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Großeinsatz in NRWMutmaßliche Schleuser nach Razzia in Troisdorf und anderen Städten festgenommen

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Polizeieinsatz gegen ein Schleusernetzwerk in NRW. (Symbolfoto)

Einsatzkräfte der Polizei bei einer Razzia in Nordrhein-Westfalen. (Symbolbild)

Den vier Personen wird vorgeworfen, Frauen nach Deutschland geschleust und zur Prostitution gezwungen zu haben. Die Polizei durchsuchte 20 Objekte.

Die Staatsanwaltschaft Bonn und die Polizei im Rhein-Sieg-Kreis haben am Mittwoch, 21. Januar, ein Schleuser-Netzwerk enttarnt, dessen Mitglieder Frauen illegal nach Deutschland gebracht und zur Prostitution gezwungen haben sollen.

Die Polizei nahm in Troisdorf, Wuppertal und Mülheim an der Ruhr einen Mann und drei Frauen fest, es handelt sich allesamt um chinesische Staatsangehörige. Sie sitzen jetzt in Untersuchungshaft.

Erster Verdacht nach Kontrolle eines Sankt Augustiner Massagesalons

Ein erster Verdacht auf die sexuelle Ausbeutung von Frauen war nach der Kontrolle eines Sankt Augustiner Massagesalons im Sommer 2024 aufgekommen. Die Kriminalpolizei ermittelte daraufhin verdeckt. Insgesamt identifizierte sie elf Personen chinesischer und ungarischer Herkunft im Alter zwischen 22 und 64 Jahren.

Die Bande hatte sie wohl illegal nach Deutschland geschleust und hier zur Prostitution gezwungen. Diese Personen leben oder arbeiten in Troisdorf, Köln, Düsseldorf, Wuppertal, Aachen, Bonn, Bochum, Mülheim an der Ruhr und Castrop-Rauxel.

Verhaftungen in Troisdorf, Wuppertal und Mülheim an der Ruhr

In diesen Städten in Nordrhein-Westfalen durchsuchte die Polizei insgesamt 20 Wohnungen und Geschäftsadressen. Dabei beschlagnahmte sie Vermögenswerte in Höhe von 1,5 Millionen Euro sowie Bargeld, Schmuck, zwei Autos und zwei Eigentumswohnungen, eine davon in Troisdorf. Dort nahm die Polizei auch den 48-Jährigen und die 39-Jährige fest, die 32-Jährige und die 62-Jährige in Wuppertal und Mülheim.

Sie wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bonn einem Haftrichter vorgeführt, der sie in Untersuchungshaft schickte. Der betroffenen Menschen aus Ungarn und China nimmt sich die Ausländerbehörde an, um ihren Aufenthaltsstatus zu klären. Teilweise fungierten sie der Polizei zufolge als Wohnungsgeber, gegen sie werde aber nicht ermittelt.

Die Razzia leitete der Siegburger Kriminaldirektor Stephan Wetzel, der die langwierigen und umfangreichen Ermittlungen als große Herausforderung bezeichnete. Auch die Aufarbeitung der hinzugewonnenen Erkenntnisse werde weitere Ressourcen binden. Dennoch sei die Polizei froh, diesen Ring des Menschenhandels durchbrochen zu haben.