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Hinweise auf UrsacheSchweres Zugunglück in Spanien – mehr als 60 Todesopfer

2 min

Zwei Hochgeschwindigkeitszüge sind südlich von Madrid zusammengeprallt. Die Regierung geht von menschlichem Versagen aus.

Nach dem verheerenden Zugunglück in Spanien geht die Regierung in Madrid von menschlichem Versagen als Ursache aus. Nach einem Ausfall des automatischen Sicherheitssystems seien alle Züge in dem Gebiet in der Provinz Toledo gestoppt worden, sagte Verkehrsminister Óscar Puente am Mittwochnachmittag bei einer Pressekonferenz. Das Kontrollzentrum in Madrid habe dann „unter für uns unerklärlichen Umständen“ entschieden, einen der beiden betroffenen Züge wieder fahren zu lassen, obwohl ein anderer Zug noch auf dem selben Gleis gestanden habe.

Puente sprach von einer „falschen Entscheidung“, in deren Folge es zu dem Zusammenprall genommen sei.

Zwei Hochgeschwindigkeitszüge waren am Mittwochmorgen (28. Oktober) rund 150 Kilometer südlich von Madrid auf gerader Strecke zusammengestoßen. Bei dem Unglück kamen nach Behördenangaben mindestens 68 Menschen ums Leben, mehr als 100 weitere wurden verletzt. Auf der gleichen Strecke waren nahe der andalusischen Gemeinde Adamuz erst im Januar 46 Menschen bei einer Zugkollision ums Leben gekommen.

Blick auf einen der beiden Züge, der an einem Zusammenstoß beteiligt war.

Blick auf einen der beiden Züge, der an einem Zusammenstoß beteiligt war.

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez besuchte am Mittwochnachmittag den Unglücksort nahe der Gemeinde Urda. „Ganz Spanien trauert“, sagte Sánchez und rief zu drei Tagen Trauer auf. Er bezeichnete es zudem als „inakzeptabel“, dass es in Spanien in einem Jahr zwei schwere Unfälle mit Hochgeschwindigkeitszügen gegeben habe.

Zugunglück in Spanien kostet viele Menschenleben

Fernsehbilder des Fernsehsenders „RTVE“ zeigten die Zugwracks. Mehrere Waggons lagen umgestürzt neben den Gleisen. Ein Sprecher des Rettungsdienstes erklärte, dass alle verfügbaren Kräfte zur Unglücksstelle entsandt würden. Im Einsatz waren drei Rettungshubschrauber, mehrere Feuerwehrmannschaften sowie mobile intensivmedizinische Rettungsfahrzeuge.

Der Unfall ereignete sich Medienberichten zufolge gegen 9 Uhr. Ein Hochgeschwindigkeitszug habe einen anderen von hinten gerammt, als beide in Richtung Süden nach Andalusien unterwegs gewesen seien, hieß es aus Adif-Kreisen.

„Bestürzt über das schwere Zugunglück in Toledo“, schrieb der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez auf X. Er sprach den Betroffenen und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus.

Zwei Züge stießen am Bahnhof der Stadt Urda in der Provinz Toledo zusammen.

Zwei Züge stießen am Bahnhof der Stadt Urda in der Provinz Toledo zusammen.

Bahnverkehr südlich um Madrid komplett eingestellt

Alle verfügbaren Kräfte würden zur Unglücksstelle entsandt, sagte ein Sprecher des Rettungsdienstes. Rettungshubschrauber, Feuerwehr und mobile intensivmedizinische Rettungsfahrzeuge seien im Einsatz.

Der Bahnverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde in beide Richtungen unterbrochen, wie der spanische Bahnnetzbetreiber Adif mitteilte.

Die für Mittwoch angesetzten Erstrundenpartien im nationalen Pokalwettbewerb Copa del Rey wurden abgesagt. Dies gab der spanische Fußballverband RFEF vor Beginn der 24 Spiele am Abend bekannt. Unter anderem wären die Erstligisten Betis Sevilla, FC Valencia und Deportivo Alavés im Einsatz gewesen.

Erst im Januar waren 46 Menschen ums Leben gekommen, als in Südspanien zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten. (dpa/afp/mbr)