Wer schon lange ohne Job ist, kommt nur sehr schwer wieder dauerhaft auf dem Arbeitsmarkt unter. Das belegen die Zahlen aus der Arbeitslosenstatistik, die der Paritätsche Wohlfahrtsverband ausgewertet hat. Betrachtet man, wie viele frühere Bezieher von Hartz-IV-Leistungen auch ein Jahr nach der Vermittlung in eine Arbeitsstelle diesen Job noch hatten, zeigen sich ernüchternde Ergebnisse: Von 11 668 Menschen, die vorigen Dezember erwerbsfähig waren und Arbeitslosengeld II bezogen, behielten nur 194 einen normalen, sozialversicherungspflichtigen Job etwas länger. Im Jahr davor waren es nur 152.
„Das zeigt, wie schwer es Hartz-IV-Empfänger nach wie vor haben, überhaupt wieder einen Fuß in den Arbeitsmarkt hineinzubekommen“, sagt Reiner Mathes, Geschäftsführer des Paritätischen in Leverkusen „Und das heißt dann noch lange nicht, dass sie auf dem Arbeitsmarkt auch wirklich Fuß fassen.“ Viele sind spätestens nach einem Jahr wieder auf Jobsuche.
Laut Arbeitslosenreport waren in Leverkusen von den 152 Menschen, die das Jobcenter im Dezember 2017 in sozialversicherungspflichtige Arbeit vermittelt hatte, im Dezember 2018 nur noch 93 beschäftigt. 32 Personen standen schon nach drei Monaten wieder auf der Straße.

Aus längerer Arbeitslosigkeit einen festen Job zu finden, gestaltet sich schwierig.
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Ein weiteres Problem ist, dass für viele Hartz-IV-Empfänger der neue Job keineswegs bedeutet, dass sie unabhängig von Transferleistungen werden. In Leverkusen sei dies in nicht einmal der Hälfte der gut 2500 Fälle gelungen. Das liege zum Teil daran, dass Menschen aus gesundheitlichen oder familiären Gründen nur Teilzeit arbeiten können. Oft aber reiche der Lohn selbst bei Vollzeitarbeit nicht, um davon den Lebensunterhalt zu bestreiten, berichtet Mathes.
Eine Ursache für den sehr dürftigen Vermittlungserfolg sei, dass Langzeitarbeitslose in Jobs gedrängt würden, die nicht zu ihnen passten. Es gehe darum, „die gesamte berufliche und persönliche Situation realistisch einzuschätzen und individuelle Lösungswege zu finden“, sagt Mathes. Dabei könnten die Träger der Freien Wohlfahrtspflege helfen. „Ein unterstützendes Coaching ist wichtig, damit Menschen der Weg aus dem Hartz-IV-Bezug in den Arbeitsmarkt gelingen kann.“ Solche Beratungen sollte das Jobcenter Langzeitarbeitslosen grundsätzlich anbieten. (tk)