziel war Erzurum im Osten der Türkei, eine strukturschwächere Region im Vergleich zu Istanbul im Westen des Landes. Der 13-jährige Jaro Nölke aus Troisdorf wollte eigentlich ein ganz normales einwöchiges Schülerpraktikum bei Hamd Evi absolvieren. „Seine Mutter hatte sich mit diesem Wunsch bei uns gemeldet. Genau in der vorgesehenen Praktikumswoche waren wir jedoch für ein bereits geplantes Schulprojekt in Erzurum in der Türkei unterwegs.“ Deshalb machte Köylüoglu der Mutter einen ungewöhnlichen Vorschlag: Jaro könne die Delegation begleiten und sein Praktikum dort absolvieren, wo die soziale Arbeit des Vereins unmittelbar stattfinde. Die Eltern willigten ein und übernahmen auch die Reisekosten ihres Sohnes.

Jaro Nölke reiste mit dem sozialen Verein „Hamd Evi Haus der Dankbarkeit“  in die Osttürkei.  Abdulrahman Köylüoglu begleitete ihn.

Jaro Nölke reiste mit dem sozialen Verein „Hamd Evi Haus der Dankbarkeit“ in die Osttürkei. Abdulrahman Köylüoglu begleitete ihn.

„Erst als die Abreise näher rückte, wurde mir richtig bewusst, welche Verantwortung wir damit übernehmen: Ein 13-jähriger Junge sollte ohne seine Eltern mehrere Tage mit uns ins Ausland reisen. Wir haben darüber vor der Reise noch einmal offen mit seiner Familie gesprochen. Am Ende waren wir uns einig, dass wir diese ungewöhnliche Herausforderung gemeinsam geplant hatten und auch gemeinsam durchführen wollten.“ Das Vertrauen seiner Eltern sei dabei besonders wichtig gewesen.

So begann am 14. September am Flughafen Köln/Bonn eine außergewöhnliche Woche. „Für Jaro war bereits der Abflug etwas Besonderes: Er war vorher noch nie in seinem Leben geflogen.“ Über Ankara sei es nach Erzurum gegangen. „Dort hat uns Jaro drei Tage lang zu Dorfschulen begleitet und war nicht nur Zuschauer: Er hat Materialien getragen, bei der Verteilung geholfen und Kindern Schulrucksäcke, Schulmaterialien und Geschenktüten übergeben“, sagt Köylüoglu. „Besonders beeindruckt hat ihn die Freude der Kinder. Er hat gesehen, wie sie ihre neuen Schultaschen und Geschenktüten neugierig öffneten, teilweise vor Freude hüpften und sich gegenseitig ihre neuen Sachen zeigten.“

Jaro habe einen Satz gesagt, den Köylüoglu sehr bemerkenswert fand: „Die Kinder hier freuen sich so sehr über Schulsachen, die für uns selbstverständlich sind.“ Obwohl Jaro kein Türkisch spricht und viele der Kinder kein Deutsch, hätten sie sehr schnell zueinander gefunden. „Für mich war das einer der Momente, bei denen man merkt: Ein Kinderlächeln braucht keine Übersetzung.“

An einem freien Tag konnte Jaro die Stadt und das Leben vor Ort kennenlernen. Anschließend weiter nach Istanbul, wo Köylüoglu ihm die historische Altstadt besuchte und eine Fahrt über den Bosporus machte. „Wieder zu Hause überraschten uns seine Eltern am Flughafen, unter anderem mit einem Präsentkorb und einer selbst gestalteten Ehrenurkunde. Die Überschrift dieser Urkunde hat die Woche aus meiner Sicht sehr schön zusammengefasst: Für das Praktikum, das zu einer Reise fürs Leben wurde“, sagt Köylüoglu. Auch für den Verein sei diese Woche etwas Einmaliges gewesen, ein regelmäßiges Angebot für Schülerinnen und Schüler solle daraus aber nicht werden.