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1. FC KölnTrainerwechsel weckt Hoffnungen

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Marius Bülter erlebte als FC-Neuzugang nach einem tollen Start einen ernüchternden Saisonverlauf.

Marius Bülter erlebte als FC-Neuzugang nach einem tollen Start einen ernüchternden Saisonverlauf. 

Der 1. FC Köln baut nach dem Trainerwechsel auch auf eine positive Entwicklung bei den Spielern, die zuletzt unter Lukas Kwasniok nicht zufrieden waren. 

Ein Trainerwechsel bietet Möglichkeiten und weckt Hoffnungen. Vor allem für Spieler, die ins Hintertreffen geraten sind – aus welchen Gründen auch immer. Reńe Wagner ist beim 1. FC Köln vom Co-Trainer und „Kumpel“ der Spieler zum Chefcoach und Nachfolger von Klukas Kwasniok aufgestiegen. „Es gibt immer Jungs, die mit ihrer Situation unzufrieden waren. Ich habe definitiv das Gefühl, dass sie sich durch den Trainerwechsel wieder ein bisschen freier fühlen können“, sagte Wagner. Der 37-Jährige hat in seinem Kader eine ganze Reihe von Kandidaten, die im Endspurt der Bundesliga-Saison ihre Chance nutzen und nachhaltig auf sich aufmerksam machen wollen.

Luca Waldschmidt (29 Jahre)

Der technisch versierte und torgefährliche Ex-Nationalspieler konnte auch unter Lukas Kwasniok als neuem Trainer mit seiner Rolle nicht zufrieden sein. Der Linksfuß, der sich im Winter-Trainingslager im „Express“ öffentlich über seine Einsatzzeiten beschwert hatte, kommt bislang auf 18 Einsätze und stand nur sechsmal in der Startelf. Drei Tore und drei Vorlagen stehen auf seinem Konto — zu wenig für seine Ansprüche. Bei Waldschmidt, der bis 30. Juni 2027 beim FC unter Vertrag steht, wird es darauf ankommen, wie er sich im Spiel gegen den Ball präsentiert und ob er offensiv unter   Wagner seine Rolle findet.

Marius Bülter (32 Jahre)

Der erfahrene Bundesliga-Profi galt zu Saisonbeginn schon als Toptransfer. Der Angreifer sammelte seine drei Tore und drei Assists allesamt bis zum elften Spieltag ein. Er ist damit seit dem 3:4 gegen Eintracht Frankfurt am 22. November 2025 ohne Scorerpunkt.   Nachdem Bülter zum ersten Mal Vater geworden war und sich unmittelbar danach einen Infekt zuzog, verlor er komplett seinen Rhythmus und seinen Stammplatz. Der Stürmer, dessen Vertag bis zum 30. Juni 2027 läuft, stand in der Hinrunde neun Mal in der Startelf und in der Rückrunde nur noch fünf Mal. Reńe Wagner dürfte es freuen, wenn Bülter im Saisonendspurt seine Form wiederfindet und damit auch seine Erfahrung wieder einbringen kann.

Denis Huseinbašić (24 Jahre)

Der Bosnier schaut bislang auf eine enttäuschende Saison zurück und hat dadurch auch seinen Kaderplatz in der Nationalmannschaft und seine Chancen auf eine WM- eingebüßt. Beim FC hatte man dem aus der Regionalliga gekommenen, zentralen Mittelfeldspieler im vierten Vertragsjahr den nächsten Schritt in seiner bislang guten Entwicklung zugetraut. Das Gegenteil ist eingetreten. Huseinbasic kommt bislang auf 14 Einsätze, nur acht davon in der Startelf. Sein Scoreboard steht nach zwölf Punkten in den ersten drei Jahren in dieser Saison bei null. Huseinbasic fiel bis zum Derby gegen Mönchengladbach zuletzt wegen nicht näher definierter Hüftprobleme aus. Er besitzt durchaus die Fähigkeiten, den Geißböcken im Kampf um den Klassenerhalt eine Hilfe zu sein. Auch sein Arbeitspapier beim FC ist noch bis zum 30. Juni 2027 gültig.

Dominique Heintz (32 Jahre)

Auf den routinierten Innenverteidiger war bei seinen nur acht Einsätzen in dieser Saison immer Verlass. Der Pfälzer, dessen Vertrag nach dieser Saison ausläuft, stand fünf Mal in der Startelf und hatte Pech mit zwei Muskelverletzungen, nach denen er ab dem 24. Spieltag nicht mehr zum Einsatz kam. Heintz gehört zu den Spielern, auf dessen Erfahrung Wagner in den letzten sieben Saisonspielen noch bauen könnte. Die Konkurrenz in der Innenverteidigung ist allerdings groß und mit Jahmai Simpson-Pusey, Rav van den Berg und Cenk Özkacar auch sehr leistungsstark.

Linton Maina (26 Jahre)

Der Schienenspieler (17 Einsätze/ 7 Mal Startelf) hatte sich gerade in die erste Elf gespielt, als ihn erst ein Rippenbruch und dann ein Infekt lahmlegten. Bis dahin erzielte er zwei Tore und gab eine Vorlage. Nach seinem Comeback beim 1:2 gegen Dortmund fand er auch gegen den H SV und gegen Gladbach nicht zu seiner besten Form zurück. Maina zählt nach Florian Kainz und Kapitän Marvin Schwäbe zu den dienstältesten Spielern im FC-Kader und könnte als Führungsperson im Endspurt eine wichtige Rolle einnehmen.