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Abschied steht festEric Martel nach FC-Abgang in Mainz vorgestellt

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FC-Profi Eric Martel im Gespräch mit Schiedsrichter Deniz Aytekin.

FC-Profi Eric Martel im Gespräch mit Schiedsrichter Deniz Aytekin.

Eric Martel verlässt nach vier Jahren den FC ablösefrei und hat einen neuen Bundesliga-Klub gefunden. Es gab auch Anfragen aus dem Ausland.

Am Sonntagabend hatte der 1. FC Köln den Abschied offiziell bestätigt: Eric Martel und der Verein konnten sich nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen, der Mittelfeldakteur verlässt den Bundesligisten ablösefrei.

Was der Kölner Stadt-Anzeiger am Montagabend (18. Mai 2026) als Erstes vermeldete, ist seit Dienstag auch offiziell: Martel wechselt zum FSV Mainz 05. Er hat beim Kölner Liga-Konkurrenten einen Vertrag bis 2030 unterschrieben.

Martel und FC gehen getrennte Wege

Nach einjähriger Suche hat sich der 24-Jährige für die Rheinhessen entschieden, die unter Trainer Urs Fischer nach einer schwierigen Hinrunde zur Aufholjagd ansetzten und die Saison schließlich als Tabellenzehnter abschlossen – vier Plätze vor dem FC.

„Ich habe große Lust auf die neue Aufgabe hier in Mainz. Die Gespräche mit Urs Fischer und Niko Bungert haben mich davon überzeugt, dass das hier der nächste, richtige Schritt für mich ist. Ich freue mich sehr auf die neue Saison, auf die Mannschaft, die Stadt und die Fans, und kann es kaum erwarten Anfang Juli loszulegen“, sagte Martel bei seiner Vorstellung in Mainz.

Ihm sollen zuvor auch weitere Anfragen vorgelegen haben, aus der Bundesliga ebenso wie aus Italien, Spanien, Schottland und von ambitionierten Teams aus der Championship, der zweiten englischen Liga.

Der Weg zu diesem Abschied war langwierig. Der aus Bayern stammende Spieler hatte schon im Sommer über einen Wechsel nachgedacht, verblieb beim FC jedoch, weil offenbar die erhofften Offerten ausblieben. Infolgedessen nahm Geschäftsführer Thomas Kessler das ursprüngliche Angebot zurück. In den folgenden Monaten konnte sich Martel nicht zu einer Verlängerung seines auslaufenden Vertrags entschließen. Noch in der Vorwoche konnte Kessler „keinen neuen Stand“ mitteilen, kündigte jedoch an: „Da wird es zeitnah eine Entscheidung geben.“

Jene Entscheidung fiel nun. „Wir standen mit Eric in den vergangenen Wochen und Monaten in engem, regelmäßigem Austausch und haben ihm ein faires sowie wertschätzendes Angebot unterbreitet. Am Freitag hat er uns darüber informiert, dass er dieses nicht annehmen und sich einer neuen sportlichen Herausforderung stellen möchte“, sagt Kessler. „Das respektieren wir. Wir bedanken uns bei Eric ausdrücklich für seinen Einsatz in den zurückliegenden vier Jahren beim 1. FC Köln und wünschen ihm für seinen weiteren Weg alles Gute.“

Auch Martel selbst meldete sich mit emotionalen Worten zu Wort: „Vier Jahre durfte ich den Geißbock auf der Brust tragen – und das immer mit großem Stolz. Gemeinsam sind wir durch Höhen und Tiefen gegangen. Doch die vielen schönen Momente werden für mich immer überwiegen, und genau diese werde ich niemals vergessen. Vor den Fans in diesem Stadion zu spielen, war für mich jedes Mal ein absoluter Gänsehautmoment.“

Dass der Abschied dem früheren Spielführer der deutschen U21-Auswahl schwerfällt, war bereits am Samstag in München deutlich zu sehen. Während die Bayern im Mittelkreis ihre 35. Meisterschale feierten und der FC nach einer klaren 1:5-Niederlage zum Zuschauen verdammt war, weinte Martel im Kreis seiner Mannschaft – in dem Wissen, soeben seine letzte Partie im Trikot des FC absolviert zu haben. Zuerst spendete Cenk Özkacar seinem Mannschaftskameraden Trost, danach umarmte Linton Maina den Mittelfeldakteur.

Der 1. FC Köln erkundet seit mehreren Wochen den Transfermarkt für einen spielgestaltenden defensiven Mittelfeldspieler. Eine mögliche Fährte führt nach Skandinavien. Silas Andersen ist hierbei ein Name. Kessler versuchte schon im Winter, ihn zum Verein zu holen, doch sein Vorstoß bei BK Häcken war nicht erfolgreich. Auch eine Rückkehr von Salih Özcan (28), der Borussia Dortmund nach vier Jahren ablösefrei verlässt, ist am Geißbockheim ein Thema. Zwischen den FC-Verantwortlichen und der Spieler-Seite fand bereits ein Austausch statt.