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Lohnen Frühaufsteher-Angebote für Skifans?

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Oberstdorf – „Early Bird”, „Morgenglühen” und Co.: Viele Skigebiete lassen sich etwas Besonderes einfallen, um ihre Gäste bei Laune zu halten. Angebote wie diese sollen zum Beispiel Frühaufsteher ansprechen, die die ersten Carving-Schwünge ohne Massenandrang genießen wollen.

Am Berg zu sein, noch bevor die Gondeln offiziell öffnen - müssen Wintersportfans das einmal probiert haben? Antworten auf die fünf wichtigsten Fragen.

Was bieten die Frühaufsteher-Angebote genau?

Frühaufsteher-Angebote gibt es für alle Fahrerlevels. Mit der ersten Seilbahn geht es auf die noch unberührte Piste, meist zwischen 6.30 und 8 Uhr. Gefahren wird dann in der Regel um die zwei Stunden. Oft beinhalten die Angebote zudem ein Frühstück, das nach den ersten Abfahrten ab 9 Uhr auf einer Berghütte oder im Tal serviert wird.

Die Tickets dafür sind bis zum Vortag erhältlich, oft online. Die Preise beginnen bei 30 Euro und variieren - je nach Skigebiet, Teilnehmerzahl, Art des Frühstücks und je nachdem, ob mit oder ohne Guide gebucht wird. Kinder zahlen meist weniger. Nicht immer ist der Preis für den Lift inklusive, ein gültiger Skipass ist meist Grundvoraussetzung.

Wo und wann kann ich früh auf die Piste?

glitzert die Morgensonne für die ersten Skifahrer auf der unberührten Piste.

von der Piste an den gedeckten Tisch. Die meisten Angebote gibt es zwar zum Wochenende hin. Aber auch unter der Woche gibt es vereinzelte Möglichkeiten für das frühe Skivergnügen.

Was macht den Reiz der Touren aus?

Die freie Fahrt bei Sonnenaufgang. Man sei einfach nicht mit den Massen unterwegs und könne die unverspurten Hänge in der klaren Morgenluft hinunter carven. So beschreibt Andrea Müller vom Deutschen Skilehrerverband (DSLV) die Vorzüge der Angebote. Frühaufsteher müssten sich am Lift nicht die Beine in den Bauch stehen und könnten die ersten Stunden des Tages auf leeren Pisten genießen. Besonderen Naturgenuss böten am Morgen Südosthänge, sagt Müller. Und es gelte: Je höher der Berg, desto spektakulärer die Aussicht.

Andreas König von der Stiftung Sicherheit im Skisport im Deutschen Skiverband (DSV) hebt die einzigartige Morgenstimmung oben am Berg als das i-Tüpfelchen der Frühaufsteher-Angebote hervor. Das Frühstück hingegen sei nicht immer seinen Preis wert. Er rät daher zu abgespeckten Angeboten ohne Frühstück und Guide. Wer eine geführte Tour bevorzugt, solle darauf achten, möglichst in einer kleinen Gruppe zu fahren, in der alle dasselbe Fahrerniveau haben, sagt König.

Worauf müssen Skifahrer beim morgendlichen Aufbruch achten?

„Das Allerwichtigste ist, aufs Wetter zu schauen”, sagt Müller. Und darauf, dass die gewählten Pisten auch dem eigenen Können entsprechen. Präparierte Pisten können besonders im Frühjahr sehr hart und vereist sein, wenn es über die Nacht gefroren hat. „Dann sind scharfe Kanten besonders wichtig”, sagt König. Dann am Skiservice zu sparen, sei leichtsinnig.

Er warnt auch davor, sich von der „tollen Stimmung” zu besonders weiten Kurven hinreißen zu lassen: Übermut könne leicht zu Stürzen und Verletzungen führen.

Außerdem ist es früh am Morgen noch kälter. Deshalb kleide man sich am besten im warmen Zwiebellook und trage statt einer Feuchtigkeitscreme fetten Kälteschutz auf. Ersatzweise tue es aber auch eine Sonnencreme, sagt König.

Gibt es Alternativen zu den Frühaufsteher-Angeboten, um abseits der Massen fahren zu können?

Wer früh aufsteht, um mit einem der ersten regulären Lifte auf den Berg zu fahren, hat in vielen Skigebieten Glück und muss sich die Pisten nur mit wenig anderen Menschen teilen. Mit einem Jausenpaket im Rucksack und den Freunden im Schlepptau könne man so ein ähnliches Erlebnis haben, sagt König.

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© dpa-infocom, dpa:220131-99-918924/4 (dpa/tmn)