Die Lebenshilfe Werkstätten fahren den Betrieb an ihren sechs Standorten in Leverkusen, Bergisch-Gladbach und Wipperfürth schrittweise wieder hoch. Fast 1000 Beschäftigte – Menschen mit Behinderungen, intellektuellen Einschränkungen oder psychischen Erkrankungen – durften durch das Betretungsverbot des Landesministeriums seit dem 19. März nicht mehr in den Werkstätten arbeiten. Mithilfe zwischenzeitlich erarbeiteter Konzepte kann es in Absprache mit dem Landschaftsverband Rheinland und dem Gesundheitsamt nun wieder losgehen: Starttermine und Einsatzorte werden mit den Beschäftigten individuell besprochen, in den Räumen sorgen Einbahnstraßensysteme, Maskenpflicht in einigen Bereichen, Schutzausrüstung und Hygienevorschriften für Sicherheit. Alle Vorkehrungen wurden mit dem Werkstattrat, einer Art Betriebsrat, abgestimmt, die Anweisungen liegen in einfacher Sprache vor und jeden Morgen werden die Maßnahmen in entsprechenden Trainings geübt. „Wir haben jetzt zwei Monate Schließungszeit hinter uns und sind froh, dass es jetzt wieder eine Perspektive gibt“, sagt Alexander Marasch, Geschäftsführer der Werkstätten, „Neben der Tagesstruktur und der Freude an der Arbeit selber, ist für viele Beschäftigte die Werkstatt auch der Mittelpunkt des sozialen Lebens.“
Kreativität und Spontaneität waren in den letzten Wochen gefragt: Beispielsweise wurde innerhalb von 72 Stunden eine E-Learning-Plattform für Angebote beruflicher Weiterbildung ausgebaut, die auch in Zukunft genutzt werden soll. Eine Herausforderung war es, den Kontakt zu den Beschäftigten aufrecht zu erhalten, ihnen auch im häuslichen Umfeld eine Stütze zu sein und weiterhin Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.
So konnten manche Wohnstätten mit Paketen aus der Produktion beliefert werden. Gruppenleitungen aus den Werkstätten sprangen in den Wohnstätten ein, während rund 40 Mitarbeitende zwischenzeitlich in anderen Unternehmen tätig waren. Das verbliebene Personal arbeitete indes bestehende Aufträge ab, auch damit diese nahtlos weiterlaufen können, wenn die Beschäftigten in die Werkstätten zurückkehren. (dre)
Alexander Marasch,
Geschäftsführer