Abo

Auftakt in HeidenheimWegweisende Woche für den 1. FC Köln - Waldschmidt aus Kader gestrichen

4 min
1. FC Köln, Trainingslager La Nucia, Tag 2, 03.01.2026, Bild: GEISSBLOG / Marc L. Merten

Letzte Anweisungen vor dem Bundesliga-Neustart: FC-Coach Lukas Kwasniok im Trainingslager in La Nucia.

Lukas Kwasniok greift vor dem wichtigen Jahresauftakt beim 1. FC Heidenheim durch und verbannt Luca Waldschmidt aus dem Kader. Der ehemalige Nationalspieler hatte im Trainingslager öffentlich Kritik an seinen Einsatzzeiten geäußert.

Am Ende einer wechselhaften Woche an der Costa Blanca fiel das Fazit von Lukas Kwasniok recht versöhnlich aus. „Es ging darum, Themen aufzufrischen. Wir haben Inhalte abgearbeitet, um auch im spieltaktischen Bereich gewappnet zu sein. Ich denke, dass wir gut gerüstet sind für das Spiel in Heidenheim“, resümierte der Trainer des 1. FC Köln vor dem wegweisenden Bundesliga-Jahresauftakt auf der verschneiten Ostalb am Samstag (15.30 Uhr, Sky). Um eine Einschränkung kam der 44-Jährige aber nicht herum: „Die Rahmenbedingungen in Heidenheim konnten wir in La Nucia natürlich nicht simulieren. Wir alle sind aber Profifußballer, die bei 15 Grad, aber auch bei 0 Grad in der Lage sein sollten, ihre Bestleistung zu bringen.“

Ein gelungener Kaltstart würde die angespannte Stimmung rund um den Aufsteiger wieder etwas aufhellen. „Wenn wir punkten, wäre das kurzfristig gesehen für die Emotionalität rund um den Club eine Hilfe“, weiß Kwasniok, dass gleich zu Jahresbeginn einiges auf dem Spiel steht. Der zuletzt ohne glückliches Händchen agierende FC-Trainer ist gefordert, Lösungen zu finden, um den seit Herbst anhaltenden Abwärtstrend zu beenden. Die Euphorie nach dem starken Saisonstart ist verflogen, die magere Ausbeute von zwei Punkten aus den jüngsten sechs Spielen hat die Abstiegszone bedrohlich nahekommen lassen. Im Umfeld  machen sich Sorgen breit über ein Abrutschen in den Tabellenkeller, und auch aus der Mannschaft ist ein gewisses Rumoren zu vernehmen.

Der Klassenerhalt ist unser ganz großes Ziel. Da würde es helfen, wenn wir in Heidenheim gut aus den Startlöchern kommen.
Lukas Kwasniok, Trainer 1. FC Köln

Lukas Kwasniok ist darum bemüht, die Situation realistisch einzuordnen: „Ich kann betonen, in den letzten 33 Jahren hat der FC eine Bundesliga-Saison nur dreimal auf einem einstelligen Platz beendet. Dann muss man den elften Platz als Aufsteiger in dieser Saison nach 15 Spielen zu schätzen wissen“, appellierte der FC-Coach und sprach seinen Profis das Vertrauen aus: „Ich wünsche mir, dass die Mannschaft das Bestmögliche aus sich herausholt. Wenn sie das macht, bin ich überzeugt, dass wir nach 34 Spielen unser Ziel erreicht haben.“

Auf diesem Weg kommt dem Auftakt nach der Winterpause eine große Bedeutung zu. Rund um das Gastspiel von Primus Bayern München am kommenden Mittwoch bekommen es die Kölner mit dem Tabellenvorletzten Heidenheim sowie Schlusslicht Mainz zu tun – zwei direkte Konkurrenten. „Der Klassenerhalt ist unser ganz großes Ziel. Da würde es helfen, wenn wir in Heidenheim gut aus den Startlöchern kommen“, hofft Kwasniok auf den ersten Sieg seit dem 4:1 gegen den HSV Anfang November.

Entsprechend leidenschaftlich wollen die Kölner auftreten. „Wir werden alles dafür geben, um Heidenheim in der Tabelle hinter uns zu lassen“, versprach Kwasniok. Gleichwohl ist ihm daran gelegen, den Druck nicht noch größer werden zu lassen. „Es geht einzig und allein darum, wie wir allerspätestens am 34. Spieltag unser Ziel gemeinsam erreichen können. Darauf schwöre ich alle im Umfeld vom ersten Tag ein“, will Kwasniok von zwei vorgezogenen Endspielen nichts wissen.

1. FC Köln: Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey vor Kaderdebüt

Wie angespannt die Lage trotzdem ist, wurde am Freitag deutlich, als Luca Waldschmidt überraschend aus dem Kader für die Partie in Heidenheim gestrichen wurde. Grund soll das „Rollenverständnis“ des früheren Nationalspielers sein. Waldschmidt hatte während des Trainingslagers in einem Interview mit dem „Express“ Kritik an seinen Einsatzzeiten geübt („Es war auch für mich manchmal schwer zu greifen“). Mit fünf Torbeteiligungen zählt Waldschmidt immerhin zu den gefährlichsten Angreifern einer Kölner Mannschaft, der in den jüngsten vier Spielen nie mehr als ein Tor gelang.

Eine mutige Entscheidung von Kwasniok, der auch Florian Kainz nach Hause schickte. Anstelle der beiden Routiniers dürfen sich die Talente Fynn Schenten und Youssoupha Niang zeigen. Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey soll zwar erstmals im Kader stehen, dennoch ist das Abwehrzentrum weiterhin dünn besetzt. Neben Timo Hübers, Luca Kilian (langzeitverletzt), Joel Schmied (Muskelverletzung) und Rav van den Berg (Rotsperre) fällt mit Dominique Heintz (angeschlagen) ein fünfter Innenverteidiger kurzfristig aus.

Ein Gewinner des Trainingslagers ist derweil Alessio Castro-Montes. Der Schienenspieler, der nach seinem späten Wechsel zum FC bislang nur viermal zum Einsatz kam, wusste in Spanien zu überzeugen. Kwasniok bescheinigte dem ehemaligen Profi von Union Saint-Gilloise eine Trainingswoche „voller Selbstvertrauen“ und fügte hoffnungsfroh an: „Er bringt ein anderes Attribut mit und hat eine gewisse Spielstärke und Kreativität auf der Schiene. Dafür haben wir ihn verpflichtet. Er scheint jetzt angekommen zu sein.“

Voraussichtliche Aufstellungen:
1. FC Heidenheim:
Ramaj; Busch, Mainka, Siersleben, Föhrenbach; Schöppner, Dorsch; Ibrahimovic, Honsak; Schimmer, Pieringer. – 1. FC Köln: Schwäbe; Sebulonsen, Martel, Özkacar; Thielmann, Johannesson, Huseinbasic, Castro-Montes; Kaminski, El Mala; Bülter. – SR.: Schröder (Hannover).