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Schwund in Köln-EhrenfeldWer hat den Brunnen vom Barthonia-Forum?

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Auf einem Platz steht ein Brunnen, auf der Umrandung sitzen Menschen.

So sah das Barhonia-Forum im Jahr 2012 aus. Im ehemaligen 4711-Gebäude war noch die Post untergebracht. Mitten auf dem Platz stand der Brunnen, der nur im Sommer sprudelte. 

Manchmal verschwinden Dinge einfach, und man bemerkt es gar nicht. Zum Beispiel, dass der Brunnen auf dem Barthonia-Forum einfach weg ist. 

Hand aufs Herz, liebe Ehrenfelder: Haben Sie es gemerkt? Dass der Brunnen auf dem Barthonia-Forum fehlt? Und das seit fünf Jahren. Aus den Augen, aus dem Sinn – nie war ein Spruch wahrer. Sollte man meinen, bis uns in diesen Tagen Leser Fred Apel auf den verschwundenen Brunnen aufmerksam machte. Der Mann stammt nicht mal aus Köln, sondern aus Braunschweig. Weil er seit zehn Jahren regelmäßig seine Enkel in Köln-Ehrenfeld betreut und von Natur aus ein aufmerksamer Beobachter ist, wunderte er sich über den Tausch des Brunnens gegen einen Foodtruck-Stand. Auch Blumenkübel vor der Friedenskirche an der Rothehausstraße seien spurlos verschwunden. So etwas gebe es bei ihm in Niedersachsen eher selten. 

2021 wurde der Tiefgaragen-Deckel des Barthonia-Forums saniert

Die sofort eingeleiteten Recherchen zum Barthonia-Brunnen führen direkt ins Archiv des Stadt-Anzeiger. Dort ist ausführliche Berichterstattung über den Umbau des Barthonia-Forums zum Kölnisch Quartier zu finden. So heißt der Bereich an der Venloer Straße inklusive der ehemaligen 4711-Gebäude heute. Doch der Brunnen wird mit keiner Silbe erwähnt. Auf einem Bild aus dem Jahr 2021 ist der gesamte Vorplatz abgesperrt und mit Bauzäunen und Planen vor Blicken geschützt. Dort musste der Deckel der darunter befindlichen Tiefgarage saniert werden. Als der Platz schließlich wieder auftaucht, ist der Brunnen fort. Ohne dass es jemandem aufgefallen wäre.

Ein Brunnen steht vor einem großen Gebäudekomplex.

Schriftzeichen zierten den Brunnen, der in den Sommermonaten auch Wasser führte.

„Es war ein interessanter Brunnen mit Buchstaben und Schriftzeichen aus anderen Kulturen“, erinnert sich Apel, der per Mail auch ein Bild mitschickt, das den Brunnen in ganzer Pracht zeigt. Mit sprudelndem Wasser und einem sauberen, ummauerten Auffangbecken. Auf der unteren Ebene des sich nach oben verjüngenden kubischen Metallkonstrukts prangt der Name „Barthonia“.

Anruf beim langjährigen ehemaligen Ehrenfelder Bezirksbürgermeister Josef Wirges: Der damalige Investor Barth habe sich wohl mit dem Kauf des gesamten Areals inklusive Brunnen ein Denkmal gesetzt. Wirges erinnert sich vor allem auch an den Verkauf des Areals und den Umzug der 4711-Produktion nach Bickendorf, aber wer den Brunnen gemacht hat und wo er hin ist, weiß auch er nicht. Was er weiß, ist, dass der Brunnen oft vermüllt war, und die AWB sich weigerte, ihn zu reinigen, und es deshalb immer wieder Diskussionen in der Bezirksvertretung gab. 

Schließlich befand sich der Platz, auf dem er stand, damals wie heute im Privatbesitz. Daher war die Stadt nicht zuständig für die Reinhaltung desselben und weiß auch nicht, wer den Brunnen mitgenommen hat. Sie verweist auf den Eigentümer. Die Freogroup, der das Gelände nun gehört, lässt eine entsprechende E‑Mail jedoch unbeantwortet. Altmetall war sicher auch im Jahr 2021 schon viel wert…


Liebe Ehrenfelder, sollten Sie etwas über den Verbleib des Brunnens wissen, melden Sie sich gerne bei uns! Sollten Sie bemerken, dass andere Gegenstände fehlen, melden Sie sich bitte ebenfalls bei ksta-stadtteile@kstamedien.de