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Sankt Augustin plant AnschaffungBlitzer in Troisdorf machen keine Gewinne

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Ein Enforcement Trailer, auch Blitzer genannt, an einer Straße.

Ein Enforcement Trailer, auch Blitzer genannt, an einer Straße. 

Der Einsatz soll in erster Linie die Sicherheit von Fußgängern erhöhen, zum Beispiel an Schulen und Seniorenresidenzen.  

Eigentlich war eine Kooperation mit der Stadt Niederkassel geplant, um  ein gemeinsames Gerät zur Geschwindigkeitsmessung auf den Straßen zu beschaffen. Die Stadt Sankt Augustin geht jetzt aber eigene Wege und mietet sich einen Blitzer, wie diese mobilen Stationen im Volksmund genannt werden, auf eigene Rechnung. Durch eine geplante Änderung des Ordnungsbehördengesetzes können Kommunen, die mehr als 50.000 Einwohner haben, diese Geräte eigenständig beschaffen. 

In der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses des Stadtrates am Donnerstag, 26. Juni, soll darüber nun entschieden werden. In der Vorlage finden sich genaue Zahlen. Die Stadt möchte den Blitzer erst einmal für zwei Jahre mieten, um zu sehen, ob sich die Sache auch rechnet. 238.000 Euro werden dafür kalkuliert. Darin enthalten sind Schulung, Wartung, Eichung und Ersatzgerätebschaffung, falls der Enforcement-Trailer, so die offzielle Bezeichung, ausfällt.  

Die Stadt Troisdorf zahlt 10.000 Euro im Monat für ihren Blitzer

Die Stadt Troisdorf mit ihren knapp 80.000 Einwohnern hat solche Geräte schon länger im Einsatz. „Sie kosten 10.000 Euro pro Monat“, wie Pressesprecher Johannes Schmitz mitteilt. Stadtkämmerer Horst Wende stellte im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt auch die Bilanz für das vergangene Jahr 2025 vor: Es wurden 7.368 Verwarnungen ausgesprochen. Von insgesamt 1.227 erlassenen Bußgeldern waren 180 Fälle mit Eintragungen im Fahreignungsregister in Flensburg verbunden, in 13 Fällen wurde ein Fahrverbot verhängt.   

Die Statistik der Blitzer in Troisdorf für 2025. Durch Personalengpässe konnte das Gerät im 4. Quartal weniger stark eingesetzt werden.

Die Statistik der Blitzer in Troisdorf für 2025. Durch Personalengpässe konnte das Gerät im 4. Quartal weniger stark eingesetzt werden.

Besonders viel gerast wurde in der Stadt im dritten Quartal. Über 2500 Fahrerinnen und Fahre wurden da geblitzt, im ersten Quartal waren es nur knapp 1500. In der Flachtenstraße, Fahrtrichtung Im Lichtal, wurden die meisten verkehrsüberschreitungen mit 703 Verstößen registriert. Der schnellste Raser war in Sieglar unterwegs und wurde am Konrad-Adenauer-Ring mit 124 Stundenkilometern geblitzt. 

Sankt Augustin möchte Blitzer anschaffen, die beide Fahrtrichtungen messen

In seinem Bericht betont Wende, dass die Geschwindigkeitsüberwachung wird nach wie vor von den Bürgern positiv wahrgenommen werde. Insgesamt könne ein positives Resümee gezogen werden. Der wöchentliche Kontrollmodus an wechselnden Gefahrenstellen habe sich bewährt und werde fortgesetzt. Gewinne würden dabei allerdings nicht erzielt. In der Statistik fällt auf, dass die Einnhamen im vierten Quartal 2025 deutlich unter den Ausgaben liegen. Dies lag daran, so Wende, dass es zu Personalengpässen bei der Aufstellung gekommen sei, die inzwischen jedoch beseitigt worden sind. 

Das möchte Sankt Augustin nach eigener Aussage auch nicht. Auch dort geht es in erster Linie um die Sicherheit. Vor Schulen und an Unfallschwerpunkten sowie an Baustellen wird das Gerät zum Einsatz kommen. Also an Orten und Strecken, die vermehrt von schwachen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Fahrradfahrern sowie besonders schutzwürdigen Personen, wie Kindern, Hilfsbedürftigen und älteren Menschen frequentiert werden. Deswegen sollen auch Blitzer angeschafft werden, die in beide Fahrtrichtungen messen.