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Nur Geimpfte an BordSo können Kreuzfahrtfans trotz Pandemie auf ihre Kosten kommen

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Touristen fotografieren das Kreuzfahrtschiff «Mardi Gras» am Hafen.

Köln – Die Kreuzfahrt-Branche wurde von der Corona-Krise schwer getroffen. Vor allem zu Beginn der Pandemie kam es auf Schiffen immer wieder zu Corona-Ausbrüchen, lange waren Kreuzfahrten gar nicht möglich. Inzwischen führen zahlreiche Anbieter wieder Kreuzfahrten durch, sind jedoch hauptsächlich auf europäische Destinationen beschränkt.

Umfassende Corona-Bestimmungen sollen die Gesundheit von Gästen und Besatzung sicherstellen. Die Bestimmungen variieren jedoch von Reederei zu Reederei. Wir geben einen Überblick, welche üblichen Corona-Regeln vor und während einer Kreuzfahrt zu beachten sind.

Vor Fahrtantritt

Bevor es auf das Schiff geht, kommen bei den meisten Reedereien verschiedene Kontrollmaßnahmen auf die Gäste zu. So soll verhindert werden, dass von ihnen unbemerkt Coronaviren an Bord getragen werden. Über die konkreten Maßnahmen informieren die jeweiligen Kreuzfahrtlinien ihre Passagiere vor Antritt der Reise.

Viele Reedereien, darunter Tui Cruises, Aida und MSC Cruises, führen vor der Einschiffung eine Art Gesundheitscheck durch. Dazu gehören etwa das Ausfüllen eines Gesundheitsfragebogens und eine kontaktlose Temperaturmessung am Terminal. Teilweise müssen Gäste vorab online einchecken. Außerdem muss ein Nachweis über einen negativen Test, Impfung oder Genesung erbracht werden. Manche Reedereien fordern auch von Geimpften und Genesenen einen Corona-Test, so etwa Tui Cruises, MSC Cruises und Aida.

Anreise per Flugzeug

Besonders aufpassen sollten Passagiere, die per Flugzeug zu ihrem Starthafen gelangen. Häufig wird für den Flug oder die Einreise bereits ein negatives Testergebnis benötigt. Je nachdem wie weit der erste Test zurückliegt und wie die Vorgaben der Reederei sind, muss für die Einschiffung ein zweiter gemacht werden.

Auf dem Schiff

Auch an Bord gelten Corona-Bestimmungen. Die meisten Reedereien setzen dabei auf eine verminderte Auslastung, damit Abstände an Bord besser eingehalten werden können. So fahren Schiffe von Tui Cruises beispielsweise mit 20 bis 40 Prozent weniger Passagieren als vor Corona. Auch Maßnahmen wie das Tragen von Masken in Innenräumen und Service am Platz statt Selbstbedienung am Buffet sollen das Ansteckungsrisiko an Bord minimieren. Viele Reedereien messen täglich die Temperatur aller Gäste. Auch hier variieren die konkreten Regeln je nach Kreuzfahrtlinie.

Landausflüge

Ausflüge bei Landgängen gibt es je nach Anbieter individuell oder organisiert. Passagiere von MSC Cruises können beispielsweise nur im Rahmen organisierter Ausflüge und nicht auf eigene Faust während der Reise an Land. Immer mehr Reedereien planen Kreuzfahrten, bei denen ausschließlich geimpfte Personen an Bord sind. In manchen Ländern, etwa Norwegen, ist das Anlegen nur noch für solche Schiffe möglich.

Unter anderem bietet Tui Cruises ab 22. August solche Touren nach Norwegen an. Sind ausschließlich geimpfte Gäste an Bord, fällt die Testpflicht für alle Passagiere weg, wie eine Sprecherin von Tui Cruises gegenüber unserer Redaktion bestätigte. Bei diesen Fahrten seien auch die Selbstbedienung am Buffet und die Nutzung von Saunen uneingeschränkt möglich.

Nur Geimpfte an Bord

Manche Reedereien setzten komplett auf Kreuzfahrten für Geimpfte. Kreuzfahrten auf den Schiffen von Hapag-Lloyd Cruises (HLC) werden ab Herbst nur noch für vollständig Geimpfte möglich sein. Das betreffe alle Gäste ab 18 Jahren bei Reiseantritt, informiert die Reederei auf ihrer Webseite. Damit orientiere sich HLC an bestehenden und absehbaren behördlichen Impfvorgaben für Kreuzfahrtgäste in den angesteuerten Regionen, heißt es.

Die Rückreise

Bei der Rückreise müssen vor allem Passagiere, die nicht geimpft oder genesen sind, die generelle Testpflicht bei der Einreise nach Deutschland beachten. Auf vielen Schiffen gibt es vor der Rückreise entsprechende Testmöglichkeiten für Passagiere. Die Selbstkosten belaufen sich in der Regel auf 25 bis 40 Euro.

Wenn die Kreuzfahrt ausfällt

Grundsätzlich gilt: Ob Kreuzfahrten angeboten werden, liegt auch an den aktuellen Vorgaben im Zielland. Routen können sich also kurzfristig ändern, falls beispielsweise ein Hafen Kreuzfahrtschiffen das Anlegen untersagt. Muss eine Reise abgesagt werden, können Urlauber in der Regel umbuchen. Ob sie ihr Geld zurückbekommen oder einen Gutschein erhalten, ist von Reederei zu Reederei unterschiedlich.

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Weniger Erholung

Urlaub in Zeiten der Corona-Pandemie: Jeder fünfte Deutsche hat sich in diesem Sommer nicht gut oder überhaupt nicht erholt. Das ist das Ergebnis des Urlaubsreports 2021 der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Damit bleibe der Anteil der Urlauber, die sich in den Ferien nicht entspannen konnten, im Vergleich zum Vorjahr konstant hoch. Vor allem Frauen hätten sich schlecht entspannen können.

8 Prozent der weiblichen Befragten klagten darüber, im Urlaub gar keine Erholung gefunden zu haben. Bei den Männern waren es drei Prozent. Laut DAK konnten sich 19 Prozent der Deutschen in diesem Jahr in den Ferien nicht gut erholen – 2020 war der Anteil ähnlich hoch gewesen. 2019 waren es lediglich 13 Prozent gewesen. Besonders gestresst seien die 30- bis 44-Jährigen (28 Prozent). 60 Prozent der Befragten, die sich nicht gut erholen konnten, gelang es nicht, Abstand zum Alltag zu gewinnen. Auch gescheiterte Reisepläne spielten eine große Rolle, schlechtes Wetter wurde ebenfalls als Grund genannt.

Der Report zeige auch starke regionale Unterschiede, teilte die DAK weiter mit. Von den Bayern hätten sich fast jede zweite Urlauberin und jeder zweite Urlauber sehr gut erholt (48 Prozent). Das ist bundesweit der beste Wert. Schlusslicht sei Nordrhein-Westfalen: Dort fühlten sich der Untersuchung zufolge nach dem Urlaub nur 31 Prozent der Befragten sehr gut erholt.Der DAK-Urlaubsreport ist den Angaben zufolge eine repräsentative Bevölkerungsbefragung durch Forsa im Auftrag der DAK-Gesundheit. Vom 26. Juli bis 4. August 2021 wurden 1000 Frauen und Männer, die in diesem Sommer schon Urlaub hatten, befragt.