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1. FC KölnWie Denis Huseinbasic sich selbst überrascht

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Denis Huseinbasic gestikuliert bei einem Spiel des 1. FC Köln

Vom Schnäppchen zum Leistungsträger: FC-Profi Denis Huseinbasic

Denis Huseinbasic hat sich in Windeseile zum Transfercoup für den 1. FC Köln entwickelt. Zur vorläufigen Krönung wurde der ehemalige Viertliga-Kicker nun erstmals in die deutsche U21-Nationalmannschaft berufen.

Denis Huseinbasic hat ein erstaunliches Halbjahr hinter sich. Den gewaltigen Sprung von der Vierten in die Erste Liga meisterte das Mittelfeldtalent ohne Anpassungsprobleme. Doch damit nicht genug: Mit drei Toren und zwei Vorlagen in 14 Bundesliga- und Europapokalpartien entwickelte sich der vorherige Regionalliga-Ausnahmespieler der Kickers Offenbach in Windeseile zum Transfercoup für den 1. FC Köln. Huseinbasic, im Sommer zum Schnäppchenpreis von 50 000 Euro ans Geißbockheim gekommen, gilt längst nicht mehr als Leihkandidat. Dank seiner Unbekümmertheit, seinem Ehrgeiz und seinem Gespür für Situationen ist er inzwischen fester Bestandteil des Teams von Steffen Baumgart.

Huseinbasic in der Vorbereitung auf das U21-Spiel gegen Italien

Mit der erstmaligen Berufung in die deutsche U21-Nationalmannschaft erreichte die noch junge Karriere des gebürtigen Hessen und Sohnes bosnischer Eltern ihre vorläufige Krönung. „Ich habe nicht gedacht, dass ich mich so schnell etablieren würde“, zeigt sich der 21-Jährige selbst überrascht von seiner rasanten Entwicklung. Während seine Kölner Kollegen derzeit zur Werbetour in den USA weilen, bereitet sich Huseinbasic mit der DFB-Auswahl in Herzogenaurach auf das letzte U21-Spiel des Jahres am Samstag (17.30 Uhr, Sat.1) gegen Italien vor. Die Partie in Ancona gilt als Härtetest mit Blick auf die U21-Europameisterschaft 2023 in Rumänien und Georgien.

Denis Huseinbasic ist „stolz“, sich nun auch im Kreise des DFB beweisen zu dürfen. Die Einladung von U21-Bundestrainer Antonio Di Salvo wertet er als „Höhepunkt und Anerkennung“. Berührungsängste verspürt er keine. „Ich wurde sehr gut aufgenommen. Es war nicht schwierig, Fuß zu fassen.“ Sicherlich auch, weil in Eric Martel und Jan Thielmann zwei Mitspieler aus Köln dabei sind. Zum U21-Bundestrainer hat Huseinbasic ebenfalls bereits einen engen Draht aufgebaut. Di Salvos Umgang sei „sehr menschlich. Man kann sich mit ihm wie mit einem Freund unterhalten“. Der gibt das Lob zurück: „Die Entwicklung von Denis ist toll. Gerade die letzten Wochen hat er hervorragende Leistungen gezeigt. Wir sind froh, dass er sich zu Deutschland bekannt hat.“

Auf der Gegenseite hat der Schritt für Wirbel gesorgt. „Es besteht kein Zweifel. Er hat gesagt, dass er für Bosnien-Herzegowina spielen wird. Er gehört 100 Prozent zu uns“, hatte Zvjezdan Misimovic, der Technische Direktor des bosnischen Verbandes, kürzlich verlauten lassen. Denis Huseinbasic weicht bei der Frage nach diesem Thema aus: „Ich bin sehr glücklich, hier zu sein“, sagt er über seine Premieren-Einladung zu den DFB-Junioren. „Über die Vergangenheit mache ich mir keine Gedanken.“ Das gilt im übrigen auch für das Abrutschen in den Abstiegskampf mit dem 1. FC Köln: „Wir machen uns keinen Kopf. Wir wissen, was wir können. Wenn wir keine Englischen Wochen mehr haben, werden wir umso fitter sein.“