Insgesamt acht Wolfsgebiete wurden in NRW ausgewiesen. Über konkrete Zahlen gab es bislang aber keine genauen Angaben.
Brisanter ZeitpunktMinisterium nennt erstmals genaue Zahlen zu Wölfen in NRW

Ein Wolf läuft durch ein Gehege in einem Tierpark (Symbolfoto).
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Das Landwirtschaftsministerium hat erstmals konkrete Zahlen zu Wölfen in Nordrhein-Westfalen bekanntgegeben. Der Bericht kommt zu einem politisch bedeutsamen Zeitpunkt, denn vor wenigen Wochen hat der Bundestag den Wolf in das Jagdgesetz aufgenommen. Die Tiere dürfen seitdem in Gebieten abgeschossen werden, wo sie sich stark konzentrieren.
Den Angaben zufolge leben inzwischen 30 Wölfe in Nordrhein-Westfalen. Bislang hatte das NRW-Ministerium nur von sechs verschiedenen Wolfsterritorien gesprochen, die Gesamtzahl der darin lebenden Wölfe blieb aber unklar.
Acht ausgewiesene Wolfsgebiete in NRW
Zu den acht ausgewiesenen Wolfsgebieten gehören „Eifel – Hohes Venn“, „Dümmer-Geest-Niederung“, „Märkisches Sauerland“, „Oberbergisches Land“, „Oberer Arnsberger Wald“, „Senne – Eggegebirge“, „Stegskopf“ und „Westmünsterland“. Wo genau die 30 Wölfe aktuell in NRW leben und wie sie sich auf die verschiedenen Territorien verteilen, teilte das Landesministerium aber nicht mit.
Laut Ministerium wird gerade ein Konzept zur Umsetzung der Gesetzesänderung im Jagdgesetz in NRW erarbeitet. Die Landesregierung betont in ihrem Bericht an den Umweltausschuss des Landtags aber auch, dass sie weiter auf den Schutz von Weidetieren setzt. Halter von Schafen, Ziegen und Gehegewild können inzwischen landesweit Fördermittel für Schutzzäune beantragen.
Wölfe in NRW: Monitoring soll verbessert werden
Unterdessen hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (Lanuk NRW) im Februar ein neues digitales Meldeformular für Wolfshinweise eingerichtet, um das Monitoring weiter voranzutreiben.
„Die Populationsgröße des Wolfes wird als Index erhoben, der sich aus der Anzahl der Rudel und der Paare ergibt. Wird in einem Monitoringjahr ein neues Wolfsrudel mit Reproduktion nachgewiesen, so wird für dieses Gebiet für das vorangegangene Monitoringjahr ein Wolfspaar gezählt, unabhängig davon, ob dieses Paar durch das Monitoring nachgewiesen wurde oder nicht“, teilte die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes mit. Die Datenauswertung erfolgt kontinuierlich das ganze Jahr über.
Mit einem Projekt der Kreisjägerschaft im Kreis Euskirchen soll die Zusammenarbeit mit dem Lanuk intensiviert werden. Demnach werden Jäger im Kreis ein eigenes Monitoring und in der Folge ein eigenes Wolfskataster aufbauen. Sie wollen ein realistisches Bild davon bekommen, wo zu welchem Zeitpunkt sich wie viele Wölfe aufhalten.
Jäger brauchen Wissen über Wölfe, um Abschusspläne für Rotwild einzuhalten
„Dabei“, so Angela Schmitz von der Kreisjägerschaft gegenüber dieser Zeitung, „geht es den Jägern absolut nicht darum, dass sie Wölfe entnehmen wollen.“ Und bezieht sich damit auf den Fall, dass ein Wolfsbestand in einer Region gesichert ist und zur Regulierung ein Abschuss von Wölfen möglich würde.
Für die Jägerschaft ist es allerdings im Hinblick auf vorgegebene Abschusspläne beim Rotwild wichtig zu wissen, wo sich Wölfe aufhalten. Denn dort, wo Wölfe sind, ändere sich gravierend das Verhalten des Rotwildes. Es werde scheuer und schließe sich etwa zu Großrudeln zusammen, was eine Bejagung schwierig bis unmöglich mache. Dadurch gerieten Jäger unter Druck, weil sie Abschusspläne nicht erfüllen könnten.