Man hat sich geeinigt, „im besten gegenseitigen Einvernehmen hinter verschlossenen Türen“: Manfred Herpolsheimer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leverkusen, scheidet zum Monatsende aus dem Dienst aus. Der noch bis zum 30. September 2019 laufenden Dienstvertrag endet vorzeitig am 30. April 2016. Nach offiziellen Formulierungen waren „deutlich unterschiedliche Einschätzungen über die zukünftige strategische Ausrichtung der Sparkasse“ Anlass für die vorzeitige Verabschiedung. In den Aussagen von Verwaltungsratsmitgliedern, die vorher nicht von Juristen ausgehandelt worden waren, war hingegen von einem restlos zerstörten Vertrauensverhältnis die Rede, wurde durchgängig Kritik am selbstherrlichen Führungsstil Herpolsheimers geübt.
Nun liest sich das in der offiziellen Verlautbarung, die Oberbürgermeister Uwe Richrath in seiner Funktion als Verwaltungsratsvorsitzender und der Sparkassenvorstand gemeinsam herausgegeben haben, ganz anders: „Insbesondere in den zurückliegenden, für die Finanzwirtschaft anspruchsvollen Zeiten, hat Herr Herpolsheimer stets souverän und besonnen gehandelt und Führungsstärke bewiesen. Er hat bis heute maßgeblich zur stabilen Positionierung der Sparkasse Leverkusen beigetragen und diese mit hohem persönlichen Einsatz vorangetrieben. Darüber hinaus engagierte sich Herr Herpolsheimer in vielen Institutionen und Vereinen mit Leidenschaft und aus voller Überzeugung. Die Stadt Leverkusen und die Sparkasse sind Herrn Herpolsheimer zu großem Dank verpflichtet und wir bedauern das Ausscheiden eines hoch engagierten und angesehenen Bankers“, lässt Richrath sich zitieren.
Neuen Aufgaben stellen
Tags zuvor hatte der Verwaltungsrat sehr bedauert, dass „ärgerliche Indiskretionen“ zu „öffentlichen Herabsetzungen und unbegründeten Vorwürfen in den Medien geführt haben“. Herpolsheimer habe „stets loyal, pflichtbewusst und engagiert, beanstandungsfrei und wirtschaftlich sehr erfolgreich“ für die Stadt gewirkt. Herpolsheimer selbst bekundete Dankbarkeit, so erfolgreich und richtungsweisend gewirkt haben zu dürfen. Die Sparkasse sei gut aufgestellt. „Insofern ist jetzt der richtige Zeitpunkt, meinen beruflichen Abschnitt in Leverkusen zu beenden und mich neuen Aufgaben zu stellen“, so der 62-Jährige. (ger)