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2:1 im Pokal in WürzburgJóhannesson rettet lange Zeit pomadigen, einfallslosen FC

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WUERZBURG, GERMANY - AUGUST 24: Isak Johannesson 1. FC Koeln, 8 celebrates scoring the 1:2 goal during the 1st round DFB Pokal match between Wuerzburger Kickers vs. 1. FC Koeln at AKON ARENA on August 24, 2026 in Wuerzburg, Germany. DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO. Bavaria Germany Copyright: xSteffiexWunderlx

Isak Jóhannesson(r.) feiert seinen zweiten Treffer mit Vorlagengeber Linton Maina.

Hauptsache eine Pokalrunde weiter: Der 1. FC Köln kann beim 2:1-Sieg bei Drittligist Würzburg allerdings nicht überzeugen. 

Die Euphorie beim 1. FC Köln war in den vergangenen Tagen groß, die Stimmung nach der tollen Nachricht über den Verbleib von Jungstar Said El Mala prächtig. Am Montagabend folgte im ersten Pflichtspiel der neuen Saison jedoch über eine Stunde lang der erste Dämpfer. Denn bis zur 62. Minute enttäuschte der hohe Favorit beim Drittliga-Aufsteiger Würzburger Kickers und lag mit 0:1 hinten – bei einem Klub, dessen gesamter Kaderwert 4,11 Millionen Euro beträgt. Dafür gibt es ungefähr einen Zeh von El Mala.

Immerhin: Der FC kapierte, dass es so nicht weitergehen konnte. Die Kölner rissen sich am Riemen. Vor allem in Person von Isak Jóhannesson. Der Isländer wird zum Pokal-Spezialisten. Wie vor einem Jahr in der ersten Runde beim dramatischen Sieg in Regensburg wurde der Mittelfeldspieler zum Matchwinner – diesmal erzielte er sogar beide Tore zum 2:1-Endstand. Der Sieg hing am seidenen Faden, in der Nachspielzeit trafen die tapferen, aufopferungsvoll kämpfenden Würzburger durch Omore noch den Pfosten. Durchatmen aus Kölner Sicht. „Wir hatten eine gute erste Halbzeit, das Gegentor war unglücklich. Es war schwer heute, wir sind sehr glücklich, dass wir in der nächsten Runde stehen“, sagte Jóhannesson nach dem Schlusspfiff.

In den nächsten Tagen wird schon keiner mehr davon sprechen, wie sich der FC in die nächste Runde zitterte. Doch die Kölner um ihren Trainer René Wagner werden wissen: Vor dem Bundesliga-Start am Samstag gegen die TSG Hoffenheim wartet noch sehr viel Arbeit auf sie. Denn eine Idee, wie der FC an diesem Montagabend zum Erfolg kommen wollte, war lange nicht zu erkennen. Pomadig und behäbig agierte der Gast. Auch die Einstellung zum Spiel und die Gier auf den Wettbewerb stimmten erst nach rund einer Stunde.

Das Duell Würzburg gegen den FC war in der Tat eine Premiere. Noch nie hatte es ein Pflichtspiel zwischen diesen Teams gegeben. Die Franken erwiesen sich vor dem Anpfiff als gute Gastgeber: Über die Lautsprecher der rustikalen Akon Arena erklang die FC-Hymne.

Die Kölner Startelf im ersten Pflichtspiel war so weit erwartet worden – mit einer Ausnahme. Marius Bülter rückte für Linton Maina auf den rechten Flügel. Mit Innenverteidiger Luka Lochoshvili und Linksverteidiger Gideon Mensah schafften zwei Neuzugänge den Sprung in die Startelf. Wagner setzte auf ein 4:2:3:1 – auch damit war zu rechnen gewesen. Vor den Augen der kompletten Kölner Geschäftsführung sowie der Vizepräsidenten Jörg Alvermann und Ulf Sobek war der FC bemüht, gleich zu zeigen, wer hier der klare Favorit ist. Die Kölner übten schnell Druck aus. Nach knapp acht Minuten war es Ragnar Ache, der nach einer Ecke von Alessio Castro-Montes die erste Chance hatte. Doch seinen Kopfball parierte Würzburgs Torhüter Marko Rajkovacic ebenso hervorragend wie kurz darauf einen abgefälschten Distanzschuss von El Mala (10.).

Doch wer gedacht hätte, es könnte aus Kölner Sicht ein ungefährdeter Abend werden, wurde getäuscht. Die tief stehenden Gastgeber gingen aus heiterem Himmel in Führung. Jóhannesson ließ Kraus ungestört flanken, im Strafraum stellten sich Lochoshvili und Ache ungeschickt an, sodass David Abrangao plötzlich freistand und den Ball aus kurzer Distanz per Kopf über die Linie drückte (18.). Ein ziemliches Chaos-Tor.

1. FC Köln: Nach dem 1:1 wird es besser – Schrecksekunde in Nachspielzeit

Und wie reagierten die Kölner auf den Rückstand? Erst einmal taten das nur ihre Fans, die ein großes Transparent mit der Aufschrift „Montagsspiele in allen Wettbewerben abschaffen“ entrollten und zahlreiche Tennisbälle aus Protest auf den Rasen warfen, sodass die Partie kurz unterbrochen werden musste.

Doch danach wurde es aus FC-Sicht nicht besser. Im Gegenteil. Im Mittelfeld lief nichts zusammen. El Mala wurde immer gesucht, blieb aber oft an den Würzburgern hängen. Nur auf eine besondere Aktion des Jungstars zu setzen, war zu durchschaubar. Eine Chance hatte der FC in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit noch durch Bülter – das war es dann auch schon.

Überraschenderweise verzichtete Wagner zum zweiten Durchgang auf Wechsel. Und der FC verzichtete darauf, besser zu spielen. Man grübelte schon: Was war die Strategie der Kölner an diesem Abend? Da fiel aus dem Nichts der Ausgleich: El Mala führte einen Einwurf schnell auf Bülter aus, der den Ball ins Zentrum legte, wo Ache zunächst verpasste. Aus dem Rückraum kam Johannesson, hielt den Fuß hin und drückte die Kugel ins lange Eck zum 1:1 (62.).

Das zweite Murmeltor an diesem Abend. Es gab dem FC nun etwas mehr Sicherheit und Zutrauen. Nach einer schönen Vorarbeit des eingewechselten Maina traf Jóhannesson dann mit einem präzisen Linksschuss in die lange Ecke zum 2:1 (77.). Bevor der Abpfiff ertönte, musste der FC doch noch einmal bangen. Dann war es überstanden.

„Ich bin stolz auf die Jungs, dass sie ruhig geblieben sind und sich Chancen erspielt haben“, kommentierte René Wagner, und zu Said El Malas Auftritt: „Er hat sich selbst Druck gemacht. Er wollte Aktionen ziehen, wurde aber gedoppelt. Er muss lernen, damit zurechtzukommen.“

Würzburger Kickers: Rajkovacic - Eberle, Hägele, Farahnak (86. Evina) - Omore, Abrangao - D. Kinsombi (84. Muteba), Embaye (84. Kiefersauer), Ochs (71. Franjic) - Bonga, Kraus (71. Nischalke).- 1. FC Köln: Schwäbe - Castro-Montes, Simpson-Pusey, Lotschoshwili (82. Schmied), Mensah (75. Skhiri) - Krauß, Johannesson - Thielmann (75. Dallinga), Bülter, S. El Mala (89. Okon-Engstler) - Ache (75. Maina).- Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart) - Zuschauer: 12.127 (ausverkauft).- Tore: 1:0 Abrangao (18.), 1:1 Johannesson (62.), 1:2 Johannesson (77.).