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Interview

FC-Stürmer Steffen Tigges
„Wir hatten einen schweren Start miteinander“

4 min
Steffen Tigges beim Spiel gegen Union Berlin

Steffen Tigges beim Spiel gegen Union Berlin

FC-Stürmer Steffen Tigges spricht über seine beiden wichtigen Tore und das Verhältnis zum Trainer Timo Schultz.

Steffen Tigges hat es beim 1. FC Köln nicht wirklich leicht. Wenn die Öffentlichkeit die Themen fehlende Qualität im Bundesliga-Kader oder Schwachpunkt FC-Offensive behandelt, fiel der Name des 25-Jährigen in der Saison 2023/24 zuverlässig. Der gebürtige Osnabrücker hatte in seiner ersten Saison als Mittelstürmer bei den Geißböcken noch sechs Tore erzielt. Im zweiten Jahr stand er bis zum 28. Spieltag bei enttäuschenden null Treffern. Tigges steht mittlerweile vor dem letzten Saisionspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim 1. FC Heidenheim bei zwei Saisontoren.

Gut möglich, dass im Fall des Klassenerhalts mithilfe der Relegation aber genau über diese beiden Tore nach der Saison noch viel gesprochen wird. Das 1:1 gegen den VfL Bochum und das 2:2 gegen Union Berlin leiteten nämlich jeweils die Wende zum Sieg in den beiden Heimspielen ein und machten es erst möglich, dass die Kölner am 34. Spieltag überhaupt noch eine Chance auf die Relegation gegen Fortuna Düsseldorf haben.

Am Mittwoch nach dem Training im Franz Kremer-Stadion stellte sich Steffen Tigges den Medien und sprach über...

das Spiel in Heidenheim: Wir haben nur eine Richtung: nach vorne. Wir laufen früh an, wir wollen draufgehen. Wir wollen das Spiel auch schnell in unsere Richtung bringen. In den beiden Trainingseinheiten diese Woche war schon gut zu sehen, dass wir drauf marschieren wollen.

die vielen späten Tore: Es ist schon die ganze Saison über der Wunsch, die Spiele anders zu gestalten. Es ist unser größtes Problem dieses Jahr, dass wir so wenig klare Torchancen rausspielen. Am Ende müssen wir es dann irgendwie mit Hängen und Würgen erzwingen. Wenn es am Wochenende aber noch mal so kommt, wäre es vollkommen in Ordnung.

die öffentliche Kritik an der FC-Offensive: Wir können uns auf die Mannschaft verlassen und haben in den letzten Spielen gezeigt, dass wir zusammenstehen, auch wenn es nicht gut läuft. Keiner im Team zeigt mit dem Finger auf andere. Wir trainieren viele Abläufe, um sicherer zu werden. Ich hoffe, dass in Heidenheim der Knoten für alle platzt.

seine Tore gegen Bochum und Union: Ich bin erst mal froh, dass wir überhaupt noch eine Chance auf die Relegation haben. Damit hat doch nach unseren Heimspielen gegen Darmstadt und Freiburg keiner mehr gerechnet. Für mich war es keine einfache Saison. Ich habe nicht viel gespielt und hatte nur wenige Aktionen. Da bin ich natürlich froh, dass es jetzt noch zweimal geklappt hat und dass Tore dabei herumgekommen sind, die uns essenziell weitergebracht haben.

Die Bedeutung des 3:2 gegen Union im Vergleich zum 2:1 gegen Bochum: Die Tore gegen Union waren entscheidender, weil wir ohne sie weg gewesen wären. Das war eine größere Erlösung. Alle waren total erleichtert. Von daher war mein 2:2 etwas Besonderes, auch wenn die Reaktion durch die Abseitsüberprüfung nicht so eine Explosion war wie nach dem Tor gegen Bochum.

Die Lanze, die Trainer Timo Schultz nach dem Union-Spiel für ihn gebrochen hat: Wir hatten einen schweren Start miteinander und mussten uns erst ein bisschen aneinander gewöhnen. Also, was der eine vom anderen erwartet. Es war aber immer ein faires, kollegiales Verhältnis mit gegenseitigem Vertrauen. Ich hatte nicht das Gefühl, irgendetwas beweisen zu müssen. Wir haben darüber gesprochen und alles geklärt. Man kann aktuell sehen, dass es jetzt auch funktioniert.

Die mentale Situation vor dem letzten Spieltag: Wir hatten gegen Union schon ein Endspiel und da hat es dann ja auch funktioniert. Am Ende können wir uns auf uns als Mannschaft verlassen. Wir hatten im Spiel gegen Union schwierige Phasen. Gerade nach dem frühen 0:2-Rückstand hat man gesehen, dass die Mannschaft dann nicht umfällt. Aus diesem Charakter ziehen wir unsere Kraft und verteilen den Druck auf alle Schultern.

die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag: Wir müssen gewinnen und Union muss verlieren. So ist das im im Fußball. Es ist nichts Beson deres. Wir tun aber sicher gut daran, nur auf uns zu schauen, dass wir erstmal unsere Aufgabe erledigen. Das wird schwer genug, weil wir am Samstag auf einem richtig guten Gegner treffen. Gerade zu Hause ist Heidenheim wirklich stark. Wir müssen erst einmal unseren Teil der Aufgabe erfüllen, sonst können wir uns von den anderen Ergebnissen sowieso nichts kaufen.