Nach der Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshof, die Transfersperre gegen den 1. FC Köln vorerst auszusetzen, hat Streitgegner Olimpija Ljublana Stellung bezogen. Vizepräsident Dr. Christian Dollinger äußert sich in der Rundschau.
Fall PotocnikSo reagiert Olimpija Ljubljana auf die Aussetzung der Transfersperre des 1. FC Köln

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne.
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Am Tag nach der Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshof (CAS), die Transfersperre gegen den Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln vorerst auszusetzen, hat sich Streitgegner Olimpija Ljubljana zu Wort gemeldet. „Die Entscheidung des CAS bedeutet nicht, dass die Karten neu gemischt werden“, erklärte Olimpijas Vizepräsident Dr. Christian Dollinger gegenüber der Rundschau. „Nach unserem Kenntnisstand bleibt die Fifa bei ihrer Haltung. Sie geht nicht von ihrer Argumentation weg, sondern hat lediglich der aufschiebenden Wirkung der Transfersperre zugestimmt.“
Das war unserer Ansicht nach so zu erwarten, um möglichen Schadensersatzforderungen gegenüber der Fifa entgegenzuwirken, sollte der CAS in seinem Berufungsurteil zu einer anderen Entscheidung kommen als der Weltverband.
Beim slowenischen Double-Sieger habe man mit diesem Schritt gerechnet. „Das war unserer Ansicht nach so zu erwarten, um möglichen Schadensersatzforderungen gegenüber der Fifa entgegenzuwirken, sollte der CAS in seinem Berufungsurteil zu einer anderen Entscheidung kommen als der Weltverband“, sagte Dollinger. Für Ljubljana selbst habe sich dadurch nichts verändert.
„Wir wollten dem 1. FC Köln nie einen Schaden zufügen“, betonte Dollinger noch einmal. „Unser Ziel ist Gerechtigkeit. Wir wollen eine angemessene Entschädigung für Jaka Cuber Potocnik erhalten.“ Deshalb habe man ebenfalls Antrag auf Berufung beim CAS eingelegt. Ljubljana fordert auf Grundlage eines angeblichen Angebots von Dinamo Zagreb rund 2,5 Millionen Euro Entschädigung. Die Fifa hatte den Slowenen in ihrem Urteil vom 1. Februar nur 51.750 Euro zugesprochen.
Wechsel von Leart Paqarada zum 1. FC Köln hat Bestand
Durch die nun bekannt gewordene Aussetzung der Transfersperre ist es dem 1. FC Köln im Sommer doch möglich, neue Spieler zu registrieren. Damit hat auch die bereits im Januar erfolgte Verpflichtung von Linksverteidiger Leart Paqarada (FC St. Pauli) Bestand. Die viermonatige Spielsperre gegen Jaka Cuber Potocnik, von der der slowenische Junioren-Nationalspieler bereits zwei Monate abgesessen hat, wurde ebenfalls ausgesetzt.
Olimpija Ljubljana wirft dem 1. FC Köln vor, den damals erst 16-jährigen Potocnik bei seinem Wechsel im Januar 2022 ans Geißbockheim zum Vertragsbruch angestiftet zu haben. Zudem soll das Sturm-Talent seinen Vertrag ohne triftigen Grund gekündigt haben. Ljubljana schaltete die Fifa ein, deren Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten den Slowenen einstimmig recht gab. Der FC wurde daraufhin mit einer zwei Wechselperioden umfassenden Transfersperre belegt, die die Personalplanung mit Eingang des Urteils am 29. März zwei Monate lang auf Eis legte – bis Freitagabend, als dem Kölner Antrag auf Berufung durch den CAS stattgegeben wurde.
