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Umbau beim 1. FC KölnNeue Satzung sieht Aufsichtsrat und längere Amtszeiten vor

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Jörn Stobbe, Jörg Alvermann und Ulf Sobek beim Spiel gegen Bremen.

Jörn Stobbe, Jörg Alvermann und Ulf Sobek fiebern auf der Tribüne mit dem 1. FC Köln. 

Der 1. FC Köln plant eine große Satzungsreform: Ein neuer Aufsichtsrat und längere Amtszeiten für den Vorstand sind geplant.

Die künftige Ausrichtung des als mitgliedergeführter Verein organisierten 1. FC Köln wird auf der anstehenden Mitgliederversammlung bestimmt. Am 22. November 2026 (Totensonntag) wird der Vorstand, bestehend aus Jörn Stobbe, Jörg Alvermann und Ulf Sobek, den Mitgliedern ab 12 Uhr in der Koelnmesse weitreichende Reformvorschläge präsentieren.

Unter der Leitung von Vizepräsident Alvermann wurde in den letzten Monaten eine neue Satzung erarbeitet. Dies geschah in Zusammenarbeit mit einer Kommission. Ein wesentliches Ziel der Reform ist es, die Strukturen zu vereinfachen und die komplexe Aufteilung der Gremien durchschaubarer zu machen.

Kernpunkte der geplanten Satzungsreform

Gegenüber „Express.de“ erläuterte der Jurist Alvermann einen zentralen Punkt der neuen Satzung: die Einführung eines neuen Aufsichtsrats.

Die gegenwärtige Gremienvielfalt im Klub ist für viele schwer nachvollziehbar, was bei manchen Anhängern zu Fehlinterpretationen von Zuständigkeiten führt. Aktuell existieren Vorstand, Mitgliederrat, Gemeinsamer Ausschuss, Beirat sowie ein Aufsichtsrat zur Kontrolle der Geschäftsführung. Diese Aufteilung soll zukünftig übersichtlicher werden.

Alvermann führt aus: „Viele denken, der Mitgliederrat ist die Vertretung der Mitglieder. In erster Linie ist er aber ein Aufsichtsgremium, welches den Vorstand kontrollieren soll. Deshalb werden wir ihn in Vereinsaufsichtsrat umbenennen. Inhaltlich wird nichts geändert, wir wollen nur die Kontrollfunktion herausstellen.“

Die Mitgliederzahl dieses Gremiums wird von 15 auf zwölf Personen verringert. Geleitet wird es von einer vorsitzenden Person sowie zwei Stellvertretungen.

An die Stelle des Gemeinsamen Ausschusses tritt ein neu geschaffener Aufsichtsrat der Kapitalgesellschaft. Bisher setzte sich der Ausschuss aus dem dreiköpfigen Vorstand, dem Vorsitz des Mitgliederrats samt Stellvertretung und den Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Beirat zusammen.

Dieses neue Gremium wird sich aus drei Mitgliedern des Vereinsaufsichtsrats, drei Vorstandsmitgliedern und drei externen Fachleuten zusammensetzen. „So holen wir externe Kompetenz, insbesondere Wirtschaftskompetenz, in den Verein.“ Wer diese Experten bestimmt, erläutert Alvermann ebenfalls: „Die werden vom Vorstand und Vereinsaufsichtsrat bestellt, wenn die Mitglieder unserem Satzungsvorschlag folgen.“

Verlängerung der Amtszeiten geplant

Eine weitere wesentliche Änderung betrifft die Dauer der Amtsperioden. Die Amtszeit des Vorstands soll von drei auf vier Jahre ausgedehnt werden. Alvermann begründet den Vorschlag so: „Es wäre illusorisch, dass man in drei Jahren Amtszeit alles realisieren kann, was man sich vorgenommen hat. Ich halte eine Amtszeit von drei Jahren für zu kurz. Beim FC wird also zu schnell gewählt, denn auch ein Wahlkampf bindet Kapazitäten. Deshalb wollen wir bei der Satzungsreform die Amtszeit um ein Jahr verlängern.“

Künftig soll ein Vorstand also für vier Jahre im Amt bleiben, um mehr Zeit für die Umsetzung von Projekten zu gewinnen. Die laufende Amtsperiode ist von dieser Neuregelung jedoch nicht betroffen. Ebenso soll der zukünftige Vereinsaufsichtsrat für eine vierjährige Periode gewählt werden.

Für die Annahme der neuen Satzung ist bei der Versammlung im November eine Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen erforderlich. Die Vereinsführung zeigt sich zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen, da in den vergangenen Monaten viele Gespräche mit Mitgliedern geführt wurden.

Versammlung findet ausschließlich in Präsenz statt

Für Diskussionen im Vorfeld dürfte jedoch die Entscheidung über das Format der Veranstaltung sorgen. Alvermann kündigte an: „Die Mitgliederversammlung wird rein in Präsenz stattfinden.“ Unklar ist, wie viele der rund 170.000 Mitglieder am 22. November über die Zukunft des Vereins abstimmen werden.

Damit erteilt der Verein den Wünschen vieler Mitglieder nach einer hybriden Veranstaltung eine Absage. Eine solche Lösung hätte es auch Fans, die krank, mobil eingeschränkt oder weit entfernt wohnen, ermöglicht, online abzustimmen. Dieser Wunsch wurde in den vergangenen Jahren wiederholt geäußert.

Der Verein begründet seine Entscheidung damit, den persönlichen Austausch auf dem höchsten Vereinsorgan stärken zu wollen. Zudem sei die Umsetzung des Rederechts vor Ort einfacher zu handhaben. Erfahrungen aus der Vergangenheit hätten außerdem gezeigt, dass hybride Formate nicht zu einer höheren Teilnehmerzahl geführt hätten als reine Präsenzveranstaltungen.

Stimmberechtigt sind Ende November alle Mitglieder ab 16 Jahren. Wer über die zukünftige Ausrichtung des Vereins mitentscheiden möchte, muss persönlich in der Koelnmesse erscheinen. (red)